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Analysen - Marktberichte
15.10.2012
Aktienmärkte weisen 2012 deutlich positive Performance auf
Liechtensteinische LB

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Vaduz (www.aktiencheck.de) - Trotz weit verbreiteter Vorsicht auf Investorenseite weisen die Aktienmärkte dieses Jahr eine deutlich positive Performance auf, so die Analysten der Liechtensteinischen Landesbank.

Die Gewinnschätzungen seien deutlich zurückgenommen worden. Es werde nun interessant sein, sie mit den Prognosen der Unternehmen anlässlich der Veröffentlichung der Quartalszahlen zu vergleichen.

Die Nachrichtenlage zur wirtschaftlichen Situation bestehe seit längerer Zeit hauptsächlich aus einer Abfolge von Negativmeldungen. Viele Staaten Europas würden sich schon in einer Rezession befinden. Die Eurokrise schwele trotz der Interventionen der Europäischen Zentralbank weiter. Der Sparkurs der Regierungen in den Peripheriestaaten führe zu immer stärkeren Protesten der Bevölkerung. Der Internationale Währungsfonds habe seine Wachstumsprognosen zurückgenommen. Das BIP-Wachstum Chinas bröckle und dasjenige Indiens falle dramatisch. In den USA drohe Ende Jahr das Auslaufen von Steuervergünstigungen, was die aufkeimende Konjunkturerholung abwürgen könnte.

Trotzdem seien die bedeutenden Aktienmärkte in diesem Jahr - mit Ausnahme Japans - deutlich im Plus. In Schweizer Franken gerechnet betrage die Performance des MSCI-Welt-Indexes rund 13%. Der US-Aktienmarkt stehe sogar höher als vor dem Einbruch in der Finanzkrise 2007/2008. Die Lage scheine also besser zu sein als die Stimmung.

Nach der vor allem den Notenbanken zu verdankenden Rally sei seit einiger Zeit nun eine Seitwärtsbewegung zu beobachten, die Investoren hätten offenbar eine abwartende Haltung eingenommen. Entscheidend in den kommenden Wochen würden die Quartalsausweise der Unternehmen sein. Die Aktienanalysten hätten sich der Nachrichtenlage angepasst. In den letzten zwei Monaten seien die Gewinnschätzungen für das Jahr 2012 für die USA nur um wenige Prozentpunkte zurückgenommen worden, während für Europa, für die Unternehmen im STOXX 600-Index, die Erwartungen um rund 6% reduziert worden seien. Japan, Italien und Lateinamerika lägen bei rund 10% Reduktion, Spanien (IBEX 35-Index (ISIN ES0SI0000005/ WKN 969223) gar bei -17%. Für das Jahr 2013 seien die Schätzungen ebenfalls im Bereich von 5 bis 8% zurückgenommen worden.

Im Vorfeld der Veröffentlichung von Quartalsdaten hätten auch einige Gewinnwarnungen aufhorchen lassen. Im Technologiebereich habe Hewlett-Packard (ISIN US4282361033/ WKN 851301) einen markanten Rückgang des Ergebnisses prognostiziert. Die Probleme seien teils hausgemacht, teils aber auch auf die schwächelnde Nachfrage zurückzuführen. Die im Technologiebereich tätigen Marktforschungsinstitute Gardner und IDC hätten für das dritte Quartal im Jahresvergleich einen Rückgang der PC-Verkäufe von 8% bzw. 9% ermittelt, das zweitschlechteste Ergebnis in 16 Jahren. Im Vergleich zum Vorquartal seien die Stückzahlen saisonal nur um 3% angestiegen, normal wäre ein Plus von 12%.

Auch wenn für diese Zahlen verschiedenste Erklärungen wie die Konkurrenz durch Tablet-PCs oder der Wunsch nach geringen Lagerbeständen im Vorfeld der Markteinführung des neuen Betriebssystems Windows 8 angeführt würden, seien die Investoren im Technologiebereich vorsichtig geworden. Gemessen an der Bewertung sei die Technologiebranche aber nach wie vor sehr attraktiv. Die Margen seien sehr hoch und die Barmittel würden sich in den Bilanzen türmen. In diesem Sektor seien die Dividenden bisher nicht sonderlich hoch gewesen. Die Möglichkeiten für Dividendenerhöhungen oder Ausweitungen der Aktienrückkaufsprogramme wären jedenfalls vorhanden.

Generell würden die Unternehmen über hohe Barbestände verfügen. Diese könnten entweder in das Wachstum investiert oder dem Aktionär zurückgegeben werden. Gemäß Berechnungen von Analysten seien die rund USD 1.700 Mrd. Barmittel der Unternehmen im S&P 500-Index (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) im Jahr 2011 folgendermaßen verwendet worden: 35% für Investitionen, 12% für Forschung und Entwicklung, 14% für Unternehmensakquisitionen, 15% für Dividenden und 24% für Aktienrückkäufe. Angesichts der geringen Verzinsung von Obligationen würden Dividenden immer mehr zum Kaufargument für Aktien und der Druck auf Unternehmen, eine ansprechende Dividende auszuschütten, werde zunehmen. (Ausgabe Oktober/November 2012) (15.10.2012/ac/a/m)



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