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Analysen - Marktberichte
26.10.2012
Aktienmarkt: Das Glas ist halb voll
DONNER & REUSCHEL AG

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Hamburg (www.aktiencheck.de) - Das Recherchieren der Begriffe Hausse und Baisse in Suchmaschinen liefert verblüffende Resultate: Die aus dem Französischen stammende Bezeichnung "Hausse" (Anstieg) verzeichnet mit 37 Millionen Nennungen nur halb so viel Einträge wie das Pendant "Baisse", so die Analysten der DONNER & REUSCHEL AG.

Angesichts der aktuellen Verfassung der weltweiten Aktienmärkte überrasche dieses Ergebnis. Trotz der Staatsschulden-Dauerprobleme insbesondere in Europa und der Sorgen über künftige Wirtschaftswachstumsraten würden sich die Aktienmärkte robust zeigen. So erreiche der S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) im dritten Quartal dieses Jahres unter Berücksichtigung gezahlter Dividenden ein neues Allzeithoch. Auch der DAX-Index (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) rücke bis auf neun Prozent an den Höchststand aus dem Jahr 2007 heran. Dabei habe sich dieser in den Monaten Juli bis September ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) geliefert. Insbesondere die starke Erholung von Standardwerten in Italien und Spanien trage zu dieser Entwicklung bei.

Unter den Branchen stünden Finanztitel im Mittelpunkt des Interesses. Nach den Entscheidungen der europäischen und amerikanischen Notenbank würden vor allem Versicherungen und Banken von dem verbesserten Marktumfeld profitieren. Ebenfalls gut in die Spur zurückgefunden hätten unter Führung der deutschen Indexschwergewichte Daimler (ISIN DE0007100000/ WKN 710000), BMW (ISIN
DE0005190003/ WKN 519000) und Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403; VZ) die europäischen Autobauer und Zulieferer.

Auch wenn der Branchenindex STOXX 600 Automobiles & Parts (ISIN EU0009658699/ WKN 965869) die Jahreshöchststände aus dem März noch nicht zurückerobert habe, würden Dividendenwerte aus der europäischen Automobil- und Zulieferungsbranche im Fokus der Anleger bleiben. Der (Wieder-)Aufstieg von Continental (ISIN DE0005439004/ WKN 543900) in den DAX-Index im September bestätige diese Entwicklung eindrucksvoll.

Unter den Verlierern finde sich in den beobachteten Börsen nur der chinesische Shanghai Composite-Index. Die Bilanz könne sich sehen lassen und schaffe Raum, mit begründetem Optimismus auf die Zielgerade des Aktienjahrgangs 2012 einzubiegen.

Unter den neunzehn STOXX Sektoren hätten sich neue Anführer herausgebildet. Im Zuge des dynamischen Kursanstiegs würden die Sektorindices Chemicals, Insurance sowie Travel & Leisure auf dem höchsten Stand der vergangenen zwölf Monate notieren. Der Branchenindex für europäische Chemieaktien profitiere dabei vor allem von der Entwicklung deutscher Unternehmen. BASF (ISIN DE0005151005/ WKN 515100), Bayer (ISIN DE000BAY0017/ WKN BAY001) und Linde (ISIN DE0006483001/ WKN 648300) würden allein über 45 Prozent des Indexgewichtes auf sich vereinigen.

Regional diversifizierter setze sich der Branchenindex Versicherungen zusammen. Angeführt von Allianz (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) würden mit Zurich Financial Group (ISIN CH0011075394/ WKN 579919) und Prudential (ISIN GB0007099541/ WKN 852069) zwei Konzerne außerhalb der Eurozone die Indexentwicklung maßgeblich bestimmen. Die schon im ersten Halbjahr beobachtete relative Stärke von Versicherungsaktien halte an und habe gute Chancen, sich weiter zu behaupten. Im Vergleich zu Banken würden Versicherungsaktien unter den Finanzdienstleistern erste Wahl bleiben. Dies begründe sich auch in der stabileren Ausschüttungspolitik der Versicherungen gegenüber Kreditinstituten.

Neues Potenzial eröffne sich bei Fortsetzung der positiven Börsenentwicklung im Segment der Rohstoffe. Der europäische Rohstoffaktien abbildende STOXX 600 Basic Resources (ISIN EU0009658624/ WKN 965862) mit seinen in London gehandelten Schwergewichten BHP Billiton (ISIN GB0000566504/ WKN 908101), Rio Tinto (ISIN GB0007188757/ WKN 852147) und Anglo American (ISIN GB00B1XZS820/ WKN A0MUKL) notiere nach erheblichen Rückschlägen im ersten Halbjahr deutlich über den Tiefstkursen vom Mai dieses Jahres. Die Bewertungskennzahlen würden sich vielversprechend zeigen. Mit einem KGV von 9,0 für 2013 würden Aktien aus diesem Segment deutlich unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 10,6 notieren.

Eine zunehmend positive Grundstimmung an den Aktienbörsen weltweit und insbesondere in Europa sei eng verbunden mit dem Erfolg der Notenbankpolitik. Dabei gebe die Entwicklung der Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen eine gute Orientierung. Das Überschreiten der Rendite von 5 Prozent im Juli 2011 habe für einen Kursrutsch im DAX von über 25 Prozent gesorgt. Nach einer vorübergehenden Entspannung im März würden die Anleiherenditen erneut Anlauf nehmen, die 5-Prozent-Marke in diesem Jahr zu unterbieten. Ein solcher Beweis von Vertrauen in den Schuldner werde - im Verbund mit der EZB-Politik - auch den Aktienbörsen weiteren Auftrieb verleihen. Das Potenzial dieser Bewegung könne unter Berücksichtigung der aktuellen Bewertung den DAX-Index wieder in den Bereich des Allzeithochs führen. (Ausgabe 4. Quartal 2012) (26.10.2012/ac/a/m)


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