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News - Marktberichte
28.09.2012
Börsen in Europa-Schluss: Deutliche Abschläge zum Wochenausklang
aktiencheck.de

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Paris (www.aktiencheck.de) - Die wichtigsten europäischen Aktienindizes verzeichneten am Freitag deutliche Abschläge, nachdem am Morgen noch grüne Vorzeichen auszumachen waren. Hintergrund der Abschläge waren Sorgen um die Lage in Spanien. Der EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verlor 2,07 Prozent auf 2.454,26 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) gab um 1,34 Prozent ab auf 2.518,19 Zähler. Auch die europäischen Länderbörsen tendierten deutlich im Minus.

Wie die EU-Statistikbehörde Eurostat in ihrer Vorabschätzung zur Inflationsentwicklung in der Eurozone mitteilte, sind die Verbraucherpreise im September 2012 mit beschleunigtem Tempo angestiegen. So erhöhte sich die jährliche Inflationsrate auf 2,7 Prozent, während sie im Vormonat nur bei 2,6 Prozent gestanden hatte. Damit lag die Gesamtinflationsrate in der Eurozone erneut deutlich über der Preisstabilitätsnorm der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine Teuerungsrate von unter, aber nahe 2,0 Prozent anstrebt. Im Hinblick auf die Hauptkomponenten der Inflation im Euroraum wird erwartet, dass Energie (9,2 Prozent gegenüber 8,9 Prozent im August) im September die höchste jährliche Rate aufweist.

In Großbritannien zogen im FTSE 100 Papiere von Fresnillo um 4,2 Prozent an und standen damit an der Spitze des Index. Die Aktie hatte zuletzt deutliche Abschläge hinnehmen müssen. Ebenfalls gefragt waren Anteilsscheine von Polymetal (+2,4 Prozent), Randgold (+1,9 Prozent) und Antofagasta (+1,3 Prozent). International Consolidated Airlines Group (IAG) (ISIN ES0177542018/ WKN A1H6AJ) gaben indes 1,7 Prozent ab. Der Luftfahrtkonzern gab bekannt, dass British Airways und Japan Airlines (JAL) (ISIN JP3705200008/ WKN 855181) eine Kooperation vereinbart haben. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, haben sich die zwei Fluggesellschaften, beide Mitglied der oneworld-Allianz, demnach auf ein Revenue Sharing-Programm verständigt, das Flüge zwischen Europa und Japan betrifft. Ganz unten im FTSE 100 fanden sich am Abend Compass Group mit einem Minus von 3 Prozent wieder. Im breiten Markt tendierten Mitchells & Butlers (ISIN GB00B1FP6H53/ WKN A0LB7F) 1,4 Prozent fester. Der Pub-Betreiber gab heute bekannt, dass er in den 51 Wochen zum 15. September 2012 ein Umsatzwachstum erzielt hat. Wie aus einem Trading Update hervorgeht, haben sich die operativen Margen gegenüber dem ersten Halbjahr erwartungsgemäß verbessert. Jedoch wird die operative Marge im Gesamtjahr voraussichtlich leicht unter dem Vorjahreswert liegen, was mit deutlichen Kostensteigerungen sowie erhöhten Investitionen in den Service bei den Restaurants und Pubs zusammenhängt.

In Frankreich verbuchten im CAC 40 Publicis und Cap Gemini mit +0,8 Prozent die stärksten Aufschläge. Dahinter konnten lediglich noch Technip leichte Zugewnne verzeichne. Im Mittelfeld verloren EADS (ISIN NL0000235190/ WKN 938914) 0,7 Prozent. Der Luft- und Raumfahrtkonzern meldete gestern, dass die EU nun bei der WTO einen Antrag auf die Verhängung von jährlichen Sanktionen in Höhe von 12 Mrd. US-Dollar gestellt hat, nachdem der US-Flugzeughersteller Boeing (ISIN US0970231058/ WKN 850471) die klaren Vorgaben des endgültigen WTO-Urteils vom März 2012 nicht eingehalten hat. Auf dem Verkaufszettel der Anleger stehen Schneider Electric mit einem Minus von 3,7 Prozent ganz oben. Die französische Statistikbehörde INSEE gab die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal 2012 bekannt und hat dabei die vorläufigen Angaben bestätigt. Demnach blieb die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorquartal unverändert, während vorläufig bereits eine Stagnation ermittelt worden war. Im ersten Quartal 2012 und im vierten Quartal 2011 war das BIP ebenfalls auf dem jeweiligen Vorquartalsniveau verharrt. Daneben hat sich der private Konsum in Frankreich im August, 2012 reduziert. Im Vormonatsvergleich gingen die Verbraucherausgaben um 0,8 Prozent zurück. Für Juli 2012 war hingegen ein Anstieg um 0,4 Prozent ermittelt worden. Gegenüber dem Vorjahresmonat verringerte sich der private Verbrauch um 0,5 Prozent.

In der Schweiz verteuerten sich im SMI Aktien von Syngenta um 1,3 Prozent. Schlusslicht im schweizerischen Leitindex waren Papiere von Transocean mit einem Minus von nun 3,1 Prozent.

Die spanische Zentralbank Banco de Espana hat am Freitagabend das Ergebnis des jüngsten Bankenstresstests bekannt gegeben. Demnach benötigt der spanische Bankensektor rund 59 Mrd. Euro an Finanzhilfen. Der Stresstest beruht auf einer Vereinbarung mit der Europäischen Union vom Juni, um den Bedarf von Hilfen festzustellen. Dabei haben die 14 wichtigsten Banken des Landes teilgenommen. Dabei haben sieben der untersuchten Banken, die zugleich 62 Prozent des spanischen Kreditportfolios vertreten keinen zusätzlichen Kapitalbedarf. Bei den anderen sieben Banken wurde per 31. Dezember 2011 ein Kapitalbedarf von 59,3 Mrd. Euro festgestellt. Durch laufende Fusionen und Steuereffekte reduziert sich der Betrag auf 53,75 Mrd. Euro. Davon benötigt die kriselnde Bankia (ISIN ES0113307039/ WKN A1JCY3) allein 24,7 Mrd. Euro. Die Catalunyabank wiederum benötigt 10,8 Mrd. Euro. Bei der größten Bankgesellschaft in Spanien, der Banco Santander (ISIN ES0113900J37/ WKN 858872), wurde eine "Überkapitalisierung" unter Stresstestbedingungen von 25,3 Mrd. Euro festgestellt. Bei der Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) (ISIN ES0113211835/ WKN 875773) beträgt die "Überkapitalisierung" laut Stresstest 11,2 Mrd. Euro. Die Aktie der Banco Santander verlor dennoch in Madrid 2,1 Prozent, während die von BBVA 1,9 Prozent abgab.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.454,26 (-2,07 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.518,19 (-1,34 Prozent) FTSE 100 (London): 5.742,07 (-0,65 Prozent) CAC40 (Paris): 3.354,82 (-2,46 Prozent) MIB (Mailand): 15.095,84 (-2,29 Prozent) SMI (Zürich): 6.495,88 (-0,76 Prozent) ATX (Wien): 2.089,74 (-0,89 Prozent) (28.09.2012/ac/n/m)


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