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Analysen - DAX 100
05.10.2012
Deutsche Bank-Aktie: Neue Führung mit angepassten ehrgeizigen Finanzzielen
Sarasin Research

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Zürich (www.aktiencheck.de) - Der Analyst von Sarasin Research, Rainer Skierka, stuft die Aktie der Deutschen Bank (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) weiterhin mit "neutral" ein.

Anlässlich ihrer Investorentage am 11. und 12.09.2012, welche auf die Ernennung der beiden Co-Vorsitzenden des Vorstands und des Group Executive Committee, Jürgen Fitschen und Anshu Jain, im Mai 2012 gefolgt seien, habe die Deutsche Bank ihre strategischen und finanziellen Ambitionen bis zum Jahr 2015 und die Folgejahre bekannt gegeben. Ambitiöse Zielvorgabe sei es die weltweit führende, kundenorientierte Universalbank zu werden. Der Plan mit dem Namen "Strategie 2015+" lege dar, wie die Bank zum einen den kurzfristigen Herausforderungen in einem sich ändernden wirtschaftlichen Umfeld begegnen werde, und wie sie zum anderen Chancen nutzen wolle, die sich aus langfristigen Megatrends ergäben.

Die finanziellen Ambitionen würden sich auf Konzern- und Unternehmensbereichsebene zusammengefasst wie folgt präsentieren: Eine Steigerung des Vorsteuergewinns von Private und Business Clients (PBC) auf rund EUR 3,0 Mrd. (2011: EUR 2,0 Mrd.). Dazu eine Verringerung der Aufwand-Ertrag-Relation in Corporate Banking and Securities (CB&S) auf unter 65% (71%). Der Vorsteuergewinn von Asset and Wealth Management (AWM: EUR 0,8 Mrd.) und Global Transaction Banking (GTB: EUR 1,0 Mrd.) solle gegenüber 2011 mehr als verdoppelt werden.

In Bezug auf die im Konkurrenzvergleich unterdurchschnittliche Eigenkapitalausstattung (2011: <6%) werde eine Tier-1-Kernkapitalquote (Basel 3) von mindestens 8% bis 31. März 2013 und von mehr als 10% bis 31. März 2015 bei vollständiger Umsetzung von Basel 3 angestrebt. Die durchschnittliche Eigenkapitalrendite nach Steuern sollte bis 2015 mindestens 12% (8%) betragen. Außerdem solle die Aufwand-Ertrag-Relation auf Konzernebene ebenfalls unter 65% (78%) zu liegen kommen, womit bis 2015 jährliche Einsparungen von EUR 4,5 Mrd. (17% der Kostenbasis 2011) unter Berücksichtigung von EUR 4,0 Mrd. Umsetzungskosten erzielt werden sollen.

Die Ziele, welche sich die Bank für ihre Strategie 2015+ gesetzt habe, würden auf folgenden Grundannahmen basieren: eine Normalisierung bzw. Stabilisierung bei der Bewertung von Vermögenswerten, ein Ertragswachstum der Bank analog zur Marktentwicklung, keine größeren Änderungen des gegenwärtig gültigen regulatorischen Regelwerks bezüglich Kapital oder der Trennung von Geschäftsaktivitäten, einem jährlichen Wachstum der Weltwirtschaft in der Größenordnung von 2% bis 4%, einer Normalisierung der Wechselkursrelation Euro/US-Dollar von rund 1,30 sowie selektiver durch die Konsolidierung getriebener Marktanteilsgewinne durch die Deutsche Bank.

Auch die Deutsche Bank passe ihre mittelfristigen Ziele dem sich im Umbruch befindenden Marktumfeld an, wenn auch im Konkurrenzvergleich ziemlich spät. Diese würden zwar immer noch als ehrgeizig erscheinen, seien aber weitaus realistischer als die noch aus den Boomzeiten stammenden alten Vorgaben. Damit hätten die Investorentage die Erwartungen der Analysten bestätigt, dass es noch einige Jahre dauern werde, bevor die Aktionäre wieder mit einer ansprechenden Rendite rechnen könnten.

Wie die meisten Banken bewege sich die Deutsche Bank derzeit in einem Geschäftsumfeld, das schwergewichtig von der Europäischen Staatsschuldenkrise und ihren Auswirkungen, wozu auch die konjunkturelle Abschwächung in Europa zähle, bestimmt werde. Fundamentale Stärken - im Falle der Deutschen Bank würden dazu u.a. die starke Marktstellung in verschiedenen Geschäftsbereichen sowie ihre hohe Ertragskraft zählen - würden dabei vorübergehend in den Hintergrund treten. Allerdings steche bei der Deutschen Bank die nach Ansicht der Analysten immer noch zu hohe Abhängigkeit vom Investment Banking negativ ins Auge.

Die Analysten von Sarasin Research stufen die Deutsche Bank-Aktie daher weiterhin mit "neutral" ein. (Analyse vom 03.10.2012) (05.10.2012/ac/a/d)



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