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Analysen - Ausland
10.02.2004
JoWooD neutral
Raiffeisen Centrobank

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Reinhard Ebenauer, Analyst der Raiffeisen Centrobank, stuft die Aktie von JoWooD (ISIN AT0000747357/ WKN 935221) mit dem Rating "neutral" ein.

Im Zuge der Restrukturierung habe JoWooD den Fokus auf hochwertige Spiele verschoben, die schwerpunktmäßig auf den gut etablierten Eigenmarken wie z.B. Gothic, Giganten-Serie oder dem jüngsten Erfolgstitel Spellforce basieren sollten. Für das laufende Jahr 2004 sei das erste Spiel auf Basis einer zugekauften Filmlizenz geplant. Über Folgeprodukte werde das Verkaufspotenzial dieser Brands optimal ausgeschöpft. Ein erfolgreiches Einzelspiel werde über Add Ons (Erweiterung), Gold Edition (Kombination aus Erstprodukt und Add On) und Fortsetzungen bei geringen Entwicklungskosten mehrfach vermarktet.

Ab dem laufenden Jahr dränge JoWooD verstärkt in den wachstumsträchtigeren Konsolenmarkt. Der Umsatzanteil der Konsolenspiele solle von knapp 5% im Jahr 2003 über geplante 30% auf rd. 50% im Jahr 2005 zulegen. Über sogenannte Multiplattformentwicklungen (ein Spiel auf den verschiedenen Plattformen PC, Xbox und PS2) sollten die Entwicklungskosten/Plattform gesenkt werden. Mit dem für 2005 angekündigten Spiel Stargate, das für PC, Xbox und PS2 erscheinen solle, werde die Multiplattformstrategie erstmals umgesetzt. Entscheidend für die gelungene Restrukturierung sei aus Sicht der Analysten die geänderte Vertriebsstrategie. Der Vertrieb über eigene Beteiligungen sei aufgelassen und an lokale externe Partner ausgelagert worden. JoWooD reduziere damit das Geschäftsrisiko wesentlich, da die Vertriebspartner die Abnahme einer vordefinierten Stückzahl garantieren würden.

JoWooD habe im Jahr 2003 einen Umsatz von EUR 23 Mio. erzielt. Der vergleichbare Umsatz des Jahres 2002 habe bei EUR 16 Mio. (ohne Distributionserlöse und Handelswaren) gelegen. Das positive EBIT von EUR 5,1 Mio. und das vorläufige Jahresergebnis von EUR 3,7 Mio. würden die erfolgreiche Neupositionierung bestätigen. Im Jahresergebnis seien EUR 1,9 Mio. an a.o. Erträgen aus den Restrukturierungsmaßnahmen enthalten. Hervorzuheben seien die vorsichtigen Bilanzierungsgrundsätze von JoWooD, während gegen einige US-Konkurrenten aufgrund ihrer progressiven Bilanzierung Untersuchungen der SEC liefen. So habe JoWooD beim aktuellen Hit Spellforce im letzten Quartal nur die Garantiemengen berücksichtigt und nicht die deutlich darüber liegenden Verkaufszahlen.

Das Geschäftsmodell von JoWooD sei sehr schwankungsanfällig, da der Erfolg eines Spiels kaum vorhersehbar sei. Die vergleichsweise geringe Umsatzgröße von JoWooD verhindere eine adäquate Risikostreuung, eröffne aber über den enormen Ertragshebel auch ein hohes Ergebnispotenzial. Die nebenstehende Szenarioanalyse demonstriere den hohen operativen Leverage. Der worst-case basiere auf den geschätzten Garantieabnahmemengen der Vertriebspartner, wobei sich diese bei einer Reihe von Flops natürlich verringern würden.

Aufgrund des aktuellen Erfolgstitels Spellforce und dem erfolgsversprechenden Releaseplan erwarte man einen Umsatzzuwachs auf EUR 33 Mio. und einen Jahresgewinn von EUR 6,4 Mio. Der Gewinn je Aktie werde sich aber aufgrund der höheren Aktienanzahl von EUR 0,26 (2003) auf EUR 0,24 (2004) reduzieren.

Im Peer Group-Vergleich zeige JoWooD deutliche Bewertungsabschläge. Die höhere Profitabilität sei auf die Auslagerung des ertragsschwächeren Vertriebsgeschäftes und die nach Meinung der Analysten geringeren Entwicklungskosten zurückzuführen. Aufgrund der im Peer Group Vergleich geringen Marktkapitalisierung und der damit verbundenen höheren Ergebnisvolatilität berücksichtige man einen Abschlag von rd. 20%. Die Gegenüberstellung von EBITDA-Marge zu EV/Umsatz eröffne derzeit ebenfalls kein Kurspotenzial.

Die Analysten der Raiffeisen Centrobank stufen die Aktie von JoWooD daher in ihrer Erstanalyse mit "neutral" ein.



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