Logo
Analysen - Neuer Markt
30.10.2000
STEAG HamaTech untergewichten
Kant VM

www.optionsscheinecheck.de

Die Analysten der Kant Vermögensmanagement stufen die Aktien der STEAG HamaTech AG (WKN 730900) auf „Untergewichten“ ein.

Das Nemax 50-Unternehmen habe am Freitag die Zahlen für die ersten neun Monate 2000 bekannt gegeben. Der Hersteller von Fertigungsanlagen zur Produktion optischer Speichermedien und Photomasken habe die einzige Zahl, die keinen Rückgang zu verbuchen habe – die Entwicklung der Mitarbeiter -, vorlegen können. Die Zahl der Beschäftigten sei um 8 % auf 533.494 gestiegen. Der Umsatz sein um 6 % auf 162,8 Mio. Euro, das EBIT um 52 % auf 13,4 Mio. Euro und das EBT um 73 % auf 7,2 Mio. Euro zurück gegangen.

Der Jahresüberschuss mache da auch keine Ausnahme und gehe gar um 111 % auf einen Verlust von 1,6 Mio. Euro zurück. Dies entspreche einem EPS von minus 0,05 Cent.

Die Ursache des ganzen Debakels liege im Auftragseingang, der sich von 280,6 Mio. Euro aus dem Vorjahr auf 146,4 Mio. Euro fast halbiert habe, Dabei sei das zweite Quartal besonders schwach gewesen, in dem es nämlich gar keinen Auftragseingang zu vermerken gewesen sei.

Vorwiegend im Kerngeschäft CD-/DVD-R von STEAG sei ein Rückgang beim Auftragseingang von 227,8 Mio. Euro auf 81,7 Mio. Euro zu verzeichnen gewesen. Auch im DVD-Bereich stehe ein Auftragseingang von 22,5 Mio. Euro aus dem Vorjahr heutigen 12,1 Mio. Euro gegenüber.

STEAG leide natürlich unter der weltweiten Konsolidierung des CD-R-Marktes. Trotz dieses schwierigen Marktumfeldes gelinge es dem Unternehmen aus Sternenfels, seine unangefochtene Position als Weltmarktführer bei beschreibbaren CDs und DVDs weiter auszubauen. STEAG begründe den Ausbau der Marktführerschaft mit dem Angebot einer Fertigungsanlage, deren Produktivität 50 % über dem des Wettbewerbs liege. Der Marktanteil sei auf 60 % vergrößert worden. Dennoch sei der verschärfte Wettbewerb zu Lasten der Marge gegangen, angeführt durch den Preiskrieg von 4M.

Am deutschen Produktionsstandort in Sternenfels sei ein deutlich positives operatives Ergebnis erzielt worden. Die wirtschaftlichen Probleme würden daher bei der US-amerikanischen Tochter STEAG HamaTech Inc. liegen. In den USA produziere das Unternehmen Anlagen für die Herstellung vorbespielter CDs und DVDs. Wegen des anhaltend starken Dollarkurses würden Anfang kommenden Jahres große Teile der Produktion nach Deutschland verlagert. 30 der ursprünglich 130 Mitarbeiter in den USA würden bereits entlassen. Ziel sei es bis zum ersten Quartal 2001 die Anzahl der Beschäftigten auf 70 herunterzufahren. Bei Vollauslastung dieser Mitarbeiter betrage das jährliche Produktionsvolumen etwa 10 Mio. USD.

Aufgrund der Produktionsverlagerung entstünden einmalige Kosten, so dass für das gesamte Jahr 2000 mit einem Verlust von 60 Mio. Euro zu rechnen sei. Das operative Geschäft werde allerdings ausgeglichen sein. Da es sich hier um einmalige Aufwendungen handele, werde für 2001 wieder mit einem positiven Ergebnis gerechnet. Mit diesen Maßnahmen für die nächsten Geschäftsjahre seien deutliche Kostenentlastungen, Liquiditätsvorteile sowie eine Margenverbesserung im CD- und DVD-Bereich verbunden. Die künftige Kostenentlastung beziffere das Unternehmen auf 5 Mio. Euro.

Mit einer Belebung des Kerngeschäfts CD-R werde spätestens im zweiten Halbjahr 2001 gerechnet. Aufgrund dieser ungewiesen Geschäftsentwicklung für das nächste Jahr und der starken Konkurrenz von Tulex, 4M und natürlich Singulus raten die Research-Experten von Kant von einem Investment in diesem Titel ab. Anleger sollten weiterhin den Kant-Favoriten Singulus bevorzugen.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de