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Analysen - DAX 100
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02.12.2002
Jenoptik "hold"
Commerzbank
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Commerzbank stufen die Aktie der Jenoptik AG (WKN 622910) auf "hold" herab.
Jenoptik werde am 28. November 2002 seine Ergebnisse für das dritte Quartal bekannt geben. Man gehe davon aus, dass das Unternehmen solide Umsatzzahlen ausweisen und einen kräftigen Auftragsbestand verkünden werde. Allerdings prognostiziere man auch einen umfassenden Stellenabbau und Umstrukturierungskosten von rund 10 Mio. Euro im schwachen US-Geschäft des Clean-Systems-Bereichs sowie durch das HGB bedingte buchhaltungstechnische Quartalsabschreibungen auf seine eigenen Beteiligungen in Höhe von ca. 5 Mio. Euro. Aus dem Grunde gehe man davon aus, dass die Gewinnzahlen den Markt enttäuschen würden.
Man nehme die EBIT-Prognose für den Unternehmensbereich Clean Systems für das Gesamtjahr 2002 und darüber hinaus zurück. Aufgrund des anhaltend schwachen Ausblicks für alle Halbleiterwerte erwarte man nicht, dass sich die Stimmung gegenüber der Jenoptik-Aktie auf kurze Sicht zum Besseren wenden werde. Die Analysten würden an ihrer Auffassung festhalten, dass es sich bei Jenoptik um eine der führenden Aktien im künftigen TECDAX-Index handle, deren langfristige Aussichten positiv seien.
Die Analysten würden erwarten, dass der von Jenoptik im dritten Quartal erwirtschaftete Gewinn enttäuschend ausfallen werde. Einige der Clean-Systems-Projekte seien vom zweiten Halbjahr 2002 in die erste Jahreshälfte 2003 verlegt worden - dementsprechend gebe man sich konservativ und reduziere die Margenprognose für 2002 und darüber hinaus. Ferner würden die diesjährigen Erträge aufgrund folgender hoher Sonderposten ebenfalls niedriger ausfallen: Einer Abschreibung von rund 5 Mio. Euro auf seine eigenen am 30. September für 10 Mio. Euro erworbenen Aktien. Zudem sehe das HGB vor, dass Unternehmen Aktien in ihrem Portfolio zum niedrigeren Kauf- und Marktkurs (zum Berichtsdatum) verbuchen würden (der Aktienkurs habe sich seitdem tatsächlich um 30% verbessert, so dass noch Spielraum für eine positive Überraschung zum Jahresende bestehe).
Einer einmaligen Abschreibung in Höhe von 10 Mio. Euro, die mit dem Abbau von 100 Arbeitsplätzen und der Umstrukturierung des US-Geschäfts des Clean-Systems-Bereichs zu erklären sei. Letzterer sei durch die verringerten Kapitalausgaben seitens der US-Halbleiterunternehmen stärker in Mitleidenschaft gezogen worden, als ursprünglich angenommen.
Die Ergebnisse für das dritte Quartal würden am 28. November veröffentlicht. Man erwarte, dass Jenoptik einen soliden Auftragseingang im dritten Vierteljahr verzeichnet habe und denke, dass der Auftragsbestand sogar das Rekordniveau des Vorjahres (2,39 Mrd. Euro) übertreffen könnte. Dennoch nehme man die Ertragsprognose für Jenoptiks Geschäftsbereich Clean Systems für 2002 und darüber hinaus aufgrund der Probleme auf dem US-Markt, der Projektverschiebungen im zweiten Halbjahr 2002 und der anhaltenden Schwäche auf den Halbleitermärkten (kein Anziehen für das Jahr 2003 erwartet) zurück.
Nichtsdestotrotz erachte man Jenoptiks Clean-Systems-Bereich im Hinblick auf die Zukunft als gut aufgestellt, da er über einen Marktanteil von mehr als 40% bei allen installierten Halbleiterfabriken verfüge, das führende Unternehmen in der 300mm-Technologie sei und seine Abhängigkeit von der Halbleiterindustrie stetig abbaue. Die neuen Geschäftsjahresprognosen für 2002 würden wie folgt lauten: Umsatz: 1,83 Mrd. Euro, ein EBIT von nur 64 Mio. Euro und ein Jahresüberschuss von lediglich 48,7 Mio. Euro.
Mittels der aktualisierten DCF-Modells bewerte man Jenoptik mit 18 Euro je Aktie. Aus der Sum-of-the-Parts-Analyse der Analysten gehe eine Bewertung für die Geschäftsbereiche Clean Systems und Photonics von jeweils 350 Mio. Euro und 250 Mio. Euro hervor, womit die Jenoptik AG mit 600 Mio. Euro bewertet sei. Einschließlich eines Risikoabschlags von rund 20% aufgrund der erwartet schwachen Zahlen zum dritten Quartal und den damit einhergehenden schlechteren Ergebnissen für das Geschäftsjahr 2002 sowie des weiterhin düsteren Ausblicks für die Halbleiterbranche erhalte man für Jenoptik einen Wert von 480 Mio. Euro, der dem neuen Kursziel von 11,5 Euro je Aktie entspreche. Dieses impliziere auf Basis der Prognosen ein KGV von 9x (2003e) und ein EV/Umsatz-Verhältnis von 0,2x (2002e).
Die Analysten der Commerzbank halten diese Kennzahlen für gerechtfertigt, gehen jedoch nicht davon aus, dass die Aktie der Jenoptik AG den Markt auf kurze Sicht überflügeln wird und stufen demzufolge die Empfehlung auf "hold" von "buy" herab.
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