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Analysen - Nebenwerte
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10.02.2026
Salzgitter Aktie: +2% Kurssprung nach starken Vorabzahlen 2025
aktiencheck.de
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Bad Marienberg (www.aktiencheck.de) - Salzgitter-Aktie: Nach Zahlen-Jubel – Kurssprung trotz EBT-Minus Die Aktie der Salzgitter AG springt heute um +2.05% auf 52,20 EUR – und das, obwohl das Vorsteuerergebnis für 2025 negativ ausgefallen ist. Doch der Jubel am Markt hat seine Gründe: Die vorläufigen Geschäftszahlen zeigen Widerstandskraft, während der Ausblick für 2026 neue Hoffnung macht.
Vorläufige Zahlen 2025: Verlust, aber besser als erwartet Mit einem Außenumsatz von 9,0 Mrd. EUR blieb der Konzern im Geschäftsjahr 2025 unter dem Vorjahresniveau (10,0 Mrd. EUR), doch das operative Ergebnis überraschte positiv: Das EBITDA belief sich auf 376 Mio. EUR (2024: 445 Mio. EUR). Das Vorsteuerergebnis (EBT) lag bei -28 Mio. EUR und damit deutlich über dem Vorjahresverlust von -296 Mio. EUR.
Ein wesentlicher Treiber des verbesserten Ergebnisses war der Beitrag der at-equity einbezogenen Beteiligung an der Aurubis AG in Höhe von 180 Mio. EUR (2024: 184 Mio. EUR). Vor allem im vierten Quartal wirkte sich die hohe Volatilität bei den Metallpreisen positiv auf Bewertungsgewinne aus. Gegenläufig belasteten allerdings -30 Mio. EUR aus Bewertungseffekten der Umtauschanleihe mit Tauschrecht in Aurubis-Aktien.
EBITDA VX & EBT VX: Neue Steuerungskennzahlen für mehr Transparenz Ab 2026 führt Salzgitter mit EBITDA VX und EBT VX neue, bereinigte Kennzahlen ein, die künftig verzerrende Effekte aus der Umtauschanleihe herausrechnen. Das Ziel: Mehr Transparenz für Analysten und Investoren. Damit zieht der Stahlkonzern Konsequenzen aus der starken Schwankung der Bewertung der im Oktober 2025 platzierten Umtauschanleihe.
Auch der ROCE VX (Return on Capital Employed) soll künftig die Effekte der Anleihe ausblenden. Dieser neue Maßstab gibt Investoren ein realistischeres Bild der operativen Kapitalverzinsung.
Ausblick 2026: Vorsichtiger Optimismus mit klaren Zielen Für 2026 rechnet der Salzgitter-Konzern mit einem Umsatz von rund 9,5 Mrd. EUR. Beim EBITDA VX erwartet das Management 500 bis 600 Mio. EUR, beim EBT VX eine Spanne zwischen 75 und 175 Mio. EUR. Damit soll eine leicht über dem Vorjahr liegende Kapitalrendite (ROCE VX) erreicht werden.
Der Ausblick ist bewusst vorsichtig formuliert. Denn trotz angekündigter Infrastrukturprogramme bleibt die wirtschaftliche Lage in Deutschland angespannt. Wachstumsimpulse könnten aus Brüssel kommen: Die Handelsschutzmaßnahmen der EU gegenüber Billigimporten bieten Rückenwind für die Stahlbranche.
Hüttenwerke Krupp Mannesmann: Auswirkungen noch nicht eingepreist Am 6. Februar 2026 wurde bekannt, dass Salzgitter künftig die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) allein weiterführen wird. Die Auswirkungen dieser Maßnahme auf das Geschäftsjahr 2026 wurden in die heutige Prognose allerdings noch nicht einbezogen.
Hier schlummert Potenzial – aber auch Risiko. Denn die vollständige Verantwortung für HKM bedeutet strategische Chancen bei der Vertikalisierung, birgt aber auch finanzielle Belastungen durch mögliche Investitionen oder Restrukturierungen.
