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Analysen - Nyse
12.06.2025
Oracle Aktie im Analystencheck: 25% Kurspotenzial trotz Gewinnrückgang?
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Bad Marienberg (www.aktiencheck.de)

Oracle-Aktie im Fokus: Zwischen Cloud-Turbo und Margendruck - Wie viel Potenzial steckt noch im Software-Giganten?


Oracle Corp. (ISIN: US68389X1054, WKN: 871460, Ticker-Symbol: ORC, NYSE-Symbol: ORCL), der altehrwürdige Riese der Unternehmenssoftware, steht nach Vorlage seiner aktuellen Quartalszahlen einmal mehr im Zentrum der Aufmerksamkeit von Investoren, Analysten und Marktbeobachtern.

Der Kurs der Oracle-Aktie schloss am Mittwoch, den 11. Juni, bei 176,38 USD mit einem leichten Rückgang von -0,62% - doch die wahren Spannungen und Chancen dieser Aktie liegen unter der Oberfläche. Denn gleich mehrere Analystenhäuser haben in den letzten Tagen ihre Einschätzungen aktualisiert - und es zeigt sich ein Bild voller Ambivalenz: Chancenreicher Cloud-Aufstieg versus schwächelnde Margenbasis.

Wachstumsimpulse: Cloud, Lizenzen, Auftragsbestand


Die jüngsten Kurszielanhebungen der Schwergewichte UBS und Jefferies auf 225 USD bzw. 220 USD unterstreichen, dass Oracle trotz durchwachsener operativer Kennzahlen eine neue Wachstumsdynamik entfaltet.

UBS-Analyst Karl Keirstead sieht vor allem drei positive Kernelemente:

• Wachstumsbeschleunigung insgesamt
• Starker Lizenzumsatz
• Angehobener Ausblick für das Geschäftsjahr 2026

Diese positiven Entwicklungen seien ein starkes Signal an die Märkte. Keirstead betont: "Der Bewertungsaufschlag zur Branche ist gerechtfertigt" - auch wenn Oracle beim operativen Gewinn und beim EPS die Ziele leicht verfehlt hat. Die Reaktion der Aktie nachbörslich sei aber ein Indikator dafür, dass Anleger derzeit bereit sind, die strukturelle Story über kurzfristige Enttäuschungen zu stellen.

Auch Jefferies-Analyst Brent Thill argumentiert ähnlich: Der gestiegene Auftragsbestand deute auf ein "Cloud-Potenzial" hin, das Oracle im Geschäftsjahr 2026 möglicherweise heben kann. Und dieses Potenzial sei im Aktienkurs noch nicht vollständig eingepreist - "die Bewertung hat noch Luft nach oben".

Margen unter Druck: Das Schattenbild


Doch die Euphorie hat Schattenseiten. Beide Analysten weisen in ihren Einschätzungen auf ein zentrales Problem hin: Oracle konnte die operativen Margenziele und das EPS nicht erreichen. Gerade angesichts der Investitionen in die Cloud-Infrastruktur (z. B. Rechenzentren für AI-Workloads) geraten die Gewinnspannen unter Druck - ein Szenario, das den bisherigen Wachstumskurs trüben könnte.

Karl Keirstead warnt daher: "Der verhaltene Margenausblick könnte unterboten werden". Das impliziert, dass Oracle sich mit einem anhaltenden Spannungsfeld zwischen Wachstum und Profitabilität konfrontiert sieht - eine Herausforderung, die in einem Hochzinsumfeld besonders relevant ist.

Aktuelle Analystenstimmen - das Meinungsbild an der Wall Street


Ein Blick auf die jüngsten Empfehlungen zeigt ein gemischtes, aber überwiegend positives Bild.

