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Analysen - Ausland
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16.10.2002
Roche neutral
Stadtsparkasse Köln
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Aktie der Roche Holding AG (WKN 851311) wird sich nach Einschätzung von Analysten der Stadtsparkasse Köln marktkonform entwickeln.
Das Schweizer Unternehmen gehöre zu den weltweit führenden Pharmakonzernen. Zu den Geschäftssparten gehören Pharma, Diagnostics und Vitamine & Feinchemie. Der Konzern sei in der gesamten Wertschöpfungskette von F&E bis hin zum Vertrieb vertreten. Zu den bekanntesten Produkten gehören das Schlankheitsmittel Xenical, Bepanthen und Rennie.
Roche verfüge über eines der besten Biotech-Netzwerke einschließlich einer Mehrheitsbeteiligung an Genentech. Zusätzlich gehöre das Unternehmen dank seines Patent-Portfolios auf der Basis der PCR-Technologie zu den führenden drei Global Playern in der Entwicklung von Diagnostika auf pharmakogenetischer Basis.
Roche konzentriere sich weiter auf sein Kerngeschäft Pharma und Diagnostik und habe seine Vitamin- und Feinchemiesparte für 3,4 Mrd. Schweizer Franken (CHF) an das niederländische Biotechnologieunternehmen DSM verkauft. Der Verkauf der Vitaminsparte hätte sich schon länger abgezeichnet, da der Bereich nicht so hohe Renditen wie der Pharmabereich habe erzielen können. Trotz des Verkaufs bleiben alle Verpflichtungen im Zusammenhang mit den ausstehenden Vitaminkartell-Verfahren bei Roche. Zuletzt habe das Unternehmen weitere Rückstellungen in Höhe von 1,2 Mrd. CHF vornehmen müssen.
Die 9-Monatszahlen haben moderat unter den Erwartungen gelegen. Der Umsatz sei in den Kerngeschäften Pharma und Diagnostik um 1% auf 19,3 Mrd. CHF gefallen. Der Pharmaumsatz habe bei 13,9 Mrd. CHF stagniert. Besser haben sich mit einem Zuwachs von 15% die Verkäufe von Genentech entwickelt. Der Konzern-Umsatz, inklusive der Bereiche Vitamine und Feinchemie, deren Umsatz sich um 5% auf 2,57 Mrd. CHF verringert habe, sei auf 21,7 Mrd. CHF gestiegen. Die Gesamtjahresprognosen seien bestätigt worden. Der Umsatz solle im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich wachsen und es werde eine Margen-Verbesserung bei Betriebsgewinn und EBITDA erwartet. Die Nettofinanzerträge sollen auf Halbjahresniveau stagnieren. Der Konzerngewinn werde unter Vorjahres-Niveau erwartet, unter anderem eine Folge der Rückstellungen für die Vitaminsparte.
Roche habe Restrukturierungsmaßnahmen im Pharmabereich angekündigt. Ein umfangreicher Stellenabbau sei ebenso geplant wie die Überprüfung der Kosten-Strukturen. Die Maßnahmen dürften Roche nur kurzfristig helfen, denn die Attraktivität als potenzieller Vertriebspartner bzw. Lizenznehmer nehme durch den Stellenabbau ab. Darüber hinaus seien Innovationskraft und eine gut gefüllte Produktpipeline für ein Pharmaunternehmen von essenzieller Bedeutung.
Roche sei auf dem US-Markt vergleichsweise schwach vertreten, in den kommenden Jahren sollte die US-Positionierung aufgrund zunehmender Marktdurchdringung mit neuen Produkten ausgebaut werden.
Die Produktpipeline sei nach Schwächen zu Beginn des Jahres wieder gut gefüllt. Bis 2007 sehen die Schweizer 17 Neueinführungen vor. Für das erste Quartal 2003 sei unter anderem die Markteinführung des Aids-Medikaments T-20, das unter dem Namen Fuzeon vermarktet werde, geplant. Das Präparat stelle eine Alternative für Patienten dar, die gegen bekannte Mittel Resistenzen entwickelt haben, befinde sich derzeit aber noch in einem beschleunigten Zulassungsverfahren der FDA. Insgesamt befinden sich zurzeit 136 Projekte in der Forschung und 76 in der Entwicklung. Bei den beeindruckenden Zahlen sei jedoch zu beachten, dass die Projekte teilweise noch mit hohen Ausfallraten belastet seien und noch Jahre bis zur Markteinführung vergehen werden.
Roche verfüge im Branchenvergleich über eine gestärkte Produktpipeline im Pharmabereich, werde durch die laufenden Kartellverfahren und andere Rechtsstreitigkeiten derzeit stark belastet.
Das Researchteam der Stadtsparkasse Köln bestätigt bezüglich den Aktien von Roche sein Votum "Marketperformer".
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