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Analysen - DAX 100
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10.12.2002
Deutsche Bank Outperformer
Stadtsparkasse Köln
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Die Analysten der Stadtsparkasse Köln bewerten die Aktie der Deutschen Bank (WKN 514000) als Outperformer.
Die Deutsche Bank habe im dritten Quartal 2002 einen Konzernfehlbetrag vor Steuern von 181 Mio. Euro erzielt und damit die Markterwartungen verfehlt, die mehrheitlich von einem Gewinn ausgegangen seien. Der Verlust resultiere im Wesentlichen aus geringeren Erträgen, einer stark erhöhten Risikovorsorge und einem Verlust aus Anteilsbesitz.
Für den deutlichen Rückgang der Erträge von 6,5 auf 5,5 Mrd. Euro sei in erster Linie der Einbruch des Handelsergebnisses von 2 Mrd. Euro im Vorjahr auf nur noch 904 Mio. Euro verantwortlich, während im Zinsgeschäft und sonstigen Provisionsgeschäft die Erträge annähernd auf Vorjahresniveau gelegen hätten.
Auffällig sei auch der massive Anstieg der Risikovorsorge von 114 Mio. Euro im Vorjahr auf 790 Mio. Euro. Die Deutsche Bank rechne damit, dass die Risikovorsorge im dritten Quartal ihren Höhepunkt erreicht haben dürfte. Das Ergebnis des dritten Quartals sei auch von einem Verlust aus Anteilsbesitz in Höhe von 266 Mio. Euro belastet worden, wobei der Großteil auf die Beteiligung (34,6%) bei dem angeschlagenen Versicherungskonzern Gerling angefallen sei.
Eine Prognose für das Gesamtjahresergebnis sei vom Vorstand der Deutschen Bank nicht abgegeben worden. Die Deutsche Bank sei nach Aussage des Finanzvorstands Clemens Börsig bei dem Ziel, die Kosten zu senken, schneller als geplant vorangekommen. Ursprünglich wollte die Deutsche Bank ihre Kosten ab 2004 um insgesamt 4,1 Mrd. Euro verringern, wovon 2,0 Mrd. Euro auf Effizienzsteigerungen, 1,4 Mrd. Euro auf den Verkauf von Randaktivitäten und 0,7 Mrd. Euro auf Einzeleinsparungen entfallen sollten. Dieses Volumen solle laut Börsig nun schon in 2003 im vollen Umfang wirksam werden.
Das laufende Effizienzsteigerungsprogramm sehe bis Ende 2003 einen Abbau von rund 14.500 Stellen vor, wovon 6.060 Stellen auf Deutschland und 8.410 Stellen auf das Ausland entfallen würden. Per Anfang November seien bereits knapp 10.000 Stellen abgebaut worden. Durch die Veräußerung von nicht zum Kerngeschäft zählenden Gesellschaften sollten 8.000 Stellen wegfallen. Per 30.09.02 habe die Beschäftigtenzahl bei 81.976 gelegen.
Die Trennung von Nicht-Kerngeschäftsfeldern werde konsequent vorangetrieben. Die Verträge zum Verkauf der Deutsche Financial Services an GE Commercial Finance und zur Abgabe des passiven Asset Management an Northern Trust seien bereits unterschrieben worden. Derzeit würden exklusive Verhandlungen mit State-Street über eine Veräußerung des Bereichs Wertpapierdienste sowie mit IBM über ein Outsourcing der IT-Infrastruktur geführt. Darüber hinaus würden Verhandlungen zur Trennung von weiteren Bereichen geführt.
Nach Aussage des Vorstandssprechers Ackermann habe die Steigerung des Marktwertes und der Profitabilität derzeit Vorrang vor Akquisitionen und Marktanteilsgewinnen. Als strategisches Ziel werde eine Aufwands-Ertrags-Relation von unter 75% und eine Eigenkapitalquote von 25% angestrebt. Die Deutsche Bank habe das Ziel, die führende Bank für Retailkunden in Europa zu werden, wozu eine Kundenzahl von mindestens 20 Mio. erforderlich sei.
Da aus eigener Kraft lediglich 15 Mio. Kunden erreicht werden könnten, seien strategische Zukäufe im Privatkundengeschäft geplant. Das bis zum 30.09.03 laufende Aktienrückkaufprogramm (max. Volumen 10% des Grundkapitals) sei am 26. Juni 2002 gestartet worden, nach eigenen Angaben habe die Deutsche Bank bereits 22,3 Mio. eigene Aktien (36% des zulässigen Volumens) zurückgekauft.
Auf Grund der international starken Positionierung der Deutschen Bank, der konsequenten Shareholder-Value-Orientierung des neuen Vorstandssprechers Ackermann und der ersten Erfolge der laufenden Effizienzsteigerungsprogramme behalten die Analysten der Stadtsparkasse Köln ihre Outperformer-Einschätzung für die Aktie der Deutschen Bank aufrecht.
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