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Analysen - DAX 100
06.09.2000
Sixt reduzieren
Aktienservice Research

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Nach Meinung der Analysten von Aktienservice Research sollte der Anleger derzeit seine Bestände in Sixt-Aktien (WKN 723132) reduzieren.

Im 1. Halbjahr habe Sixt den Umsatz um 8,4% auf 2,54 Milliarden DM gesteigert. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sei auf 30,6 Millionen DM gesunken. Im Gesamtjahr erwarte man nunmehr einen Umsatz von 5 Milliarden DM und ein operatives Ergebnis in Vorjahreshöhe. Diese Erwartung des Vorstandes sei nichts anderes als die dritte Herabsetzung der Planzahlen fürs laufende Jahr. Wollte man zu Jahresbeginn noch ein operatives Ergebnis von über 100 Millionen DM erzielen, habe man sich im Frühjahr bereits mit einem umsatzproportionalen Gewinnanstieg zufrieden gegeben. Nach den Halbjahreszahlen prognostiziere man lediglich noch ein Ergebnis in Vorjahreshöhe, also rund 70 Millionen DM.

Das vor allem in Deutschland anhaltend schwache Gebrauchtwagengeschäft könne man dem Vorstand nicht zum Vorwurf machen – wohl aber den Hang, sich hinsichtlich der Prognosen ständig zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Dies sei es, was den Anleger herb enttäusche. Dabei seien einige Faktoren, die zum deutlichen Rückgang des operativen Ergebnisses geführt hätten, durchaus vorhersehbar gewesen. Hierzu würden die hohen Anlaufkosten für die Internet-Initiative eSIXT zählen, sowie die hohen Integrationskosten der im Februar akquirierten United Kenning Rental Group (Großbritannien).

Vor diesem Hintergrund konkretisiere sich die Vermutung, dass Sixt dem Anleger die nach Meinung von Aktienservice Research über Jahre hinweg deutlich verschlechterte Gewinnsituation zeitlich dosiert – den Gewohnheitsfaktor nutzend – nahe bringen wolle. Diese Art der Marktkommunikation sei dabei äußerst unprofessionell und ziehe einen erheblichen Vertrauensverlust nach sich.

Das in Deutschland erheblich verschlechterte Gebrauchtwagengeschäft spiegele sich empfindlich in den Margen wider. Hierdurch sei Sixt gezwungen, die Rückgabeoptionen an die KfZ-Hersteller verstärkt wahrzunehmen, wobei gegenüber dem Verkauf auf dem freien Markt deutlich geringere Preise zu erzielen seien. Ein Ende dieser Entwicklung sei dabei nicht abzusehen, da sich die von den Herstellern gewährten Rückgabepreise in Anbetracht des schwachen Gebrauchtwagenmarktes weiter verringern dürften.

Vor dem fundamental wenig erfreulichem Hintergrund prognostiziere Aktienservice Research für die Jahre 00/01/02 weiterhin ein Ergebnis je Aktie von 0,9/1,0/1,1 Euro. Mit einem 2001e-KGV von 25 sei der Titel ungeachtet des Kursverlustes von 65% hinsichtlich der fehlenden Planungssicherheit und des negativen Marktumfeldes deutlich überhöht bewertet. Aktienservice Research empfehle daher weiterhin, den Titel zu reduzieren. Das faire Kursniveau sehe Aktienservice Research derzeit bei 15 Euro.



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