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Analysen - DAX 100
06.12.2002
Deutsche Bank neutral
Merrill Lynch

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Die Wertpapierspezialisten von Merrill Lynch bewerten die Aktie der Deutschen Bank (WKN 514000) auch weiterhin mit "neutral".

Eine nähere Untersuchung der Quartalsergebnisse der Deutschen Bank für die dritte Abrechnungsperiode des Finanzjahres 2002 habe ergeben, dass die Zahlen im Grunde noch schwächer seien, als dies auf den ersten Blick erschienen sei. Bislang hätten die Analysten argumentiert, dass der Bankenkonzern sich an einem Wendepunkt befinde und dabei sei, seine Transparenz und den Schwerpunkt auf die Shareholder Value durch Kostenkorrekturen und den Verkauf peripherer Unternehmensteile zu verbessern. Diese Ansicht würden die Experten zwar auch weiterhin vertreten, die Zahlen des 3. Fiskalquartals hätten jedoch ihrer Überzeugung einen Dämpfer versetzt.

Zwar würden sich bei der Deutschen Bank erste Effizienzgewinne abzeichnen, doch geschehe dies bei weitem nicht so schnell, wie von den Analysten zunächst erwartet. Zudem seien die Möglichkeiten der Experten, die Fortschritte zu verfolgen, deutlich eingeschränkter, als ihnen lieb sei. Daher seien die Wertpapierspezialisten nicht 100%ig überzeugt, dass es dem Konzern gelingen werde, den üblichen Kostenanstieg des 4. Fiskalquartals in diesem Geschäftsjahr zu vermeiden, obwohl sie in ihren Prognosen bislang noch davon ausgehen würden.

Eine genauere Überprüfung der Trading Umsätze der Deutschen Bank habe ergeben, dass diese in hohem Maße von Derivaten beeinflußt seien, die der Konzern an Vermögenswerten außerhalb des Handelssegmentes halte. Bislang habe diese Art von Derivaten nach Einschätzung der Experten rund 520 Mio. EUR zum Jahresgewinn des Finanzjahres 2002 beigetragen. Dies entspreche rund 52% des bereinigten, operativen Gewinns und die Analysten würden auf diesem Gebiet eine höhere Transparenz für wünschenswert halten.

Die Investmentbanker hätten ihre EPS Prognosen für die Deutsche Bank bislang nur leicht modifiziert. Aufgrund geringer als bisher erwartet ausfallender Aktienrückkäufe sei die EPS Erwartung für das Geschäftsjahr 2003 um 2% auf 2,50 EUR, die des Fiskaljahres 2004 um 4% auf 4,70 EUR gekürzt worden. Im Finanzjahr 2002 werde weiterhin ein EPS von 1,30 EUR erwartet.

Vor diesem Hintergrund halten die Börsenexperten von Merrill Lynch an ihrem neutralen Rating für die durchschnittlich volatile Aktie der Deutschen Bank fest. Den fairen Wert des Anteilscheins sehen sie bei 48 EUR.



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