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Analysen - Ausland
17.03.2003
JoWood auf der Kippe
Bluebull

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Wie die Experten von "Bluebull" in ihrem Börsenbrief "BLUeu" berichten, steht JoWood (WKN 935221) auf der Kippe zwischen Turnaround- und Pleitekandidat.

Das Ergebnis 2002 sei von Restrukturierungen deutlich belastet worden. Im vierten Quartal habe allerdings wieder ein positives EBIT ausgewiesen werden können. Der operative Turnaround werde in 2003 gesehen. In 2004 solle wieder ein positives Ergebnis je Aktie erzielt werden.

Die Gesellschaft habe das Ziel, international konkurrenzfähige Unterhaltungssoftware auf höchstem Niveau zu entwickeln und zu publishen. Das Unternehmen habe bereits einen Brand für hochqualitative Games mit Massenmarkt-Potential aufbauen können. Der Schwerpunkt liege bis jetzt auf dem westeuropäischen Markt, zu den strategischen Zielen zähle daher die Verstärkung der Marketingaktivitäten in den USA und Fernost.

Das strategische Hauptziel der Gesellschaft sei aber, sich mittelfristig zu einem der wichtigsten Publisher von elektronischen Spielen im deutschsprachigen Raum zu entwickeln.

Das Jahr 2002 sei für die Gesellschaft katastrophal gewesen. So seien nach einer schwach gezeichneten Kapitalerhöhung im Sommer im Herbst wirtschaftliche Probleme gekommen. Im Zuge eines stillen Ausgleichs hätten Banken dem Unternehmen Verbindlichkeiten in Höhe von 8,95 Millionen Euro erlassen. Zudem seien Sanierungsmaßnahmen im zweistelligen Millionen Euro Bereich erreicht worden. Parallel dazu seien rund 50% der Mitarbeiter abgebaut und die Aufbau- und Ablauforganisation geändert worden. Zudem werde man die 11 Standorte auf 2 konzentrieren. Die direkten Kosten für die Restrukturierung seien für 2002 mit rund 30 Millionen Euro angegeben worden.

Der Umsatz habe sich in 2002 um 4,4% auf 43,5 Millionen Euro erhöht. Der Vorsteuerverlust habe bei 44,4 Millionen Euro gelegen. Das Konzerergebnis nach Minderheitenanteilen habe schließlich bei -28,6 Millionen Euro gelegen. Das für 2002 ausgewiesene Eigenkapital liege bei 13,94 Millionen Euro. Im vierten Quartal habe ein Betriebsergebnis von 96.000 Euro ausgewiesen werden können. Das Konzernergebnis des vierten Quartals sei mit 1,8 Millionen Euro ausgewiesen worden.

Das Unternehmen habe durch die Verhandlungen mit den Hausbanken und den Schuldennachlässen sowie der Zins- und Tilgungsstützung eine recht gute Überlebenschance. Allerdings hätten die Banken keine neuen Mittel bereitgestellt. Nach der Kapitalerhöhung gegen Jahresbeginn erscheine auch hier in bälde kein weiterer Schritt möglich. Das Unternehmen lebe daher zur Zeit aus dem Cash-Flow, der auch noch zur Schuldentilgung verwendet werden müsse.

Daher habe die Gesellschaft auch ihre Vertriebsstrategie verändert. So sollten nun Entwicklungspatenschaften, Lizenzvertrieb und Royality Agreements für geringere Vertriebskosten sorgen.

Das nun laufende Jahr 2003 sei für JoWood sehr schwer abzuschätzen. Zudem fehle ein detaillierter Ausblick des Vorstandes. In diesem Jahr sollten zumindest 14 neue gelauncht werden. Der Verlauf der Restrukturierung hänge nun maßgeblich von dem Erfolg dieser Spiele ab.

Die Experten von "Bluebull" rechnen mit einem leicht rückläufigen Umsatz, aber einem Turnaround auf EBIT-Basis. Zudem werde auch das Ergebnis im Geschäftsjahr 2003 von Restrukturierungen belastet sein. Dafür seien allerdings Rückstellungen getroffen worden. Für 2004 könne sich sogar wieder ein Gewinn ausgehen.

Nach Ansicht der Wertpapierexperten von "Bluebull" steht die JoWood auf der Kippe zwischen Turnaround- und Pleitekandidat.



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