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Analysen - DAX 100
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06.12.2012
E.ON-Aktie: Energiekonzern zieht es in die Türkei
Frankfurter Tagesdienst
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www.optionsscheinecheck.de
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Detmold (www.aktiencheck.de) - Die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" bleiben bei der E.ON-Aktie (ISIN DE000ENAG999/ WKN ENAG99) unverändert an der Seitenlinie.
Die Unternehmensleitung des deutschen Energieversorgers stehe vor der Aufgabe, Geschäftsfelder und Märkte mit Wachstumspotenzial aufzuspüren und dort Fuß zu fassen. Als idealer Kandidat für eine Expansion sei der Markt in der Türkei ins Auge gestochen. Aus dem Portfolio des Wettbewerbers aus Österreich Verbund (ISIN AT0000746409/ WKN 877738) habe man eine 50%-Beteiligung an dem türkischen Versorger Enerjisa gekauft. Die übrigen 50% würden zu der Investment-Holdinggesellschaft Sebanci gehören.
Rund 1,5 Mrd. EUR würden sich die Deutschen das Abenteuer Türkei kosten lassen. Im Rahmen des Joint Ventures solle gemeinsam mit der Sebanci-Gruppe das Kraftwerksportfolio in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden. Bis 2020 solle die Gesamtleistung auf 8.000 Megawatt klettern. Enerjisa habe derzeit unter den türkischen Stromerzeugern einen 4%-igen Marktanteil, dieser würde unter der genannten Prämisse auf 10% steigen. Die Kundenzahl solle zugleich von 3,5 auf 6 Mio. zulegen.
Neben dem Kaufpreis werde E.ON in den nächsten drei Jahren jeweils Investitionen in einer Größenordnung von 150 bis 200 Mio. EUR tätigen. Der Konzern werde zudem nur einen Teil (300 Mio. EUR) der Kaufsumme in bar an Verbund weiterreichen. Den Rest des vereinbarten Kaufpreises werde man in Form von Anteilen an bayerischen Wasserkraftwerken tilgen.
Neben der Türkei habe der Energieversorger auch den Markt in Brasilien für sich entdeckt, wo man auch ein Joint Venture als Plattform gewählt habe. Das Unternehmen MPX, an dem E.ON Anteile habe, betreibe in Brasilien und Chile Kraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 20.000 Megawatt.
Für E.ON gelte es, die Restrukturierung des Unternehmens mit Bedacht zu gestalten. Man sitze auf einem Schuldenberg von 35 Mrd. EUR und könne somit bei Zukäufen längst nicht mehr aus dem Vollen schöpfen. Der Asset-Tausch mit den Österreichern sei ein Schritt in die richtige Richtung.
In Bezug auf den Titel gebe es indes noch kein grünes Licht. Ob das Papier rund um 14 EUR endlich einen Boden gefunden habe, müsse sich erst noch zeigen.
Die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" bleiben bei der E.ON-Aktie weiterhin an der Seitenlinie. (Ausgabe 187 vom 05.12.2012) (06.12.2012/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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