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Analysen - Nebenwerte
25.11.2004
Intershop weiterhin meiden
AC Research

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Die Analysten von AC Research empfehlen vorerst weiterhin, die Aktien des Anbieters von Softwareanwendungen für E-Commerce Online Shops Intershop (ISIN DE0007472920/ WKN 747292) zu meiden.

Das Unternehmen wolle eine Nullkupon-Wandelanleihe ausgeben.

Der Umfang der Anleihe solle bei 20 Millionen Euro liegen. Die Anleihe habe eine Laufzeit bis zum 15. Dezember 2008. Die effektive Verzinsung werde bei 10% liegen. Somit solle zum Ende der Laufzeit eine Rückzahlung zu 146% erfolgen. Dabei könne jede Teilwandelschuldverschreibung im Nennwert von 1,00 Euro in eine Stückaktie gewandelt werden. Dieses Umtauschverhältnis bleibe auch im Falle einer möglichen späteren Kapitalherabsetzung unberührt. Dies sei insofern von Bedeutung, da der Vorstand der Gesellschaft auf der nächsten Hauptversammlung als Teil des Sanierungskonzeptes eine Kapitalherabsetzung unter Zusammenlegung von Aktien vorschlagen wolle.

Neben dem Bezugsrecht werde den Aktionären ein Recht zum Überbezug eingeräumt. Ein börslicher Handel der Bezugsrechte werde aber nicht stattfinden. Die Teilschuldverschreibungen, die nicht von Altaktionären gezeichnet würden, sollten im Rahmen einer Privatplatzierung Investoren angeboten werden.

Die Kapitalmaßnahme werde allerdings nur dann durchgeführt werden, wenn der Gesellschaft hierdurch ein Bruttoemissionserlös von 5 Millionen Euro zufließen werde. Damit solle sichergestellt werden, dass dem Unternehmen hinreichende liquide Mittel zur Verfügung stehen, um neben den eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen auch notwendige Investitionen in die Vertriebsorganisation vorzunehmen. Die Wandelanleihe sei mit Rechten an der Intershop-Software besichert.

Eine erfolgreiche Emission der Wandelanleihe sei für Intershop von sehr hoher Bedeutung. So habe die frei verfügbare Liquidität zum 30. September bei nur 3,6 Millionen Euro gelegen. Da das vierte Quartal stets stark ausfalle, erscheine für diesen Zeitraum das Erreichen des Break-Even möglich. Allerdings sei dies dann vor allem auf saisonale Einflüsse zurückzuführen. Die derzeit vorhandene Liquidität werde voraussichtlich etwa bis Mitte 2005 ausreichen. Bis dahin müsse das Unternehmen weitere Finanzquellen erschließen. Auf operativer Ebene erscheine der Break-Even auf Gesamtjahressicht aufgrund der weiterhin rückläufigen Umsatztendenz frühestens im Geschäftsjahr 2006 möglich.

Beim derzeitigen Aktienkurs von 0,89 Euro erreiche die Gesellschaft eine Marktkapitalisierung von gut 21 Millionen Euro. Damit erscheine das Unternehmen weiterhin ambitioniert bewertet. Da die Zukunftsperspektiven vor allem aufgrund der dünnen Liquiditätsdecke weiterhin sehr unsicher seien, erscheine auch der Erfolg der angestrebten Aufgabe der Wandelschuldverschreibung keinesfalls gesichert.

Die Analysten von AC Research empfehlen weiterhin, die Aktien von Intershop zu meiden.



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