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Analysen - DAX 100
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01.06.2017
Inline-Optionsschein auf Daimler: Die Stuttgarter geraten in den Abgas-Strudel - Optionsscheineanalyse
ZertifikateJournal
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www.optionsscheinecheck.de
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Schwarzach am Main (www.optionsscheinecheck.de) - Die Experten vom "ZertifikateJournal" stellen in ihrer aktuellen Ausgabe einen Inline-Optionsschein (ISIN DE000SC2SS41/ WKN SC2SS4) von Société Générale auf die Aktie von Daimler (ISIN DE0007100000/ WKN 710000) als "Pick of the Week" vor.
Die Ereignisse rund um den Abgasskandal bei Volkswagen würden vielen Anlegern sicherlich noch in den Knochen stecken. Als das Management der Wolfsburger im Herbst 2015 habe einräumen müssen, Millionen von Diesel-Katalysatoren mittels einer verbotenen Software manipuliert zu haben, sei es zu einem heftigen Kurseinbruch der Aktie gekommen. Das Unternehmen sei in eine tiefe Krise gestürzt. Bis heute sei nicht absehbar, wie hoch der finanzielle Schaden am Ende sein werde.
Nun rücke auch Konkurrent Daimler ins Visier. Ein Großaufgebot an Ermittlern habe Werke des Stuttgarter Autobauers wegen des Verdachts auf Abgas-Manipulationen bei Diesel-Fahrzeugen durchsucht. Im Rahmen der Ermittlungen seien 23 Staatsanwälte und 230 Polizisten im Einsatz gewesen, hätten die Stuttgarter Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt BadenWürttemberg mitgeteilt.
Insgesamt seien elf Objekte in vier Bundesländern in Augenschein genommen worden. Gesucht worden seien "beweiserhebliche" Unterlagen und Datenträger. Daimler habe mitgeteilt, man kooperiere "vollumfänglich" mit den Behörden. Weitere Angaben habe der Konzern mit Blick auf das laufende Verfahren nicht machen wollen. Bereits im März seien die Ermittlungen bekannt geworden. Sie würden sich gegen "bekannte und unbekannte Mitarbeiter der Daimler AG wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung im Zusammenhang mit möglicher Manipulation der Abgasnachbehandlung bei Diesel Pkw" richten.
Die Stuttgarter würden betonen, sich bei der Abgasnachbereitung in Dieselfahrzeugen an geltendes Recht zu halten. Streitpunkt sei ein so genanntes Thermofenster, das in bestimmten Temperaturbereichen die Abgasnachbereitung herunterregle. Nach Argumentation der Hersteller werde das genutzt, um Bauteile im Motor zu schützen. Daimler habe sich wie andere Hersteller auch mit dem Kraftfahrtbundesamt darauf geeinigt, 247.000 Fahrzeuge "freiwillig" zurückzurufen, um die Technik anzupassen.
Neben der Stuttgarter Staatsanwaltschaft beschäftige sich auch die US-Justiz mit der Thematik. Daimler müsse sich in den USA mit mehreren Abgas-Sammelklagen befassen. Die Kanzlei Hagens Berman vertrete Autobesitzer aus zahlreichen Bundesstaaten, die dem Konzern vor allem irreführende Werbung und einen zu hohen Stickoxidausstoß bei zahlreichen Dieselmodellen vorwerfen würden. Der Konzern weise die Anschuldigungen zwar zurück. Doch Anleger würden fürchten, dass auf Daimler Milliardenschwere Zahlungen zukommen könnten - und würden die Aktie meiden. Während der Gesamtmarkt seit Monaten von Rekord zu Rekord eile, würden die Papiere zu den Underperformern gehören. Da an der Börse die Sorgen überwiegen würden, seien wohl auf absehbare Zeit keine großen Kurssprünge der Aktie zu erwarten.
Anleger können aus der Situation mit einem Inline-Optionsschein Kapital schlagen, so die Experten vom "ZertifikateJournal". Das Papier von Société Générale generiere einen Maximalertrag von 16,1 Prozent, wenn die Daimler-Aktie bis September 2017 stets zwischen 50 und 72 Euro notiere. Da es zu einem Totalverlust komme, wenn eine der beiden Marken berührt werde, bleibe ein Einstieg spekulativen Anleger vorbehalten. Zudem sollte nur wenig Kapital eingesetzt werden. (Ausgabe 21/2017) (01.06.2017/oc/a/d) Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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