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Analysen - Marktberichte
30.10.2012
Telekommunikationsunternehmen: Marktchancen sind mit Risiken verbunden
Bank Sarasin & Cie AG

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Zürich (www.aktiencheck.de) - Mit den immer tieferen Preisen für das Telefonieren bröckelt das herkömmliche Geschäft der Telekommunikationsunternehmen langsam weg, so die Analysten der Bank Sarasin & Cie AG.

Neu würden Daten in immer größeren Mengen übertragen, doch würden sich damit zu wenig Erträge generieren lassen. Deshalb sollten innovative Mobildienste neue Geschäftsfelder erschließen. Generell würden Datendienste allerdings aufgrund ihrer Anfälligkeit für Cyber-Attacken hohe Risiken bergen. Beim Thema Datenschutz würden die Anbieter deshalb zunehmend in die Pflicht genommen. Das Nachhaltigkeitsresearch der Bank Sarasin identifiziere in ihrem aktuellen Faktenpapier die Klassenbesten: Eine Gruppe überdurchschnittlich nachhaltiger Unternehmen wie Vodafone (ISIN GB00B16GWD56/ WKN A0J3PN), Telefónica (ISIN ES0178430E18/ WKN 850775), Swisscom (ISIN CH0008742519/ WKN 916234), Belgacom (ISIN BE0003810273/ WKN A0B9FU) und Telenor (ISIN NO0010063308/ WKN 591260) habe die Chancen und Risiken erkannt und über die letzten drei Jahre an der Börse überdurchschnittlich rentiert.

Das digitale Geschäft habe im Jahr 2015 ein Potenzial von geschätzten EUR 415 Mia. Die Übertragung von Daten sei das Zukunftsgeschäft der Telekommunikationsunternehmen. Viele Anbieter würden deswegen eigene Innovationsabteilungen betreiben. Diese neuartigen Dienstleistungen würden ein breites Themenspektrum abdecken: Sicherstellung von Datentransfer, um den Betrieb intelligenter Stromnetze zu ermöglichen, Vernetzung von Fahrzeugen, Initiativen im Bereich der Tele-Gesundheit, Cloud Computing oder auch Finanzdienstleistungen via Handy. Gekoppelt mit dem Entwicklungspotenzial der Schwellenländer verfüge die Branche insgesamt über gute Wachstumsaussichten.

In den Schwellenländern würden viele Menschen noch kein Mobilfunkgerät besitzen. Im Gegensatz zu den gesättigten entwickelten Ländern liege hier die Penetrationsrate (Anzahlt Geräte pro 100 Personen) bei unter 80%. Vielerorts würden gar keine Festnetzinfrastrukturen mehr gebaut, sondern direkt Mobilfunknetze eingerichtet. Infolge dieser technologischen Entwicklung könnten neuartige Anwendungen unmittelbar eingesetzt werden. Finanzdienstleistungen via Mobilfunkgeräte würden sich demnach schneller als in den entwickelten Ländern entwickeln. Da für Banken dieses Geschäft nicht rentabel erschienen ist, würden nun gewisse Telekommunikationsunternehmen diese Dienstleistung, wie Vodafone mit dem mobilen Zahlungssystem M-Pesa, erfolgreich anbieten.

Diese Marktchancen seien jedoch auch mit Risiken verbunden. Täglich würden neue Würmer und Trojaner die inzwischen fünf Milliarden internetfähigen Mobilfunkgeräte befallen. Das Risiko von Cyber-Attacken werde inzwischen sogar höher eingestuft als das weltweite Wasserversorgungsrisiko (WEF Risiko Report 2012). Die direkten finanziellen Risiken sowie Reputationsschäden, die dabei für die betroffenen Unternehmen entstünden, könnten große Auswirkungen haben. Eine Cyber-Attacke könne ein Unternehmen sogar bis in den Konkurs treiben. Obwohl der Ursprung dieser Attacken meist nicht beim Telekommunikationsunternehmen selbst liege, sondern bei Dritt-Partei-Anbietern, würden die Kunden die Hauptverantwortung für den mangelnden Datenschutz bei den Telekommunikationsunternehmen sehen. Bei der Implementierung neuer Datenschutzmaßnahmen seien diese deshalb besonders gefordert.

Es sei dabei erfreulich festzustellen, dass 84% der untersuchten Telekommunikationsunternehmen bereits Prozesse und Richtlinien eingeführt hätten, um den Datenschutz und die Datensicherheit zu erhöhen. Bei den Anbietern aus den Schwellenländern, die viel Wachstumspotenzial versprechen würden, gebe es diesbezüglich allerdings noch Nachholbedarf. Die konsequente Auswahl nachhaltiger Titel zahle sich aus. Ein grober Performancevergleich bestätige diese Annahme. Während die Rendite der MSCI World Telecom Service Sector-Index für die letzten drei Jahre eine Rendite von 12,7% ausweise, habe die Performance der überdurchschnittlich nachhaltig eingestuften Titel 24,5% betragen. (30.10.2012/ac/a/m)



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