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Analysen - Ausland
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16.07.2004
EVN halten
Erste Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Erste Bank empfehlen die Aktie von EVN (ISIN AT0000741053/ WKN 878279) nach wie vor zu halten.
Beim Privatisierungsprozess betreffend 7 bulgarische Versorger (aufgeteilt auf 3 Pakete) dürfte EVN demnächst Exklusivverhandlungen betreffend 2 Versorger im südöstlichen Bulgarien starten. EVN sei der Bestbieter für 2 der 3 Pakete gewesen. Die Versorger würden über eine breite Kundenbasis sowie Netze, nicht jedoch über Erzeugungskapazitäten verfügen. EVN werde für 67% an den beiden südöstlichen Versorger EUR 271 Mio. zahlen, was um EUR 70 Mio. höher sei als das zweitbeste Angebot für dieses Paket. Die Versorger hätten 1,49 Mio. Kunden und hätten einen Umsatz von EUR 293 Mio. sowie ein Nettoergebnis von EUR 5,3 Mio. erzielt.
Obwohl die Kundenanzahl der bulgarischen Unternehmen etwa doppelt so hoch sei wie jene der EVN in der Stromsparte, liege der Umsatz bei etwas weniger als der Hälfte, verglichen zur EVN Stromsparte bzw. bei weniger als 30% verglichen zum Gesamtumsatz der EVN. Noch drastischer sehe dieser Vergleich auf Nettoergebnisebene aus (EVN erzielte 2002/03 einen Jahresüberschuss von EUR 102 Mio. versus EUR 5,3 Mio. für die beiden bulgarischen Unternehmen).
Den Abschluss des Deals erwarte man im Herbst. Nach der Akquisition des in CEE tätigen Wassertechnikunternehmens WTE im Vorjahr sei dies nun ein wesentlich bedeutsamerer Schritt in Richtung Zentral- und Osteuropa. Der dafür gezahlte Preis erscheine zwar auf den ersten Blick hoch, inwieweit eine strategische Prämie beim Kaufpreis gerechtfertigt sei, sollte sich aber bis Herbst noch zeigen. EVN habe sich bisher noch nicht stark zu Wort gemeldet, was vor Vertragsabschluß verständlich sei.
EVN habe zur Zeit eine Kapitalerhöhung laufen. Die Finanzierung des Bulgarian-Deals sehe man als unproblematisch und wäre auch ohne Eigenkapitalaufnahme möglich gewesen, da EVN a) über eine gut gefüllte Kriegskasse verfüge und b) die Verschuldung des Unternehmens im Branchenvergleich so niedrig sei, dass eine Fremdkapitalaufnahme durchaus Sinn gemacht hätte.
Ohne Details über die bulgarischen Versorger zu wissen und auch in Unkenntnis der Nebenbedingungen des Kaufvertrags ist es schwierig ein fundiertes Urteil zu treffen, die Empfehlung für die EVN-Aktie belassen die Analysten der Erste Bank unverändert bei "halten". Generell sehe man Expansionsschritte in Richtung CEE aufgrund der zu erwartenden Wachstumsraten jedoch positiv.
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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