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Analysen - Ausland
01.11.2002
BP neutral
Helaba Trust

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Die Analysten von Helaba Trust bewerten die BP-Aktie (ISIN GB0007980591/ WKN 850517) mit "neutral".

Durch den Zusammenschluss mit der amerikanischen Ölgesellschaft Amoco im Dezember 1998 sei das Unternehmen weltweit zur Nr. 3 der Branche geworden. Mit der Übernahme von Atlantic Richfield habe BP zudem Anschluss an die beiden Marktführer erhalten. Die Akquisitionen hätten zudem das Gasportfolio der Briten deutlich verbessert. Durch den Kauf von Burmah Castrol habe BP wieder eine führende Rolle auf dem Weltmarkt für Schmiermittel übernommen, nachdem das Joint Venture mit Mobil wettbewerbsrechtlich habe aufgelöst werden müssen. Mit dem Erwerb von Veba Oel habe der Konzern eine führende Stellung im Tankstellengeschäft in Deutschland und Österreich erreicht. Zudem zähle BP bei den Anbietern von Solarenergie zur Weltspitze.

Im 3. Quartal 2002 hätten die Briten akquisitionsbedingt (Veba Oel) einen Umsatzanstieg auf 36.569 Mio. US-Dollar verzeichnet (+13% gegenüber dem Vorjahr). Das bereinigte operative Ergebnis sei hingegen im selben Zeitraum um 15% auf 3.815 Mio. US-Dollar gefallen und hinter den Erwartungen zurück geblieben. Insbesondere das Raffinerie- und Tankstellengeschäft habe unter dem starken Margenverfall gelitten (-48% gegenüber dem Vorjahr) vor allem in den USA. Daneben habe der Förderbereich trotz der Preisanstiege an den Rohstoffmärkten eine geringe Ertragsminderung auf 3.050 Mio. US-Dollar verzeichnet (-1% gegenüber dem Vorjahr).

Das Produktionswachstum von knapp 3% sei durch OPEC-Förderkürzungen, Projektverzögerungen sowie schlechte Wetterbedingungen im Golf von Mexiko negativ beeinflusst worden. Die Petrochemie habe sich dank eines freundlichen Branchenumfelds dagegen weiter sehr dynamisch entwickelt (+141% gegenüber dem Vorjahr). Aufgrund eines außerordentlichen Veräußerungsgewinns (Ruhrgas-Anteil, 1.794 Mio. US-Dollar) sei das Konzernergebnis trotz Impairment-Abschreibungen auf den Goodwill um 30% gegenüber dem Vorjahr auf 2.530 Mio. US-Dollar gestiegen.

Überraschend habe die Gesellschaft das Produktionsziel für 2002 (+3% gegenüber dem Vorjahr) zum dritten Mal in Folge reduziert. Damit dürfte zunächst ein Vertrauensverlust der Investoren einhergehen. Zudem erschienen das langfristige Wachstumsziel von 5,5% jährlich und der geplante Gewinnanstieg je Aktie um 10% jährlich bis Ende 2005 aus heutiger Sicht gefährdet. Denn auch im nächsten Jahr sollte die Fördermengenausweitung eher gering ausfallen. Der Bewertungsaufschlag gegenüber dem Konkurrenten Royal Dutch/Shell sei somit derzeit nicht mehr gerechtfertigt. Langfristig blieben die Ertragsperspektiven aufgrund der Erschließung neuer Erdölreserven (Verhältnis von Neureserven zur Ausbringungsmenge: ca. 190%) jedoch intakt.

Daneben könnten sich im derzeitigen Marktumfeld die vergleichsweise soliden Bilanzstrukturen der Gesellschaft und das Aktienrückkaufprogramm als Vorteil erweisen, so dass die Analysten von Helaba Trust trotz des spürbaren Vertrauensverlustes insgesamt eine neutrale Gewichtung des BP-Titels empfehlen.



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