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Analysen - Ausland
18.11.2002
Telefonica Outperformer
Stadtsparkasse Köln

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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bewerten die Telefonica-Aktie (WKN 850775) mit Outperformer.

Das Unternehmen würde sich in die vier Geschäftsbereiche Festnetz, Mobilfunk, Datenübertragung und Media-Internet (Übernahme des Fernsehproduzenten Endemol, Kooperation mit Bertelsmann) gliedern. Telefonica verfüge in Spanien sowohl im Festnetz- als auch im Mobilfunkgeschäft unverändert über eine starke Inlandsposition (Marktanteil Festnetz >80%). In Lateinamerika sei Telefonica Marktführer. Die Mobilfunkmärkte seien dort weniger stark gesättigt als in Europa und würden ein höheres Wachstum verzeichnen. Lateinamerika insgesamt habe 2001 für ca. 40% der Umsätze und 45% des EBITDA gestanden.

Im dritten Quartal 2002 habe Telefonica einen Nettogewinn von 538,1 Mio. EUR ausgewiesen, ein Plus von 21,6% gegenüber der Vorjahresperiode. Der Umsatz habe sich um 12,2% auf gut 6,8 Mrd. EUR vermindert, was insbesondere auf die Abwertung der lateinamerikanischen Währungen Peso (Argentinien) und Real (Brasilien) zurückgeführt werde. Der Umsatzanteil von Telefonica Latinoamérica sei dementsprechend von 33% auf 25,3% zurückgegangen. Das EBITDA sei um 13,1% auf 2,8 Mrd. EUR zurückgegangen. Die Gewinnverbesserung trotz des Umsatzrückgangs sei durch Einsparungen auf der Kostenseite ermöglicht worden.

In den ersten neun Monaten belaufe sich das Konzernergebnis auf einen Nettoverlust von 5 Mrd. EUR nach einem Nettogewinn von fast 1,6 Mrd. EUR im Vorjahreszeitraum. Dafür seien Wertberichtigungen auf Mobilfunkengagements in Deutschland (Quam), Italien, der Schweiz und Österreich verantwortlich, die Mitte dieses Jahres vorgenommen worden seien. Der Umsatz habe sich um 7% auf 21,5 Mrd. EUR verringert, das EBITDA habe um 7,4% auf 8,9 Mrd. EUR nachgegeben. Die Zahl der Kunden habe weltweit um 6 Mio. auf 77 Mio. zugelegt.

Wachstumsmotor des Konzerns bleibe das Mobilfunkgeschäft, das beim Umsatz um 10,7% zugelegt hätte, während das heimische Festnetzgeschäft nahezu stagnieren würde. Die Sparten Data, Admira (Medien) und Terra Lycos (Internet) hätten Verluste verbucht. Die Verschuldung sei um rund 15 % auf 24,6 Mrd. EUR verringert worden. Zudem seien die Investitionen vor allem in Lateinamerika drastisch reduziert worden.

Telefonica würde derzeit vor allem unter der Wirtschaftsflaute und der Währungsschwäche in Lateinamerika leiden. Telefonica zähle in dieser Region zu einem der größten ausländischen Investoren und eine der größten Telekommunikationsgesellschaften. Eine verschärfte Konkurrenzsituation könnte sich für Telefonica dadurch ergeben, dass das spanische Technologieministerium dafür sorgen wolle, dass die Wettbewerber im Festnetzmarkt einen größeren Marktanteil als die bisherigen 15% erlangen könnten.

Telefonica hoffe auf die Erlaubnis der spanischen Regierung für eine Fusion des defizitären Pay TV-Senders Vía Digital mit dem Konkurrenten Canal Satélite Digital. Die spanische Wettbewerbsbehörde habe bereits zugestimmt. Die endgültige Entscheidung solle Mitte Dezember fallen. Auch im kommenden Jahr solle für 2002 trotz des Milliardenverlusts eine Dividende gezahlt werden. Telefonica habe Abschreibungen auf die erworbenen UMTS-Lizenzen vorgenommen und die kommerziellen Aktivitäten der deutschen Mobilfunkmarke Quam eingestellt.

Telefonica konzentriere sich wieder auf seine ursprüngliche Strategie, Telekommunikationsdienste in spanisch- und portugiesischsprachigen Ländern anzubieten. Zwar leide diese Strategie derzeit unter den wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Lateinamerika, langfristig sollte sie jedoch aufgrund des vorhandenen Wachstumspotenzials erfolgreich sein. Erste Anzeichen würden derzeit auf eine Stabilisierung in Brasilien hindeuten.

Das Rating der Analysten der Stadtsparkasse Köln für die Telefonica-Aktie lautet unverändert Outperformer.



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