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Analysen - Marktberichte
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27.08.2012
Aktienmärkte überwiegend im Minus
Union Investment
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www.optionsscheinecheck.de
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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Während sich die Temperaturen nach der Hitzewelle in der letzten Woche normalisierten, kühlte sich auch die Stimmung an den Aktienmärkten etwas ab, so die Experten von Union Investment.
Verglichen mit der Vorwoche habe der MSCI World Index (in lokaler Währung) 0,8 Prozent verloren. In den USA habe sich der marktbreite S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) noch relativ stabil gehalten und habe nur 0,5 Prozent nachgegeben, während der EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) unter Druck geraten sei und ein Minus von 1,5 Prozent verzeichnet habe. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) habe ebenfalls ein Minus verbucht und sei mit dem Schlussstand von 6.971 Punkten wieder knapp unter die 7.000 Punkte Marke gerutscht.
Belastend hätten sich zuletzt die Konjunkturnachrichten aus China ausgewirkt. So habe sich der von der Großbank HSBC ermittelte vorläufige Einkaufsmanagerindex im August auf 47,8 Punkte verringert (Juli: 49,3 Zähler). Der Ruf nach einer stärkeren Stützung der Wirtschaft durch Fiskal- und Geldpolitik werde somit lauter. Erste Provinzregierungen hätten bereits auf die Wachstumsabkühlung reagiert und Stimulierungsmaßnahmen angekündigt.
In den USA hätten sich hingegen die Anzeichen für eine weitere Konjunkturverbesserung verdichtet. Zwar seien die Auftragseingänge für Investitionsgüter im August eher schwach gewesen. Gleichzeitig habe sich jedoch die positive Tendenz am Häusermarkt erneut bestätigt.
Durchwachsen sei das Bild auch in Europa ausgefallen. Der viel beachtete Einkaufsmanagerindex für die Eurozone habe zwar im August mit einem Wert von 46,6 Zählern unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten verharrt. Allerdings habe sich das Barometer erstmals seit langem gegenüber dem Vormonat wieder verbessern können, wenn auch lediglich um 0,1 Punkte. Im Industriebereich sei der Frühindikator gar um 1,3 auf nunmehr 45,3 Zähler geklettert. Insgesamt bleibe das Konjunkturumfeld im Euroraum damit zwar schwierig. Aber: Es würden sich erste Hinweise auf vorsichtige Stabilisierungstendenzen mehren.
Für deutsche Nebenwerte sei es eine eher schwierige Handelswoche gewesen. Der MDAX (ISIN DE0008467416/ WKN 846741), in dem Unternehmen mittlerer Börsenkapitalisierung enthalten seien, habe im Wochenvergleich rund 1,9 Prozent nachgegeben. Allerdings stehe der Index seit Jahresanfang 23,8 Prozent im Plus. Damit habe der MDAX seinen "großen Bruder" DAX um rund 5,6 Prozentpunkte übertreffen können. Auch den Unternehmen mittlerer Größe komme dabei sowohl ihre starke Stellung auf den internationalen Wachstumsmärkten als auch die robuste Wirtschaftsentwicklung auf dem deutschen Heimatmarkt zugute.
Stärkster MDAX-Einzelwert sei in der vergangenen Woche die Aktie von RHÖN-KLINIKUM (ISIN DE0007042301/ WKN 704230) gewesen, die mit einem Anstieg von 9,2 Prozent aus dem Handel gegangen sei. Hintergrund seien Marktgerüchte über einen möglicherweise bevorstehenden zweiten Übernahmeversuch des Krankenhausbetreibers durch Fresenius (ISIN DE0005785604/ WKN 578560) gewesen.
Bereits im ersten Halbjahr sei ein entsprechendes Vorhaben gescheitert, nachdem Wettbewerber Aktienpakete an RHÖN-KLINIKUM erworben und eine dadurch Übernahme vereitelt hätten. Nach Medienberichten wolle der damals gescheiterte Gesundheitskonzern Fresenius nun einen neuen Anlauf wagen und durch den Zukauf seine Kliniksparte Helios stärken. Die Aussicht auf eine Übernahmeprämie habe daher den Aktienkurs von RHÖN-KLINIKUM beflügelt, der seit Jahresanfang um insgesamt 37 Prozent habe zulegen können. (27.08.2012/ac/a/m)
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