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Analysen - Marktberichte
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10.01.2013
Auslandsaktien: Die Impulse stimmen
Deutsche Börse AG
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www.optionsscheinecheck.de
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Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Solide Konjunktursignale aus China und den USA scheinen den Börsen rund um den Globus zum Jahresbeginn neuen Antrieb zu verleihen, so die Deutsche Börse AG.
Mit zwischenzeitlich 1.457 Punkten habe etwa der viel beachtete marktbreite S&P 500 (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) dem ehemaligen Hoch genähert und der DJ Industrial Average (ISIN US2605661048/ WKN 969420) habe in der vergangenen Woche die psychologisch wichtige Marke von 13.300 Punkten zurückerobern können, wie Walter Vorhauser bemerke. "In den USA haben sowohl Industrieproduktion als auch der Binnenmarkt wieder Fahrt aufgenommen", beobachte der Händler von Close Brothers Seydler und führe dies unter anderem auf eine robustere Wettbewerbsfähigkeit der US-amerikanischen Unternehmen zurück. "Auch aus China kommen derzeit keine Störfeuer."
Im Gegenteil. "Ausfuhrzahlen von plus 14 Prozent haben im Dezember sämtliche Prognosen gesprengt", ergänze Roland Stadler. Zudem sei die Verschiebung strengerer Eigenkapitalregeln für Banken im Rahmen von Basel III vom Markt honoriert worden. Diese Stimmung schlage sich auch im Handel nieder. "Die Umsätze mit Auslandsaktien waren ausgesprochen gut", melde der Händler der Baader Bank. "Derzeit scheinen keine Hiobsnachrichten in Sicht, auch wenn diese Woche noch nicht gegessen ist."
Wie zur Bestätigung der konjunkturellen Erholung gehe Alcoa (ISIN US0138171014/ WKN 850206) zum Start der US-Berichtssaison mit gutem Beispiel voran. "Dem Aluminiumkonzern gelang mit einem Nettogewinn von 242 Mio. USD die Rückkehr in die schwarzen Zahlen", melde Stadler. Kosteneinsparungen hätten die niedrigen Aluminiumpreise im vierten Quartal wettgemacht. Auch der Ausblick für 2013 stimme. Die weltweite Nummer zwei hinter dem russischen Rusal-Konzern (ISIN JE00B5BCW814/ WKN A0YH7R) sage eine steigende globale Aluminium-Nachfrage voraus. Der Aktie selbst habe der Optimismus des Unternehmens jedoch weniger geholfen. Auch wenn sie nach Ankündigung zwischenzeitlich 1 Prozent im Plus gelegen habe, habe sich unterm Strich wenig bewegt.
Vorschusslorbeeren habe es für Star Scientific (ISIN US85517P1012/ WKN 929112) nach Veröffentlichung erster Ergebnisse einer Wirkungsstudie gegeben, wie Vorhauser berichte. "Demnach scheinen sich Nahrungsergänzungsmittel mit dem Wirkstoff Anatabin positiv auf die Schilddrüsenfunktion auszuwirken." Erste Ergebnisse hätten auf eine Verbesserung bei autoimmunen Schilddrüsenkrankheiten gedeutet. Anatabin sei ein Naturstoff, der unter anderem in Tabakpflanzen gebildet werde. Nach Bekanntgabe habe die Aktie rund 20 Prozent bis auf 2,22 Euro gewonnen. Das meiste davon sei wieder verpufft.
Einen deutlichen Schub habe die Aktie von PSA Peugeot Citroen (ISIN FR0000121501/ WKN 852363) erfahren. "Investoren scheinen auf den Kauf von Opel durch Peugeot zu setzen", vermute Stadler. Seit Anfang Dezember habe die Peugeot-Aktie von 4,60 Euro auf zwischenzeitlich 6,80 Euro zugelegt. Immerhin stehe seit Jahresbeginn ein Plus von über 20 Prozent.
"Die französische Regierung setzt sich angeblich für den Zusammenschluss ein, damit ein Gegengewicht zu den großen Wettbewerbern entstehen kann." Beide Autobauer hätten unter Umsatzeinbußen insbesondere durch Rückgänge im schuldengeplagten Südeuropa gelitten. "Weltweit meldeten die Franzosen einen Einbruch der Autoverkäufe um 16,5 Prozent auf 2,97 Wagen."
Eine Serie von technischen Problemen beim Prestigeprojekt Dreamliner habe für Bewegung in der Aktie von Boeing (ISIN US0970231058/ WKN 850471) gesorgt. "Ob Explosion einer Batterie, Probleme mit den Bremsen oder Leck am Treibstoffstank, für den nordamerikanischen Flugzeugriesen kam es in dieser Woche geballt", bemerke Vorhauser. Die Aktie habe zeitweise zwar um 5 Prozent nachgegeben, habe bei einem derzeitigen Stand von 59 Euro die Verluste aber wieder wettmachen können. "Auch wenn sie am Image von Boeing kratzen, scheint das Ausmaß der Pannen überschaubar."
Eine Gewinnwarnung von Amgen (ISIN US0311621009/ WKN 867900) im Vorfeld der Quartals- und Jahreszahlen habe die Anlegergemüter kaum berührt. Die Aktie habe zeitweise zwar rund 0,7 Prozent verloren, notiere derzeit aber wieder bei knapp unter 68,00 Euro. Das weltgrößte Biotech-Unternehmen stelle Vorhauser zufolge statt einem Ertrag von 6,50 USD pro Aktie für das Gesamtjahr 2012 lediglich 6,40 USD in Aussicht. Amgen begründe die Entscheidung mit einer Verzögerung bei der Steuerrückerstattung in Verbindung mit Aufwendungen für Forschung und Entwicklung.
"Wachsen will das Unternehmen vorrangig in China, Japan und Südamerika, wenn nötig durch Beteiligungen." Zudem habe Amgen mit Bind Biosciences eine 180,5 Mio. USD schwere Vereinbarung zur Vermarktung von Kinase-Hemmern aus der Nanomedizin unterschrieben. (10.01.2013/ac/a/m)
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