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Analysen - Marktberichte
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05.11.2012
Europäischer Aktienmarkt tendierte im Oktober seitwärts
Union Investment
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www.optionsscheinecheck.de
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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Im Oktober tendierte der europäische Aktienmarkt seitwärts, der EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) schloss mit einem Plus von 2,0 Prozent, berichten die Experten von Union Investment.
Insgesamt habe der Monat wenig kurstreibende Impulse bereit gehalten. Anders als bisher im heißen Herbst, in dem eine Entscheidung seitens der Politik und der Notenbanken die nächste gejagt habe, habe sich die Aufmerksamkeit der Anleger zuletzt stärker auf die Berichtssaison zum dritten Quartal 2012 gerichtet.
Zum Monatsbeginn hätten zunächst noch die europäischen Krisenländer im Fokus gestanden. Vor allem das anhaltende Zögern Spaniens, sich unter den Rettungsschirm ESM zu begeben und damit das neue Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) in Gang zu setzen, habe die Investoren verunsichert.
Gleichzeitig hätten Zweifel an Griechenlands Bereitschaft, sich an die vereinbarten Sparvorgaben zu halten, für Missmut gesorgt. Auch die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA und die zunehmende Brisanz des Fiscal Cliff hätten zur abwartenden Haltung an den Märkten beigetragen. Dieses Maßnahmenbündel an auslaufenden Steuererleichterungen und Budgetkürzungen im US-amerikanischen Haushalt drohe die Konjunktur zusätzlich zu belasten.
Von konjunktureller Seite seien im Monatsverlauf aber genügend Daten gekommen, die geholfen hätten, die Laune der Anleger zu heben. Anders als in Europa, dessen Frühindikatoren im Oktober sämtlich negativ ausgefallen seien, hätten die USA zum Beispiel einen Rückgang der Arbeitslosenquote auf 7,8 Prozent und damit den tiefsten Stand seit Barack Obamas Amtsantritt 2009 gemeldet.
Außerdem habe sich die Kauflaune der US-Verbraucher gebessert. Auch aus China habe es gute Neuigkeiten gegeben. So sei im Oktober die Industrieproduktion überraschend gestiegen. Die Berichtssaison sei indes sowohl in Europa als auch in den USA enttäuschend verlaufen. Die Gesamtbetrachtung zeige, dass die Unternehmen hier wie dort die Analystenschätzungen eher beim Gewinn, dagegen aber seltener beim Umsatz hätten schlagen können.
Im Ländervergleich hätten erneut die Indices der Peripheriestaaten in Summe positiver abgeschnitten als jene der so genannten Kernländer der Eurozone. Der spanische IBEX 35 (ISIN ES0SI0000005/ WKN 969223) schien nach Bekanntgabe der Ratingagentur Moody's, anders als erwartet auf eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes auf Ramschniveau zu verzichten, zu größeren Kursavancen aufgelegt, so die Experten von Union Investment. Auf Monatssicht sei ihm dann aber nur ein Plus von 1,7 Prozent und damit ein viel kleinerer Zuwachs als dem griechischen Monatssieger gelungen. Dieser sei ganze 9,5 Prozent vorgerückt.
In Europa hätten sich zuletzt jene Stimmen gemehrt, die Athen mehr Zeit und Unterstützung bei der Umsetzung seiner Sparvorhaben einräumen wollen würden. Ein Austritt des Landes aus der Eurozone sei damit unwahrscheinlicher geworden. In Deutschland habe sich der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) mit einem Plus von 0,6 Prozent seitwärts bewegt.
Auf Sektorebene seien europäische Bank- und Versicherungstitel besonders gefragt gewesen, europäische Finanzwerte hätten rund vier Prozent gewonnen (STOXX EUROPE 600 Finacials (ISIN EU0009658202/ WKN 965820)). Das Papier der französischen Société Générale (ISIN FR0000130809/ WKN 873403) etwa sei 11,0 Prozent vorgerückt. Wie schon im Vormonat hätten Aktien eher defensiver Branchen wie Konsumgüter und Gesundheit Verluste gemacht oder seien auf der Stelle getreten.
Uneinheitlich sei das Bild bei Aktien europäischer Autobauer gewesen. Diese stelle die europäische Staatsschuldenkrise vor große Herausforderungen, weil sie die hiesige Absatzschwäche durch Wachstum in anderen Märkten kompensieren müssten, dafür aber nicht alle gleich gut aufgestellt seien. Während Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) 12,3 Prozent zugelegt habe, habe Peugeot (ISIN FR0000121501/ WKN 852363) 19,7 Prozent abgegeben. Daimler (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) habe auf Monatssicht 4,3 Prozent verloren, das Minus bei Fiat (ISIN IT0001976403/ WKN 860007) habe 9,4 Prozent betragen. (05.11.2012/ac/a/m)
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