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Analysen - DAX 100
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08.05.2017
Endlos Turbo Long 79,462 Open End auf Wacker Chemie: Korrektur der Aktie beendet? - Optionsscheineanalyse
DZ BANK
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www.optionsscheinecheck.de
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Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Das DZ BANK-Derivate-Team stellt als Alternative zum Direktinvestment in die Aktie von Wacker Chemie (ISIN DE000WCH8881/ WKN WCH888) einen Endlos Turbo Long 79,462 Open End (ISIN DE000DGJ9F51/ WKN DGJ9F5) mit dem Basiswert Wacker Chemie vor.
Wo spiele die Musik, für welche Basiswerte würden sich Anleger interessieren? Antwort auf diese Frage gebe die monatliche Betrachtung der am häufigsten aufgerufenen Produkte und Basiswerte auf dzbank-derivate.de.
Gut zwei Jahre habe es gedauert, eher der DAX am 24. April 2017 endlich ein neues Allzeithoch erklommen habe und über den bisherigen Rekordstand vom April 2015 bei 12.391 Punkten ausgebrochen sei. Seither hangele sich der deutsche Leitindex von einem Allzeithoch zum nächsten. Insbesondere institutionelle Investoren, die im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Frankreich ihre Positionen sicherheitshalber glattgestellt hätten, seien nach dem Erfolg des proeuropäischen Emmanuel Macron wieder eingestiegen und hätten für verstärktes Kaufinteresse gesorgt.
Bei den am häufigsten aufgerufenen Produkten auf dzbank-derivate.de habe sich im April indes wenig Veränderung gegenüber den Vormonaten gezeigt. Erneut hätten Endlos Turbo Puts auf den DAX ganz oben in der Liste gestanden. Zwar sei die Zahl der Aufrufe gegenüber März zurückgegangen, allerdings müssten hierbei die Feier- und Ferientage im April berücksichtigt werden. Am deutlich höheren Interesse an Endlos Turbo Puts auf den DAX gegenüber Endlos Turbo Calls auf den deutschen Leitindex habe sich jedoch auch im April wenig geändert.
Aus sentimenttechnischer Sicht sei die anhaltende Skepsis, auf die die Analysten aus dem erhöhten Interesse an Endlos Turbo Puts schließen würden, ein durchaus positives Signal. Denn Anleger, die skeptisch seien, seien oftmals nicht voll investiert und würden möglicherweise auf Rücksetzer für einen Einstieg warten. Dagegen könne bei einer positiven Stimmung und einer allgemein vorherrschenden Erwartung steigender Kurse davon ausgegangen werden, dass Anleger zum größten Teil investiert seien. Nicht ohne Grund habe daher auch eine gängige Redewendung an der Börse "Die Hausse stirbt in der Euphorie" gelautet. Für eine Euphorie gebe es derzeit aber noch nicht genug Anzeichen.
In der Gruppe der am häufigsten aufgerufenen Basiswerte habe es bei den Top 5 im April nur einen Platztausch zwischen Daimler und Deutsche Bank gegeben, die neben dem DAX, Brent und BASF stark im Fokus der Anleger gestanden hätten. Mit Blick auf die verschiedenen Sektoren seien besonders häufig Basiswerte aus der Kraftfahrzeugindustrie, dem Finanzsektor und dem Chemie-/Pharmasektor aufgerufen worden.
Einer der Basiswerte aus dem Chemiesektor sei die Aktie von Wacker Chemie gewesen. Das Unternehmen produziere und vertreibe mit seinen Geschäftsbereichen Silicones, Polysilicon, Polymers und Biosolutions chemisch-technische Erzeugnisse für Kunden aus der Bauwirtschaft, Halbleiterindustrie, Solarindustrie und Life-Science- sowie Nahrungsmittelindustrie. Im ersten Quartal 2017 habe Wacker Chemie Umsatz und operatives Ergebnis im Vergleich zu den nach der Entkonsolidierung von Siltronic angepassten Werten des Vorjahreszeitraums gesteigert. Während der Umsatz um 7,6% auf 1,2 Mrd. Euro zugelegt habe (Q1/2016: 1,1 Mrd. Euro), habe sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 11,7% auf 229,3 Mio. Euro erhöht (Q1/2016: 205,3 Mio. Euro). Die EBITDA-Marge habe sich von 18,1% auf 18,8% verbessert.
