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Analysen - DAX 100
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20.12.2004
MLP Underperformer
LRP
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Olaf Kayser, Analyst der LRP Landesbank Rheinland-Pfalz, stuft die Aktie von MLP (ISIN DE0006569908/ WKN 656990) weiterhin mit "Underperformer" ein.
Der ehemalige Vorstand von MLP, Bernhard Termühlen, sowie zwei weitere Manager des Finanzdienstleisters, seien von der Staatsanwaltschaft wegen Bilanzfälschung angeklagt worden. Ihnen werde vorgeworfen, die Bilanzen für das Jahr 2001 bewusst falsch aufgestellt zu haben, um die Ertragslage des Konzerns zu schönen. In erster Linie gehe es darum, Erlöse aus verkauften Forderungen und Rückversicherungsprovisionen als Gewinne ausgewiesen zu haben, ohne eine Gegenposition für dafür fällige Rückzahlungsverpflichtungen in der Bilanz auszuweisen. Ob die Anklage zugelassen werde, müsse das Landgericht Mannheim entscheiden.
Man erwarte aus der Anklage zunächst keine finanziellen Belastungen für MLP, da sie sich gegen Personen richte und nicht gegen das Unternehmen. Außerdem habe der Finanzdienstleister durch den Vorstandswechsel und der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS mit den Altlasten abgeschlossen und sei von der Praxis, künftige Erträge aus Lebensversicherungen bereits vorzeitig zu vereinnahmen, abgekehrt. Hierzu sei in der Bilanz 2002 eine Rückstellung von 120 Mio. Euro gebildet worden.
Problematisch könnte es allerdings werden, wenn Anleger Schadenersatzklagen gegen das Unternehmen richten würden. Hierzu müsste das Gericht zunächst Bilanzfälschung feststellen, was schwierig werden dürfte, da MLP Gutachten von renommierten Bilanzexperten vorliegen würden, die die frühere Praxis für zulässig halten würden. Dennoch dürfte die Unsicherheit den Kurs belasten.
Daher bewerten die Analysten der LRP die Aktie von MLP nach wie vor mit "Underperformer". Das Kursziel 12/2005 liege bei 13,50 Euro.
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