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Analysen - Ausland
13.10.2000
British Telecom neutral gewichten
Helaba Trust

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Das bereits 1984 privatisierte Unternehmen British Telecom (WKN 869313) ist Universalanbieter von Telekommunikationsdienstleistungen, berichten die Analysten des Helaba Trusts.

1999 habe es über einen Marktanteil von 70% in der Inlandstelefonie verfügt. Am derzeitigen Mobilfunkboom partizipiere BT durch die 100%-ige Beteiligung an Cellnet, die Nr.2 im britischen Mobilfunkmarkt. Um internationale Großkunden weltweit bedienen zu können, habe BT mit AT&T das Joint Venture Concert gegründet. In Europa würden die Briten über ein breites Beteiligungsportefeuille verfügen (u.a. Cegetel, Viag Interkom, Albacom, Telfort). Die unternehmerische Führung liege dabei überwiegend bei den national ansässigen Partnern, die über eine bessere Marktkenntnis verfügen.

Die Geschäftszahlen (Q1 2000/01) würden indes auf eine Verschlechterung der Ertragssituation hindeuten. Das Vorsteuerergebnis habe mit 561 Mio. GBP deutlich unter Vorjahresniveau (27%) gelegen. Verantwortlich für die Ergebniserosion seien u.a. die Akquisitionen von Telfort und Esat sowie der Erwerb der UMTS-Lizenz in UK, die mit höheren Abschreibungen und Zinsaufwendungen verbunden seien. Die Nettoverschuldung sei auf 15,4 Mrd. GBP gestiegen. Darüber hinaus belaste die Wettbewerbssituation im Heimatmarkt. Im Mobilfunk habe Cellnet bei der Akquisition von Neukunden nur einen Marktanteil von 14% gehabt. Auch im Festnetzgeschäft würden bei sinkenden Margen weitere Marktanteile abgegeben.

Für das Gesamtjahr rechnen die Analysten des Helaba Trusts mit einem Ergebnisrückgang von rd. 30%. Auch für 2001/02 sei nochmals mit einer Verschlechterung der Ertragssituation zu rechnen. Dies sei vor allem auf den Erwerb der UMTS-Lizenzen in UK, D und NL zurückzuführen. Lizenzkosten in Höhe von rd. 9 Mrd. GBP und zusätzliche Netzinvestitionen von 4 Mrd. GBP würden die Ertragsrechnung mit zusätzlichen Abschreibungen (rd. 700 Mio. GBP) und Finanzierungskosten belasten. Erhöhte Aufwendungen würden außerdem aus der Übernahme von VIAG Interkom (Anteil steigt von 45% auf 90%) resultieren, die zu einem akzeptablen Preis von 12 Mrd. EUR (inklusive Verbindlichkeiten) realisiert würden

Die bescheidenen Ertragsperspektiven sowie Herabstufungen bei den Kredit-Ratings würden zudem stark auf dem Aktienkurs lasten. Mit dem Austausch des Finanzvorstandes könnte sich jedoch ein Stimmungswandel vollziehen. Der neue CFO Hampton gelte als erfahrener Konzernaufspalter und dürfte die Restrukturierung des Konzerns forcieren (u.a. Portfoliobereinigungen; evtl. Börsengänge von BT-Openworld, Concert, BT Cellnet; intensivere Kooperation mit AT&T). Der damit verbundene Mittelzufluß würde zu einer Entspannung der Verschuldungssituation und besseren Kredit-Ratings führen.

Auch vor dem Hintergrund des ermäßigten Kurs- und Bewertungsniveaus (EV/EBITDA-2001/02e: 9; EV/Umsatz-2001/02e: 2,8) empfehle sich nunmehr eine neutrale Gewichtung der Aktie.



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