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Analysen - Ausland
20.11.2002
Telefonica untergewichten
Helaba Trust

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Die Analysten von Helaba Trust stufen die Aktie von Telefonica (WKN 850775) mit "untergewichten" ein.

Der größte spanische Konzern sei Universalanbieter von Telekommunikationsdienstleistungen. Die Mobilfunkaktivitäten seien unter der börsennotierten TEM gebündelt. Auch im Internetgeschäft seien die Spanier mit Terra/Lycos weltweit aktiv. Darüber hinaus bestünden zahlreiche Beteiligungen an Medienunternehmen - unter anderem Via Digital (Pay-TV), Antenna3 (TV-Sender), Endemol (unter anderem TV-Produktionen). In der Auslandsstrategie stünden insbesondere die spanisch- und portugiesisch-sprachigen Märkte im Mittelpunkt. Darüber hinaus habe Telefonica versucht, mit dem Erwerb von UMTS-Lizenzen in Deutschland und Italien auch in Kerneuropa Fuß zu fassen. Die aussichtslosen Engagements seien abgeschrieben worden.

Der Zwischenbericht für das 3.Quartal sei erwartungsgemäß ausgefallen. Angesichts der Währungsverwerfungen in Lateinamerika (EBITDA-Anteil 2001: 43%) hätten die Spanier starke Einbußen bei den Erlösen (-12,2% gegenüber dem Vorjahr) verkraften müssen. Insbesondere das lateinamerikanische Festnetzgeschäft sei hiervon betroffen gewesen (-39,9% gegenüber dem Vorjahr). Die inländische Festnetzsparte habe hingegen auf niedrigem Niveau leichte Stabilisierungstendenzen gezeigt (+1,7% gegenüber dem Vorjahr), während der Wachstumsträger Mobilfunk mit ungewohnt niedrigen Zuwächsen (+3,5%) enttäuscht habe. Nahezu proportional zum Umsatz habe bedingt durch Lateinamerika (-44,5%) auch das EBITDA Federn lassen müssen (-13,1% gegenüber dem Vorjahr).

Das Festnetzgeschäft (+4,0% gegenüber dem Vorjahr) habe über und die Mobilfunksparte (-0,7% gegenüber dem Vorjahr) unter den Erwartungen gelegen. Unter dem Strich sei im 3. Quartal, begünstigt durch eine Steuergutschrift, ein Ergebnis von 538 Mio. EUR erzielt worden (+21,7%). In den ersten neun Monaten hätten die Spanier einen Verlust von 5.036 Mio. EUR erwirtschaftet, wobei unter anderem im 2. Quartal Rückstellungen für die Aufgabe der UMTS-Aktivitäten in Deutschland, Österreich, Italien und der Schweiz in Höhe von 5,1 Mrd. EUR negativ zu Buche geschlagen hätten. Die Nettoverschuldung habe sich gegenüber dem Vorquartal um 1,2 Mrd. EUR auf 24,6 Mrd. EUR zurück gebildet.

Angesichts der weiteren Abwertung des brasilianischen Real sei im Schlussquartal kaum Besserung zu erwarten. So bleibe zweifelhaft, ob der neue Präsident Brasiliens den wachsenden Haushalts- und Leistungsbilanzdefiziten des Landes Einhalt gebieten und damit einer möglichen Zahlungsunfähigkeit vorbeugen könne. Insgesamt bleibe die Region Lateinamerika (EBITDA-Anteil 2001: 43%) für Telefonica somit ein bedeutender Risikofaktor. Für Umsatz und EBITDA erwarte man bis 2005 moderate Zuwächse in der Spanne von 5 bis 6%. Das Ergebnis je Aktie sollte bedingt durch die Rückführung der Nettoverschuldung um 8,8% zulegen. Die Wiederaufnahme von Dividendenzahlungen sowie die robuste Finanzlage des Konzerns (Nettoverschuldung zu EBITDA: 2,0; Rating Moodys: A2) seien positiv zu werten.

Insgesamt halten die Analysten von Helaba Trust das derzeitige Bewertungsniveau (KGV 2003e: 24,5) jedoch für zu ambitioniert und empfehlen daher eine Untergewichtung der Telefonica-Aktie.



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