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Analysen - Ausland
22.11.2012
Hewlett-Packard-Aktie: Der Aktionärs-Albtraum geht weiter
Frankfurter Tagesdienst

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Detmold (www.aktiencheck.de) - Die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" raten die Aktie von Hewlett-Packard (ISIN US4282361033/ WKN 851301) weiterhin zu verkaufen.

Ein Top-Manager des Unternehmens habe sich abfällig über ein Konkurrenzprodukt aus dem Hause Microsoft (ISIN US5949181045/ WKN 870747) geäußert. Dass Hewlett-Packard mehr denn je gut daran täte, vor der eigenen Haustüre zu kehren, würden die Q4-Zahlen zeigen.

Die Bekanntgabe der Zahlen sei ohne vorherige Ankündigung erfolgt und die Investoren seien auf dem völlig falschen Fuß erwischt worden. Was sie zu lesen bekommen hätten, habe die ohnehin bereits recht tiefen Sorgenfalten weiter wachsen lassen. Hinter dem Konzern liege ein Quartal, das hoffentlich schnell abgehakt werden könne.

Zunächst sei der Blick nach vorne jedoch verstellt. Es gelte, Aufklärungsarbeit zu leisten. Die Unternehmensführung habe für Q4 einen Verlust in Höhe von 6,9 Mrd. USD gemeldet. Der Sündenbock sei schnell gefunden: 8,8 Mrd. USD habe man auf Autonomy, ein Software-Unternehmen, das man für 10 Mrd. USD erworben habe, abschreiben müssen. Die Übernahme sei noch in die Amtszeit von Leo Apotheker gefallen.

Apotheker sei jedoch wohl kein Vorwurf zu machen. Meg Whitman, die neue Chefin, habe auf "ernsthafte Unregelmäßigkeiten" in der Bilanz von Autonomy verwiesen. Anscheinend seien die Zahlen im Vorfeld der Übernahme geschönt worden. Nach der Goodwill-Abschreibung stehe Autonomy jetzt nur noch mit rund einem Zehntel des ursprünglich veranschlagten Wertes in der Bilanz.

Das Wertpapier sei am Montag eingebrochen und habe bei 11,71 USD (-12%) geschlossen. In diesen Regionen habe es sich zuletzt vor einem Jahrzehnt bewegt. Der Abverkauf sei unter hohem Volumen abgelaufen. Mit 154 Mio. Aktien sei die am Vortag gehandelte Stückzahl um das Fünffache übertroffen worden. Seit Jahresbeginn habe das Papier 55% seines Wertes eingebüßt.

Das Unternehmen sei zu schwerfällig und habe viel zu spät auf die jüngsten Trends in der PC-Branche reagiert. Die neue Chefin regiere mit harter Hand, habe das Ruder bis jetzt jedoch nicht herumreißen können. Den Einmaleffekt "Autonomy" würden die Investoren wohl verzeihen, doch kämen auch aus dem operativen Geschäft keine Wasserstandsmeldungen, die in der Lage seien, den Optimismus zu befeuern.

Bezüglich der Aktie gebe es deswegen nach wie vor rotes Licht. Zwar werde sich der Abwärtstrend der jüngeren Vergangenheit nicht mit der intensiven Dynamik fortsetzen, doch würden momentan die Argumente fehlen, die für eine Trendwende sprechen würden. Nach Einschätzung der Experten werde sich das Papier nach wie vor unterdurchschnittlich entwickeln.

Anleger sollten um die Hewlett-Packard-Aktie weiterhin einen großen Bogen machen, so die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst". (Ausgabe 179 vom 21.11. 2012) (22.11.2012/ac/a/a)

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