Aufgrund der Reduzierung der Anteile an der Siltronic AG habe der Vorstand die Prognosen für 2017 angepasst. Beim Konzernumsatz werde weiterhin ein Anstieg um einen mittleren einstelligen Prozentsatz erwartet (2016: 4,6 Mrd. Euro), die EBITDA-Marge werde aufgrund niedrigerer Produktpreise und steigender Rohstoffpreise etwas unter dem Vorjahreswert erwartet (2016: 20,6%). Beim EBITDA rechne der Vorstand auf vergleichbarer Basis ohne Sondererträge mit einem Rückgang um einen mittleren einstelligen Prozentwert gegenüber dem Vorjahr (2016: 935,2 Mio. Euro). Der Netto-Cashflow werde zwar deutlich unter dem Vorjahreswert (2016: 361,1 Mio. Euro), aber dennoch deutlich im positiven Bereich erwartet.
Positiv sehen die Analysten der DZ BANK die starke Nachfrage nach Siliconen und die steigenden Absatzmengen bei Polymerprodukten. Für den Bereich Silicones rechne der Vorstand angesichts der sehr guten Auftragslage mit höheren Umsätzen und Ergebnissen als zuletzt. Ein Risiko für die Geschäftsentwicklung des Konzerns stelle nach Erachten der Analysten das derzeit schwierige Marktumfeld im Polysiliziumgeschäft dar, wo die Preise für Solarsilizium in den letzten Wochen deutlich gesunken seien.
Bei der Aktie von Wacker Chemie habe man nach einer gut zweieinhalbjährigen Aufwärtsbewegung zwischen März und Mai 2015 die Ausbildung eines Doppel-Tops bei 117,80/116,50 Euro gesehen. Der Vollendung der oberen Trendwendeformation sei eine Abwärtsbewegung bis 58,20 Euro gefolgt. Von diesem Niveau aus habe man ab Februar 2016 wieder steigende Kursnotierungen gesehen, die die Aktie zunächst bis an den Widerstandsbereich um 87,00 Euro geführt hätten. Nach einer Korrektur auf 70,63 Euro habe man ab September 2016 wieder steigende Notierungen gesehen. Im Dezember 2016 sei die Aktie über 87,00 Euro ausgebrochen und auf 115,20 Euro gestiegen. Ein Ausbruch über die Hochs von 2015 sei der Aktie jedoch nicht gelungen. Stattdessen sei es erneut zu einer Korrektur gekommen.
Letzte Woche habe die Aktie kurzzeitig ein Tief bei 93,91 Euro markiert und habe seither wieder zulegen können. Nach Einschätzung der Analyten habe die Aktie im Bereich um 95,00 Euro eine Unterstützung gebildet. Zudem habe sich das bei 92,92 Euro verlaufende 50%-Retracement der vorherigen Aufwärtsbewegung bislang als Unterstützung bewährt. Solange die Aktie nicht nachhaltig unter 92,92 Euro zurückfalle, könne nach Einschätzung der Analysten mit einem erneuten Test des Hochs bei 115,20 Euro gerechnet werden. Sollte die Aktie das 50%-Retracement signifikant unterschreiten, seien dagegen weitere Abgaben in Richtung 87,66 bzw. 87,00 Euro zu erwarten. Stopps für Long-Positionen bieten sich daher etwas unterhalb von 92,92 Euro bzw. knapp unter der 200-Tage-Linie an (aktuell 91,85 Euro), so die Analysten der DZ BANK.
Mit einem Hebelzertifikat könnten Anleger überproportional an der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswertes partizipieren. So vollziehe z.B. der Endlos Turbo Long auf Wacker Chemie die positive, aber auch die negative Kursentwicklung der Aktie gehebelt nach. Werde jedoch die Knock-out-Schwelle (aktuell bei 79,447 Euro) berührt, verfalle das Zertifikat wertlos. (Ausgabe vom 05.05.2017) (08.05.2017/oc/a/d) Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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