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Analysen - Ausland
11.12.2002
Royal Dutch kaufen
ING BHF-BANK

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Thomas Paschen, Analyst der ING BHF-Bank, rät die Aktie von Royal Dutch (WKN 907505) zu kaufen.

Die Royal Dutch/Shell Gruppe habe im dritten Quartal über den Markterwartungen liegende Ergebnisse vorlegen können. Angesichts eines niedrigeren Gaspreises, vor allem aber schwacher Gewinnmargen im Raffineriegeschäft habe der Ölkonzern trotz höherer Ölpreise einen Rückgang des adjustierten Nettogewinns im Vorjahresvergleich um 17% auf 2,24 Mrd. USD hinnehmen müssen. Gleichwohl habe gegenüber dem zweiten Quartal wieder ein Zuwachs erzielt werden können. Getragen worden sei die robuste Entwicklung von einem Produktionswachstum von 9% (organisch ohne Enterprise-Übernahme: +2%) sowie dem besser als erwarteten Beitrag aus dem Downstream (Raffinerie- und Vertriebsbereich).

Im Downstream habe Royal Dutch trotz verschlechterter Handelsbedingungen (schwache Margen und Nachfrage infolge der schwachen konjunkturellen Lage) im Vergleich zu anderen Ölmultis ein gutes Ergebnis abliefern können (-34% auf 527 Mio. USD, +52% gegenüber Vorquartal). Neben den durchgeführten Akquisitionen habe sich eine erhöhte Raffinerieauslastung (+7% gegenüber dem Vorquartal) bei gleichzeitig niedrigeren Wartungsaufwendungen positiv bemerkbar gemacht. Auch die zukünftige Entwicklung, sei trotz leicht steigender Margen (v.a. in Europa), in diesem konjunktursensiblen Geschäft derzeit relativ ungewiss.

Während das Gas- und Stromgeschäft (-58% auf 127 Mio. USD) konsolidierungsbedingt und als Folge niedrigerer Flüssiggas-Preise einen Ertragsrückgang ausgewiesen habe, habe die Sparte Chemie im Ergebnis deutlich zulegen können. Nach einer längeren Durststrecke hätten sich hier die laufenden Kostenverbesserungen sowie Margenverbesserungen positiv ausgewirkt. Trotz des gegenüber dem Vorjahr höheren Ölpreises (Brent +7%) sei das Ergebnis im Förderbereich (Exploration & Produktion) gefallen. Das Ergebnis sei als Folge der schwächeren Gaspreise sowie eines Einmalaufwandes (300 Mio. USD) im Zusammenhang mit der neuen britischen Ölproduktionssteuer um 5% auf 1,7 Mrd. USD zurückgegangen.

Unterstützt durch das noch vergleichsweise hohe Ölpreisniveau, allerdings belastet durch die aktuell noch schwache Weltkonjunktur, weise Royal Dutch eine relativ solide, aktuell leicht verbesserte Ertragslage auf. Man betrachte den Konzern derzeit als gut aufgestellt. Das konsequente Umsetzen von Produktivitätsverbesserungen bewerte man als positiv. Dazu ergäben sich nach Erachten der Analysten noch erhebliche Einsparpotentiale durch die letzten Akquisitionen (Equilon/Motiva und Pennzoil Quaker in den USA, Enterprise Oil in Großbritannien, RWE/DEA in Deutschland), die sogar positiv überraschen könnten. Die Integration laufe gut und die Restrukturierungen im Downstream sowie in der Chemie zahlen sich aus. Man rechne in den nächsten Quartalen wieder mit einer verbesserten Ertragssituation. Zusätzlich unterstützen sollte die Fortsetzung der Aktienrückkäufe und die hohe Dividendenrendite.

Die im Branchenvergleich attraktive Bewertung sowie die Bilanzstärke sind weitere Pluspunkte, so dass die Analysten der ING BHF-Bank die Royal Dutch-Aktie weiterhin zum Kauf empfehlen.



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