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Analysen - Neuer Markt
31.10.2002
Intershop reduzieren
LB Baden-Württemberg

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Die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg belassen ihre Einschätzung für die Aktie der Intershop AG (WKN 622700) unverändert auf "reduzieren".

Aufgrund von Verschiebungen von Aufträgen und Projekten habe das erzielte Umsatzvolumen im 3. Quartal, wie Anfang Oktober kommuniziert, mit 8,9 Mio. Euro unter den Erwartungen des Unternehmens gelegen. Mit 3,5 Mio. Euro habe Intershop gegenüber dem 2. Quartal deutlich geringere Lizenzerlöse (6,3 Mio. Euro) realisiert, was trotz abermaliger Margenverbesserung im Servicegeschäft die Bruttomarge insgesamt um 10%-Punkte auf 48% gedrückt habe.

Die Kostensenkungen würden, wenngleich unterproportional, weiter voranschreiten. Unberücksichtigt der Restrukturierungskosten gingen die operativen Kosten um 11% auf 15,6 Mio. Euro zurück. Hierzu hätten reduzierte F&E-Kosten (-16%) und Verwaltungskosten (-23%) überproportional beigetragen, während die Vertriebs- und Marketingausgaben nur um minus 4% reduziert worden seien. Restrukturierungsaufwendungen seien nach 0,6 Mio. Euro im 2. Quartal im 3. Quartal 1,1 Mio. Euro angefallen.

Im gegenüber 2. Quartal negativeren Betriebsergebnis von minus 7,8 Mio. Euro (2. Quartal: -6,0 Mio. Euro) spiegele sich der Umsatzeinbruch wider, der durch die erfolgten Kostensenkungen nicht habe kompensiert werden können. Die liquiden Mittel (Cash, handelbare Wertpapiere und liquide Mittel mit Verfügungsbeschränkung) seien zwar um weitere 5,7 Mio. Euro auf 20,4 Mio. Euro zurückgegangen, gegenüber dem 2. Quartal mit einem Verbrauch von 9,8 Mio. Euro bedeute dies einen Fortschritt.

Weitere deutliche Kostensenkungen seien auf dem mittlerweile erreichten Niveau nicht in unverminderter Dynamik zu realisieren. Nach einer sequenziellen Reduktion der operativen Kosten (ohne Restrukturierungsaufwendungen) im 1. Quartal um 41%,im 2. Quartal um 15% und zuletzt im 3. Quartal um 11% sei eine nachlassende Dynamik zu konstatieren. Bei einer von den Analysten unterstellten Reduktion von 4% im 4. Quartal ergäben sich operative Kosten von rd. 15 Mio. Euro.

Abzüglich auf 3. Quartal-Niveau unterstellten Abschreibungen von 1,5 Mio. Euro wäre damit für einen Break-even (BEP) auf EBITDA-Basis ein Umsatzvolumen von rd. 13,5 Mio. Euro im 4. Quartal notwendig. Das vom Unternehmen unterstellte "... übliche Ausschöpfens der IT-Budgets ..." im 4. Quartal erscheine den Analysten eher unrealistisch. Auch die Hoffnung auf eine Realisierung der im 3. Quartal verschobenen Aufträge lasse sie an deutlich höheren Quartalsumsätzen zweifeln. Zwar könnte sich das maximale Potenzial an aufgeschobenen Aufträgen für das 4. Quartal aus der Differenz zwischen ursprünglichem Umsatzziel für das 3. Quartal von rd. 12 Mio. Euro und realisierten 9 Mio. Euro ergeben, eine überwiegende Aufholung im 4. Quartal dürfte sich jedoch als zu optimistisch erweisen.

Das bei einem Erreichen des Break-even unterstellte Szenario erscheine den Analysten der LB Baden-Württemberg zu optimistisch. Die Rechnung, basierend auf einem negativen EBITDA-Ergebnis von minus 3 Mio. Euro, lasse unter c.p.-Bedingungen ein notwendiges Umsatzniveau von rd. 10,5 Mio. Euro angesichts des unverändert negativen IT-Investitionsumfeld realistischer erscheinen.

Die Analysten würden ihre konservativeren Umsatz- und Ertragsannahmen beibehalten. Nach Erachten der Analysten erscheine aus Investorensicht kurzfristig der Fokus stärker auf dem erwarteten Investoreneinstieg zu liegen, als auf den Resultaten vom 4. Quartal. Auch die auf Basis KUV unverändert hohe Bewertung spricht für ein beibehalten der Einstufung der Intershop-Aktie Aktie mit "reduzieren", so die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.



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