AnalystFirmaKurszielRatingUpside/DownsideEntwicklungDatum
Rishi JaluriaRBC Capital145 USDhold-17,79% DownsideUnverändert11.06.2025
Patrick WalravensCitizens JMP205 USDbuy16,23% UpsideUnverändert11.06.2025
Derrick WoodTD Cowen-buy-Unverändert11.06.2025
Mark MurphyJ.P. Morgan135 USDhold-23,46% DownsideUnverändert10.06.2025
Tyler RadkeCiti160 → 186 USDhold5,45% UpsideUnverändert09.06.2025
Thomas BlakeyCantor Fitzgerald175 USDbuy-0,78% DownsideUnverändert09.06.2025
Keith BachmanBMO Capital175 → 200 USDhold13,39% UpsideUnverändert09.06.2025
Keith WeissMorgan Stanley160 → 175 USDhold-0,78% DownsideUnverändert09.06.2025
Brad ZelnickDeutsche Bank200 USDbuy13,39% UpsideUnverändert09.06.2025
Stefan SlowinskiExane BNP Paribas165 → 190 USDbuy7,72% UpsideUnverändert06.06.2025
Brian WhiteMonness-hold-Unverändert06.06.2025


Kernaussagen der Analysten:

• Kauf-Empfehlungen dominieren, insbesondere bei Kurszielen zwischen 190 und 205 USD.
• Analysten wie Walravens, Zelnick und Slowinski sehen trotz Rückschlägen beim Gewinn deutliche Aufwärtspotenziale.
• Die vorsichtigeren Stimmen (Murphy, Jaluria) fokussieren sich stärker auf Margendruck und EPS-Verfehlungen.

Chancen für Anleger - was spricht für Oracle?


1. Cloud-Transformation schreitet voran: Oracle profitiert von steigenden Cloud-Aufträgen, insbesondere durch KI-Anwendungen in der Unternehmenswelt. Die Hybrid-Cloud-Strategie wirkt zunehmend belastbar.
2. Wachstum bei Lizenzerlösen: Ein bislang unterschätzter Umsatztreiber. Starke Lizenzverkäufe zeigen die anhaltende Nachfrage nach klassischen Oracle-Produkten.
3. Angehobener Ausblick: Die Prognoseanhebung für FY2026 belegt, dass Oracle sich seiner eigenen Story sicher ist.
4. Positive Analystenresonanz: Die überwiegende Mehrheit hält ein weiteres Kurswachstum für realistisch.

Risiken - wo liegt der Bremsklotz?


1. Margenschwäche: Die Investitionen in Infrastruktur und Cloud-Dienste drücken auf die operative Rentabilität.
2. Verfehlte EPS-Ziele: Im aktuellen Zinsumfeld ist Gewinnwachstum besonders entscheidend - Oracle enttäuscht hier leicht.
3. Konkurrenzdruck: Microsoft, AWS und Google Cloud schlafen nicht. Oracle muss beweisen, dass es dauerhaft im oberen Segment mitspielen kann.
4. Hohes Bewertungsniveau: Mit einem Kurs von 176,38 USD ist bereits ein Teil der Wachstumsfantasie eingepreist. Der Raum für Enttäuschungen ist damit begrenzt.

Fazit: Oracle - Wagnis oder Wachstumsperle?


Die Oracle-Aktie steht an einem spannenden Scheideweg: Auf der einen Seite bietet das Unternehmen eine fesselnde Wachstumsstory mit Cloud, KI und Lizenzerlösen. Auf der anderen Seite steht der strukturelle Druck auf die Margen. Analysten wie UBS und Jefferies trauen Oracle dennoch mehr zu - ihr neues Kursziel liegt rund 25 % über dem aktuellen Niveau.

Für wachstumsorientierte Anleger mit Risikobereitschaft bleibt Oracle eine attraktive Option, insbesondere wenn das Unternehmen im kommenden Quartal seine Margen besser verteidigen kann. Die nächsten Wochen dürften spannend werden - der Markt wird Oracle an seinen Taten messen.


Autor: Redaktion, aktiencheck.de
Veröffentlicht am: 12. Juni 2025




Disclaimer:

Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien unterliegen Risiken, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für etwaige Entscheidungen auf Basis dieses Artikels.
(12.06.2025/ac/a/n)



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