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Analysen - DAX 100
17.08.2017
WAVE XXL-Optionsscheine auf Deutsche Post: Eine fast schon herzerwärmende Geschichte - Optionsscheineanalyse
X-markets by Deutsche Bank

www.optionsscheinecheck.de

Frankfurt (www.optionsscheinecheck.de) - Der Experte von X-markets by Deutsche Bank, Nicolai Tietze, stellt einen WAVE XXL-Call-Optionsschein (ISIN DE000DL9J6U2/ WKN DL9J6U) sowie einen WAVE-XXL-Put-Optionsschein (ISIN DE000DM3VGL4/ WKN DM3VGL) der Deutschen Bank auf die Deutsche Post-Aktie (ISIN DE0005552004/ WKN 555200) vor.

Die Deutsche Post habe Anleger zuletzt überzeugen können, nicht nur als Paket- und Briefzusteller, sondern auch als Autohersteller. Die Aktie sei auf einen neuen Rekordstand geklettert. Es bleibe jedoch die Frage, ob der Bonner DAX-Konzern langfristig im Autosektor mithalten könne. Zudem könnte für die Deutsche-Post-Aktie nach einer ausgedehnten Kursrally die Zeit für eine Korrektur gekommen sein.

Wer hätte vor Jahren noch gedacht, dass die Deutsche Post ganz groß in das Automobilgeschäft einsteigen würde. Der Megatrend Elektromobilität und die jüngsten Diesel-Skandale hätten die Spielregeln geändert. Es sei fast schon eine herzerwärmende Geschichte: Als die Deutsche Post bei den großen Automobilkonzernen angefragt habe, um gemeinsam einen rein elektrisch fahrenden Transporter zu bauen, hätten diese abgewunken. Also habe man den StreetScooter selbst entwickeln und in Eigenregie produzieren können.

Der ehemalige Staatskonzern vergrößere seine emissionslose Flotte von Lieferfahrzeugen immer weiter. Bis 2050 sollten Pakete und Briefe sogar völlig emissionsfrei an den Mann gebracht werden. Inzwischen müsse nicht nur der Eigenbedarf an kleinen E-Transportern gedeckt werden. Die Diskussionen um mögliche Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in deutschen Innenstädten würden der Deutschen Post neue Kunden aus dem Handwerk oder den Kommunen bescheren.

Die Deutsche Post mache derzeit jedoch nicht nur eine gute Figur als Autohersteller. Das eigentliche Kerngeschäft sei zuletzt rund gelaufen. Dazu trage dank des boomenden Online-Handels insbesondere das Paketgeschäft bei. Das Wachstum sei im zweiten Quartal vor allem aus dem europäischen Paketgeschäft gekommen. Dort habe das Umsatzplus laut Konzernangaben vom 8. August bei 61,5 Prozent gelegen. Wachstumstreiber sei in erster Linie die Übernahme von UK Mail gewesen. Konzernweit hätten die Umsatzerlöse im Juni-Quartal bei 14,8 Mrd. Euro gelegen - ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (EBIT) sei um 11,8 Prozent auf 841 Mio. Euro gestiegen.

Dank der starken operativen Performance habe die Deutsche Post das beste zweite Quartal der Unternehmensgeschichte hingelegt. Und dies nachdem zu Jahresbeginn 2017 bereits das beste erste Quartal der Unternehmensgeschichte gefeiert worden sei. Zudem sei das 2017er Jahresziel mit einem Anstieg des Konzern-EBIT auf rund 3,75 Mrd. Euro vonseiten des Managements bestätigt worden. Genauso wie das Ziel, den operativen Gewinn im Zeitraum 2013 bis 2020 um durchschnittlich mehr als 8 Prozent pro Jahr zu steigern. Somit sei es wohl kein Wunder, dass die Aktie der Deutschen Post nach Bekanntgabe der neuesten Zahlen auf ein neues Rekordhoch geklettert sei.

Für die Deutsche-Post-Aktie gehe es seit mehr als einem Jahr fast ununterbrochen nach oben. So langsam könnte die Zeit für eine Korrektur gekommen sein. Allein schon wegen möglicher Gewinnmitnahmen nach dem zuletzt erreichten Rekordhoch. Außerdem habe sich das Gesamtmarktumfeld jüngst ziemlich schwach gestaltet (siehe Nordkorea-Krise). Darüber hinaus garantiere der Ausflug in den Automobilsektor nicht auf Dauer Erfolge. Um langfristig mithalten zu können, seien hohe Investitionen vonnöten, während insbesondere die innovativen deutschen Konkurrenten Rückstände in der Entwicklung von kleinen und möglicherweise irgendwann auch größeren E-Transportern schnell aufholen könnten.

Spekulative Anleger, die steigende Kurse der Deutsche-Post-Aktie erwarten würden, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liege derzeit bei 4,13, die Knock-Out-Schwelle bei 27,95 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert sei, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (aktueller Hebel 5,30; Knock-Out-Schwelle bei 39,55 Euro) auf fallende Kurse der Deutsche-Post-Aktie setzen. (Stand vom 15.08.2017) (17.08.2017/oc/a/d)



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