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Analysen - Ausland
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24.10.2003
Royal Dutch Kursziel 45 Euro
LRP
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Katja Blanke, Analystin der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz belässt das Rating für die Aktien von Royal Dutch (ISIN NL0000009470/ WKN 907505) bei "Marketperformer".
Gestern habe das britisch-niederländische Unternehmen seine Q3 Zahlen vorgelegt. Alles in allem seien die Daten enttäuschend gewesen. Mit einem Jahresüberschuss auf Wiederbeschaffungsbasis in Höhe von 2.595 Mio. USD hätten die Zahlen weit hinter dem Konsens von 2,9 - 3,6 Mrd. USD zurück gelegen. Obwohl die Analysten der LRP bereits sehr konservativ dem Unternehmen gegenüber eingestellt gewesen seien, seien sie sogar niedriger als ihre Schätzungen ausgefallen. Das dritte Quartal werde wieder einmal getragen von dem Bereich Exploration & Produktion (E&P) sowie von den Ölprodukten. Der E&P-Bereich habe ein Ergebniswachstum ggü. Vorjahreszeitraum von 22% auf 2.057 Mio. USD (auf Wiederbeschaffungsbasis um Einmaleffekte bereinigt) erzielen können. Dies habe vor allem an den hohen Hydrokarbonpreisen gelegen. RDS habe im dritten Quartal Ölpreise von 27,46 USD/Barrel (Q3/02: 25,13 USD/Barrel) und Gaspreise von 3,31 USD/1000scf realisieren können.
Diese hervorragende Entwicklung sei teilweise kompensiert worden durch ein geringeres Produktionswachstum. Die Ölproduktion sei ggü. Vorjahr um 3% (allein in Europa -10%) und die Gasproduktion sogar um 12,4% zurückgegangen. Dieser Punkt erscheine den Analysten der LRP besonders kritisch, da sie bereits nach dem Halbjahresbericht die Erreichnung des Produktionswachstumsziels von 3% gefährdet gesehen hätten. Nach diesen Zahlen gehe man davon aus, dass diese Benchmark verfehlt werden dürfte. Der Bereich Ölprodukte habe insgesamt ein sehr gutes Quartal verzeichnet. Mit einem Ertragsanstieg um 67% auf nun 880 Mio. USD spiegele er die stark gestiegenen Industriemargen wider.
Weniger rosig stelle sich der Sektor Gas & Elektrizität dar. In der Ergebnisreduktion um 49% auf 65 Mio. USD seien allerdings Einmaleffekte ( 239 Mio. USD Impairment auf InterGen und auf ein südamerikanisches JV) enthalten. Diesen Negativeffekten stehe eine ausgezeichnete Performance im LNG-Sektor gegenüber. Hohe Nachfrage in dem Bereich sowie der Bau einer neuen Anlage in Nigeria hätten sich in einem 14%igen Anstieg des LNG-Volumens niedergeschlagen. Aufgrund schrumpfender Preise und Margen, höherer Lagerkosten und zusätzlichen Abschreibungen habe sich das Ergebnis des Chemiebereiches ggü. dem Vorjahr um 93% auf 12 Mio. USD vermindert. Auch die höheren Volumina, die Royal Dutch/Shell in diesem Bereich habe generieren können, habe diese Negativaspekte nicht kompensieren können.
Die Steuerquote mit 45,5% liege exakt in line mit den Erwartungen der LRP, falle allerdings um einiges höher aus als im vorangegangenen halben Jahr. Insgesamt sehen die Analysten der LRP die Entwicklung bei Royal Dutch/Shell derzeit zwiespältig. Die Produktionslage des Konzerns stelle ein Problem dar und eine Verfehlung des Ziels würde der Markt sehr negativ aufnehmen. Darüber hinaus sei in diesem Jahr durch die vermehrten Übernahmen in 2002 (Pennzoil, Enterprise Oil, Equilon/ Motiva, DEA) noch nicht bzw. kaum mit Erträgen zu rechnen. Die hohen Investitionskosten würden allerdings das Capital Employed pushen. Ein geringerer ROCE sei die Folge. Auch ein Aktienrückkaufprogramm, welches den Markt optimistischer stimmen würde, sei für dieses Jahr nicht mehr angedacht. Positiv werten die Analysten der LRP die vermehrte Fokussierung auf den wichtigen LNG-Markt (Führungsposition bei Sakhalin 2 sowie Salym in Russland, LNG-Projekt in Katar) und die extreme Ausweitung in den Bereich Raffinerie & Marketing (Ölprodukte). Hier seien bereits in diesem Jahr erhebliche Gewinne erzielt worden. Diese dürfte durch die Neuakquisitionen in 2002 in den kommenden Jahren noch einen zusätzlichen Schub erhalten.
Die Analysten der LRP bestätigen bis auf Weiteres ihr Marketperformer-Rating für Royal Dutch/Shell.
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