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Analysen - DAX 100
17.12.2004
E.ON Marketperformer
LRP

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Katja Blanke, Analystin der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz, stuft die Aktie von E.ON (ISIN DE0007614406/ WKN 761440) weiterhin mit "Marketperformer" ein.

Heute Morgen habe der deutsche Versorger über seine Strategie 2005 bis 2007 berichtet. Danach werde man über diesen Zeitraum Investitionen in Höhe von insgesamt 18,7 Mrd. Euro vornehmen (vgl. 2004-06: 13,8 Mrd. Euro). Der größte Teil dieser Summe entfalle mit 12,6 Mrd. Euro auf Sachanlagen, wobei Schwerpunkte auf die Versorgungssicherheit, d.h. Modernisierung und Instandhaltung der Strom- und Gasnetze liegen würden.

Insgesamt möchte E.ON die Investitionen der kommenden drei Jahre komplett aus dem operativen Cash Flow bezahlen. Das würde bedeuten, dass pro Jahr rund 6,2 Mrd. Euro erwirtschaftet werden müssten. Im vergangenen Jahr habe E.ON lediglich 5,5 Mrd. Euro ausweisen können, die Neunmonatszahlen 2004 hätten bei rund 5 Mrd. Euro gelegen. Man sehe das Ziel daher aus heutiger Sicht als ambitioniert, aber erreichbar an. Was allerdings nach dieser Ankündigung ein bisschen traurig stimme, sei, dass die Investitionen evtl. zu Lasten einer möglichen Dividendenerhöhung im kommenden Jahr führen könnte.

Alles in allem habe E.ON eine gut gefüllte Kriegskasse; dass jedoch die geplanten 18,7 Mrd. ausschließlich aus dem operativen Cash-Flow bezahlt werden könnten, sei nach Erachten der Analysten wahrscheinlich punktgenau kalkuliert. Große Überschüsse dürften dann nicht mehr zu erwarten sein. Vor allem, wenn darüber hinausgehende Investments durchgeführt werden sollten, dürfte auf die Reserven zurück gegriffen werden. Der Verkauf von Viterra (2005) und Degussa (2006) sollte allerdings unterstützend wirken.

Was man darüber hinaus negativ aufgenommen habe, sei die Aussage des Vorstandsvorsitzenden Wulf Bernotat, dass man langfristig nicht am AA-Rating festhalten wolle. Man werde nicht um jeden Preis die Schulden reduzieren. Dies wäre nicht das strategische Ziel des Konzerns. Man möchte lediglich ein starkes A-Rating halten, was aus heutiger Sicht eine Verschlechterung um mindestens zwei Notches bedeuten würde. Damit würde das Unternehmen sich teurer am Kapitalmarkt refinanzieren müssen (nach der LRP-Berechnung rund 45 Mio. Euro).

Man werte die Idee hinter den großzügigen Investitionen sehr positiv. Die Summe von 18,7 Mrd. Euro sei zwar ambitioniert, dürfte aber durch den operativen Cash Flow darstellbar sein. Das Vorhaben, sich weiter an den bereits vorhandenen Minderheitsbeteiligungen zu engagieren, habe großes Potenzial. Inwieweit allerdings die Erträge aus diesen Investments fließen würden, sei bis jetzt noch unklar. Bei MOL erwarte man ab dem dritten Jahr, dass es seine Kapitalkosten erwirtschaften könne. Ähnliches dürfte auch bei den übrigen Beteiligungen anstehen.

Die Nachricht werde heute vom Markt bereits mit einem Kursverlust in Höhe von rund 2% bestraft. Die Analysten würden jedoch nicht erwarten, dass dieser Trend anhalte. Der Kursverlust beruhe eher auf psychologischen Effekten. Die Ankündigung auf ein AA-Rating verzichten zu können, schüre die Angst um einen Rückfall in "alte Zeiten" mit einem A-Rating und großem Akquisitionshunger.

Die Analysten der LRP bestätigen daher ihre "Marketperformer"-Empfehlung für die Aktie von E.ON. Das Kursziel 12/2005 liege weiterhin bei 67 Euro.



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