|
News - DAX 100
|
03.10.2012
Deutsche Telekom-Aktie: Konzern und MetroPCS legen Aktivitäten in USA zusammen
aktiencheck.de
|
www.optionsscheinecheck.de
|
Bonn (www.aktiencheck.de) - Die Deutsche Telekom AG (ISIN DE0005557508/ WKN 555750) gab am Mittwoch bekannt, dass sie und das amerikanische Mobilfunkunternehmen MetroPCS Communications Inc. (ISIN US5917081029/ WKN A0B972) ihre Geschäftsaktivitäten in den USA in der MetroPCS zusammenlegen. Einer entsprechenden Vereinbarung haben Vorstand und Aufsichtsrat der Deutschen Telekom sowie das MetroPCS-Board zugestimmt.
Den Angaben zufolge bringt die Deutsche Telekom im Rahmen einer Kapitalmaßnahme die T-Mobile USA einschließlich eines zum Einbringungszeitpunkt bestehenden Gesellschafterdarlehens über 15 Mrd. US-Dollar in die börsennotierte MetroPCS ein. Im Gegenzug erhält sie 74 Prozent der Anteile an dem kombinierten Unternehmen. Die heutigen MetroPCS-Aktionäre erhalten 26 Prozent der Anteile und eine einmalige Barzahlung aus den Barmitteln von MetroPCS in Höhe von rund 1,5 Mrd. US-Dollar.
Der noch nicht erfolgte Zufluss aus der jüngst mit der Crown Castle International Inc. (ISIN US2282271046/ WKN 917062) abgeschlossenen Vereinbarung zur langfristigen Vermietung und Nutzung von 6.400 sowie zum Verkauf von 800 Funkturmstandorten der T-Mobile USA in Höhe von 2,4 Mrd. US-Dollar kann vor der Einbringung der T-Mobile USA in die gemeinsame Gesellschaft noch von der Deutschen Telekom AG entnommen werden.
Die gemeinsame Gesellschaft bietet Mobilfunk-Leistungen für rund 42,5 Millionen Kunden in den USA an (Pro forma Stand zum 30.06.2012). Für das Geschäftsjahr 2012 errechnen sich auf Basis von Analystenschätzungen ein Pro-Forma-Umsatz von rund 24,8 Mrd. US-Dollar und ein erwartetes bereinigtes EBITDA von rund 6,3 Mrd. US-Dollar. Das entspräche einer bereinigten EBITDA-Marge bezogen auf die Mobilfunk-Service-Umsätze von rund 28,6 Prozent. Die geplanten Kostensynergien aus der Zusammenlegung der beiden Gesellschaften haben einen erwarteten Barwert von 6 bis 7 Mrd. US-Dollar. Darüber hinaus besteht weiteres Synergiepotenzial auf der Umsatzseite.
Für das Gemeinschaftsunternehmen wird ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum zwischen 3 und 5 Prozent über fünf Jahre erwartet. Das bereinigte EBITDA soll demnach in einer Größenordnung von 7 bis 10 Prozent jährlich steigen, der Free Cashflow - definiert als EBITDA abzüglich Investitionen - um durchschnittlich rund 15 bis 20 Prozent pro Jahr. Entsprechend dieser Planung würde nach fünf Jahren eine EBITDA-Marge bezogen auf die Mobilfunk-Service-Umsätze zwischen 34 und 36 Prozent erreicht. Unter der Voraussetzung der Umsetzung der Transaktion zur Jahresmitte 2013 soll vom Jahr 2017 an ein jährliches Kostensynergie-Potenzial zwischen 1,2 und 1,5 Mrd. US-Dollar erreicht werden.
Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Genehmigungen durch das US-Justizministerium, die US-Telekommunikationsaufsichtsbehörde FCC und den Regierungsausschuss zur Überwachung ausländischer Investitionen in den USA (CFIUS). Zudem ist auch die Zustimmung der MetroPCS-Aktionäre erforderlich. Deutsche Telekom und MetroPCS erwarten, dass alle erforderlichen Genehmigungen und Zustimmungen im ersten Halbjahr 2013 vorliegen.
Wie weiter mitgeteilt wurde, löst die Transaktion einen Werthaltigkeitstest (Impairment-Test) aus. Dieser wird zum 30. September 2012 im IFRS-Konzernabschluss der Deutsche Telekom AG zu einer Wertminderung des Goodwill und übriger Vermögenswerte und damit zu einem einmaligen, nicht zahlungswirksamen negativen Sondereinfluss auf das Konzernergebnis nach Steuern von voraussichtlich 7 bis 8 Mrd. Euro führen. Dagegen ist für die Ermittlung eines etwaigen Einflusses auf den HGB-Jahresabschluss der Deutsche Telekom AG die erwartete dauerhafte Entwicklung des Marktwertes des Anteils an der MetroPCS zum Stichtag 31. Dezember 2012 maßgeblich. Ein solcher Sondereinfluss würde sich nicht zahlungswirksam auf das Beteiligungsergebnis im HGB-Einzelabschluss der Deutsche Telekom AG auswirken, hieß es.
Die Aktie der Deutschen Telekom gewinnt aktuell 1,46 Prozent auf 9,88 Euro, die von MetroPCS verliert an der NYSE vorbörslich 3,68 Prozent auf 13,07 US-Dollar. (03.10.2012/ac/n/d)
|