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Analysen - Marktberichte
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18.12.2012
Europäische Aktienmärkte: Niedrige Kosten, höhere Margen
METROPOLE Gestion
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www.optionsscheinecheck.de
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Paris (www.aktiencheck.de) - Auch wenn die Aktienmärkte in den letzten Wochen und Monaten gute Kurszuwächse verzeichnen konnten, so sind viele Aktien in Europa dennoch nicht überbewertet, so die Experten von METROPOLE Gestion.
Das sei das Ergebnis der jüngsten Analyse zu den europäischen Aktienmärkten der französischen Fondsgesellschaft METROPOLE Gestion. "Die meisten Märkte halten sich sogar dann robust, wenn es mal wieder zu Störfeuern kommt", erkläre Markus Hampel, Deutschlandchef von METROPOLE Gestion. "Selbst die Rücktrittsankündigung des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti und die eventuelle Rückkehr von Silvio Berlusconi konnten die Märkte nicht lange schocken. Italien konnte trotz Allem neues Geld zu günstigen Zinsen aufnehmen. Und Griechenland konnte zu günstigen Konditionen eigene Staatspapiere zurückkaufen - genau das, was EU, EZB und IWF zuvor gefordert hatten."
Mit etwas mehr Sorgenfalten würden die Analysten von METROPOLE Gestion die Perspektiven Frankreichs betrachten, denn die Wirtschaft des Landes leide weiterhin: Der Abwärtstrend halte bei den Konjunkturdaten wie auch bei der Industrieproduktion und auf dem Arbeitsmarkt weiterhin an. Insgesamt sei aber anzumerken: Viele Unternehmen in Europa stünden gut da. Sie hätten sich auf die nachlassende Konjunktur eingestellt. Besonders die Unternehmen, die nicht von Europa abhängig, sondern global aufgestellt seien, dürften auch in Zukunft nicht allzu sehr leiden, sondern sogar profitieren, heiße es in der Studie.
"Unsere Analysen haben aber auch gezeigt, dass manche Unternehmen, die wir in unseren Portfolios gehalten haben, in der jetzigen Marktphase ihren fairen Wert bereits erreichten haben", so Markus Hampel. Als Beispiele nenne er Novartis (ISIN CH0012005267/ WKN 904278), Heineken (ISIN NL0000009165/ WKN A0CA0G) und die britische Smith & Nephew (ISIN GB0009223206/ WKN 502816). "Das sind nach wie vor sehr gute Unternehmen, die aber, den von uns berechneten industriellen Wert überschritten haben. Deshalb haben wir uns von unseren Positionen getrennt."
Bei der Suche nach Neuengagements seien die Pariser Value-Investoren und Stock-Picker für ihren Small- und Midcap-Fonds METROPOLE Avernir Europe fündig geworden. "Nach unseren Analysen sind aktuell die deutsche NORMA Group (ISIN DE000A1H8BV3/ WKN A1H8BV) und die britische Informa (ISIN JE00B3WJHK45/ WKN A0RN9E) zwei Unternehmen, die unsere Kriterien erfüllen", nenne Hampel als Beispiele.
Die Norma Group stelle in großen Mengen zuverlässige Verbindungssysteme zu geringen Stückpreisen her, heiße es in der Analyse. Das Unternehmen habe eine breite Kundschaft mit mehr als 10,000 Abnehmern ihrer Produkte vornehmlich aus den Bereichen Automobil und Industrie. Die Produkte seien eigentlich nur kleinere Teile, die kaum mehr als ein paar Cent oder Euro kosten würden.
"Aber diese Produkte sind wichtig, wenn es um Abdichtungen oder um die Reduzierung von Gewicht geht", erläutere Markus Hampel. Mit rund 15 Prozent Marktanteil sei die Gruppe die Nummer 1 auf der Welt. Das Unternehmen habe bisher aber keine eigenen Produktionsstätten in Asien gehabt. Deshalb habe NORMA immer Millionen von Teile nach Asien exportieren müssen. Das sei sehr teuer gewesen. Jetzt hätten sie "vor Ort" eine eigene Produktion. Das spare Kosten und hebe die Margen. Davon solle die Aktie profitieren.
Verbesserte Margen sollten auch die Attraktivität der britischen Informa stärken, so die Analyse der METROPOLE Gestion-Experten. Das Verlagsunternehmen sei vor allem in den Bereichen Bücher und Magazine für Studenten und Akademiker, kommerzielle Informationen und Analyseprodukte für die Bereiche Life Science, Gesundheitswesen, Telekommunikation und Medien sowie Finanzinformationen stark. Informa profitiere dabei vor allem von der Umstellung von gedruckten Produkten auf digitale Angebote. Das senke die Kosten und erhöht die Margen. Damit verbunden sei auch eine Veränderung des Geschäftsmodells: Man sei heute weniger ein Verlag, sondern mehr ein Software- und Serviceunternehmen. Und das bedeute wiederum: höhere Margen.
"Trotz aller Sorgenfalten, die auf die Stirn so mancher Anleger wohl im kommenden Jahr wieder zurückkehren werden, kann man auch in unruhigen Zeiten bei der Suche nach neuen Hoffnungsträgern an den europäischen Aktienmärkten durchaus fündig werden", so das Fazit der METROPOLE Gestion-Analyse. (18.12.2012/ac/a/m)
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