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Analysen - DAX 100
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10.12.1999
Ergo kaufen
Vereins- und Westbank
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Die Aktienanalysten von dem Hamburger Geldinstitut Vereins- und Westbank empfehlen derzeit die Aktien der Ergo Versicherungsgruppe (WKN 841852) zum Kauf.
Von den Anlegern im Jahr 1999 zum überwiegenden Teil stiefmütterlich behandelt, rückten deutsche Versicherungsunternehmen seit einigen Wochen verstärkt in das Blickfeld der Anleger. Ursachen seien einerseits altbekannte Fakten, wie die im Vergleich zum wahren Substanzwert (Beteiligungen) der Unternehmen niedrige Börsenbewertung. Andererseits ermöglichten gesellschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen der Branche langfristig ein gesundes Wachstum.
Bei Lebensversicherungen werde die geplante Besteuerung von Kapitalerträgen nicht zu den befürchteten Katastrophenszenarien führen. Die Gesetzesvorlage werde nach ihrem Scheitern im Bundesrat Ende Dezember dem Vermittlungsausschuss vorgelegt. Konkrete Ausführungsbestimmungen lägen den Unternehmen bislang aber nicht vor, so dass eine mögliche Änderung nur verzögert in Kraft treten werde. Die Wahrscheinlichkeit inhaltlicher Zugeständnisse an die Unternehmen sei sehr hoch.
Als Bewertungskriterium für Versicherungsunternehmen werde dem Einsatz des Internet eine immer größere Bedeutung zukommen. Zu den Ertragsbringern zähle in erster Linie – anders als in den Vereinigten Staaten – nicht der Verkauf von Versicherungsprodukten über das Netz. Diese Vertriebsform besitze mit einem Prämienvolumen von 2,3 bis 2,5 Mrd. in 1999 gemessen am Gesamtmarkt (120,9 Mrd.) eine untergeordnete Bedeutung. Die Analysten von der Vereins- und Westbank gehen davon aus, dass nur wenige Versicherungen Online vertrieben werden könnten, z.B. die Auslandskrankenreiseversicherung und die KfZ-Versicherung bei 1-Auto-Haushalten.
Die Bedeutung des Internet für deutsche Versicherungskonzerne liege eher in der Ausweitung und Verbesserung der Servicequalität für die Kunden. Servicequalität berühre beispielsweise die schnelle Schadensabwicklung und die prompte Erreichbarkeit der Versicherungsvertreter. Bei den in Deutschland aktiv im Internet vertretenen Gesellschaften sei eine drastische Zunahme der Kontaktaufnahmen seitens der Verbraucher zu ihren Vertriebspartnern festzustellen, was neben der verstärkten Kundenbindung zu einer gesteigerten Abschlusshäufigkeit führen könne.
In der deutschen Versicherungslandschaft sieht das Researchteam der Vereins- und Westbank die ERGO in dieser Hinsicht am besten positioniert. Von ca. 4000 Vertretern der Victoria-Vertriebsorganisation seien mehr als 1900 direkt über das Internet für ihre Kunden erreichbar. Darüber hinaus könne man bei ERGO Transport-, Auslandsreisekranken- und Rentenversicherungen direkt über das Netz abschließen. Große Pluspunkte sammele das Unternehmen in Bezug auf das Versicherungsportfolio. Die Konzentration auf margenstarke Geschäftsbereiche (Lebens- und Krankenversicherung) führe zu einem gesunden Ertragswachstum. Für die Prämieneinnahmen im Bereich Leben in den nächsten 10 Jahren gehen die Analysten von einem jährlichen Wachstum von 6,5 % aus. Sie rechnen mit einem Ergebnis je Aktie von 4,57 Euro für das laufende Geschäftsjahr und von 4,88 Euro für das folgende Geschäftsjahr, im Jahr 2001 von 5,46 Euro.
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