Aktienkurs reagiert positiv: Anleger wittern Trendwende Trotz des leicht negativen EBT für 2025 legte die Salzgitter-Aktie heute kräftig zu. Das Plus von 2.05% spiegelt die positive Marktstimmung angesichts des soliden operativen Ergebnisses und der klaren Guidance für 2026 wider.
Offenbar honorieren Investoren die neue Berechnungssystematik und sehen darin ein Bekenntnis zur Transparenz. Auch der deutlich verringerte Vorsteuerverlust zeigt, dass der Konzern aus der Krise herausfindet.
Chancen: Bewertung, Aurubis-Beteiligung & EU-Schutzmaßnahmen1. Günstige Bewertung: Mit einem Kurs von 52,20 EUR und einem erwarteten EBITDA VX von bis zu 600 Mio. EUR bleibt das Bewertungsniveau im Branchenvergleich attraktiv. Anleger könnten verstärkt einsteigen, sollte sich der wirtschaftliche Ausblick weiter aufhellen.
2. Aurubis-Beteiligung: Die Beteiligung an Aurubis bleibt ein Ertragspfeiler – auch bei hoher Volatilität. Selbst wenn der Beitrag 2026 etwas niedriger ausfallen sollte, liefert er stabile Cashflows und bilanziellen Rückhalt.
3. EU-Handelsschutz: Der angekündigte Schutz vor chinesischen Billigimporten könnte sich 2026 operativ auszahlen. Für Salzgitter als integrierten Produzenten mit deutschem Produktionsstandort ist das ein strategischer Vorteil.
Risiken: Konjunktur, HKM & Umtauschanleihe1. Schwache Industriekonjunktur: Die Investitionszurückhaltung der Kundenbranchen wie Maschinenbau und Automotive bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Sollte das Umfeld sich nicht verbessern, könnte der positive Ausblick Makulatur werden.
2. Integration von HKM: Die alleinige Verantwortung für die Hüttenwerke Krupp Mannesmann birgt hohe Investitionsrisiken. Unklar ist, ob sich daraus ein wirtschaftlicher Vorteil oder eine Belastung ergibt.
3. Umtauschanleihe: Zwar werden die Schwankungen künftig bilanziell bereinigt, realwirtschaftlich bleibt das Produkt jedoch volatil. Unerwartete Entwicklungen könnten erneut das Vertrauen belasten.
Fazit: Salzgitter zeigt neue Stabilität – aber noch kein Selbstläufer Die heutigen Zahlen zeigen: Salzgitter hat seine Hausaufgaben gemacht. Der Konzern navigiert sicher durch ein raues Marktumfeld und setzt neue Maßstäbe bei der Berichterstattung. Die Aktie springt zu Recht an – doch für einen nachhaltigen Aufwärtstrend müssen sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen weiter verbessern.
Wer langfristig auf den Stahlmarkt setzen will und zyklische Schwankungen aushält, findet in der Salzgitter-Aktie aktuell eine spannende Turnaround-Story mit Bonus aus Aurubis.
Aber Achtung: Das nächste Kapitel könnte auch turbulent werden – je nachdem, wie sich HKM entwickelt und wie robust die europäische Industrie wirklich ist.
Und jetzt mal ehrlich: Wenn dir dieser Artikel gefallen hat, dann teile ihn doch mit deinen Freunden – auch wenn die eigentlich eher auf NFTs und vegane Hunde-Smoothies stehen. Vielleicht bringt’s ja Stahl in deren Depot!
Autor: Redaktion, aktiencheck.de Veröffentlicht am: 10. Februar 2026
Disclaimer
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien unterliegen Risiken, einschließlich des möglichen Verlusts des eingesetzten Kapitals. Die Redaktion übernimmt keine Haftung für etwaige Entscheidungen auf Basis dieses Artikels. (10.02.2026/ac/a/nw)
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