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Analysen - DAX 100
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21.06.1998
Dürr mit Potential
LRP
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www.optionsscheinecheck.de
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Wertpapierkennummer: 556 520
Mit einem Weltmarktanteil von rund 30 Prozent ist Dürr der international führende Hersteller von Lackieranlagen für die Automobilindustrie und deren Zulieferer. Die in der Dürr Systems Gruppe gebündelten Kernaktivitäten beinhalten ein breites Spektrum an Produktlinien, das neben der Lackiertechnik (Anteil am Konzernumsatz 73 Prozent) die Arbeitsgebiete Automation + Fördertechnik (7) sowie Umwelttechnik (6) umfaßt. Die komplexe Angebotspalette ermöglicht sowohl die Ausführung einzelner Projektstufen als auch die Realisierung kompletter Lösungen (einschließlich Gebäude und Infrastrukturmaßnahmen). Zweites Geschäftsfeld (Anteil 14 Prozent) ist die industrielle Reinigungstechnik (Dürr Ecoclean Gruppe).
Mit Rückenwind von der hohen Investitionsneigung in der Automobilindustrie stieg der Gruppenumsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um 14,5 Prozent auf 1,88 Milliarden DM (Auslandsanteil 73 nach 80 Prozent). Alle Unternehmensbereiche lieferten positive Ergebnisbeiträge. An dem von 23,9 auf 40,8 Millionen DM gestiegenen Jahresüberschuß partizipieren die Aktionäre mit einer Anhebung der Dividende um 0,30 auf 1,50 DM pro Aktie (keine Steuergutschrift).
Die für die ersten vier Monate 1998 vorgelegten Zahlen (Erlöse plus 46,4 Vorsteuerresultat plus 50,8 Prozent) signalisieren einen anhaltenden Wachstumsschub, wenngleich sich auch eine Hochrechnung auf das Gesamtjahr wegen der Einflüsse einzelner Großaufträge verbietet. Angesichts eines hohen Orderbestandes von zuletzt 2,38 Milliarden DM (plus 28,6 Prozent) dürfte Dürr aber die Umsatzmarke von zwei Milliarden DM bei erneut spürbarer Ergebnissteigerung klar überspringen. Die ehrgeizigen Ziele sehen neben einer Umsatzverdoppelung binnen fünf Jahren eine Steigerung der Bruttorendite auf 5 (3,4) sowie der Eigenkapitalrendite auf 15 (10,6) Prozent nach Steuern vor. Angestrebt wird ein weiterer Ausbau der internationalen Präsenz. Um zusätzliche Expansionschancen zu erschließen und die Abhängigkeit von den zyklischen Schwankungen der Automobilindustrie zu verringern, ist bereits kurzfristig die Gründung eines neuen Geschäftsbereichs für Dienstleistungen geplant. Zu den strategischen Prioritäten zählt außerdem die Stärkung der umwelttechnischen Aktivitäten.
Nachdem die Dürr-Aktie im Zuge der Asienkrise ungerechtfertigt (Umsatzanteil in dieser Region im Durchschnitt der letzten Jahre nur 5 bis 7 Prozent) bis in den Januar hinein erhebliche Kurseinbußen zu verkraften hatte, konnte sie inzwischen wieder an die Entwicklung des M-DAX anknüpfen. Angesichts der sich abzeichnenden Gewinndynamik (Ergebnistaxen für 1998 und 1999: 4,10 bzw. 4,75 nach zuletzt 3,41 DM pro Aktie), der starken internationalen Marktstellung und der technologischen Führerschaft dürfte das Potential aber noch nicht ausgereizt sein.
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