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News - Nebenwerte
11.03.2005
Neuer WAVE-Call auf Premiere
X-markets by Deutsche Bank

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Wie das X-markets-Team der Deutschen Bank berichtet, hat die Deutsche Bank einen neuen WAVE-Call (ISIN DE000DB21278/ WKN DB2127) auf die Aktie von Premiere (ISIN DE000PREM111/ WKN PREM11) emittiert.

Am Mittwoch habe mit dem Pemiere-Börsengang das größte IPO seit geraumer Zeit auf der Agenda gestanden. Bei einer geschätzten Erstnotiz von 30 bis 31 Euro (Bookbuildingspanne 24 bis 28 Euro) werde das Unternehmen von der Börse mit knapp 2,5 Mrd. Euro bewertet, was in Relation zu anderen europäischen Bezahlsendern wie BSkyB (GB) oder Sogecable (E) eine durchaus ambitionierte Bewertung darstelle. Hierbei müsse jedoch berücksichtigt werden, dass beispielsweise in Spanien oder Großbritannien die Marktdurchdringung von Pay-TV bereits viel höher sei (ca. 40 Prozent), was für Premiere mit Blick auf die im deutschen Heimatmarkt noch recht geringe Pay-TV-Penetration (ca. 8 Prozent) im Umkehrschluss ein ungleich höheres Wachstumspotenzial impliziere.

Den Aussagen Georg Koflers, des verdienten Premiere-Chefs, zufolge, sollte das Unternehmen im laufenden Jahr in die Gewinnzone vorstoßen, während bspw. 2001 noch ein Verlust von annähernd 0,8 Mrd. angefallen sei. Parallel sei der Umsatz pro Abonnement auf knapp 290 Euro gestiegen, was eine deutlich verbesserte Kostenstruktur ermögliche. Mit Blick auf die in Deutschland noch geringe Pay-TV-Penetration dürfte es Premiere, die 2004 rund 1 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet habe, in den nächsten Jahren nicht schwer fallen, weiterhin ein schnelles Kundenwachstum bei gleichzeitiger Erhöhung des Umsatzes je Abonnement zu generieren.

Um die Zielsetzung zu erreichen, benötige der Bezahlsender pro Jahr einen Nettokundenzuwachs von rund 300.000 bis 350.000. Angesichts der Erfahrungen in Großbritannien oder Spanien scheine dies für die nächsten Jahre bei einer jährlichen Kündigungsquote von rund 12,5 Prozent durchaus möglich.

Bis 2008 erscheine somit ein Kundenzuwachs von 1 Mio. Neukunden machbar, was den Unternehmenswert auf Grund vergleichbarer früherer Korrelationen europäischer Konkurrenten um rund 1 Mrd. Euro erhöhen könnte. Dies entspräche auf Basis der Erstnotiz einer Steigerung des Unternehmenswertes um rund 40 Prozent. Da die meisten größeren Analystenhäuser in den nächsten Jahren sogar mit jährlichen EBITDA-Wachstumsraten von bis zu 40 Prozent rechnen würden, handle es sich hierbei gar um eine konservative Schätzung. Bezüglich der Kursphantasie sollte zudem beachtet werden, dass Premiere ein potenzieller Kandidat für den MDAX sei und als Bezahlsender ein Geschäftsfeld repräsentiere, das in Deutschland so noch nicht vertreten sei.

Im Sinne der Diversifikation könne somit von signifikantem institutionellem Interesse ausgegangen werden. Ähnliches habe in Bezug auf die MDAX-Aufnahme von EADS beobachtet werden können. Insgesamt könne also von substanziellem Kurspotenzial der Premiere-Aktie ausgegangen werden; vor diesem Hintergrund könnte aus Sicht des spekulativen Anlegers zur Stunde ein Call-Optionsschein auf Premiere interessant werden. Hierbei müsse sich der Anleger jedoch eines durchaus erheblichen Risikos bewusst sein.

Die prognostizierten Wachstumsraten seien nur dann realisierbar, wenn es Premiere gelinge, die exklusiven Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga auch über das Jahr 2006 hinaus zu halten. Davon abgesehen profitiere Premiere als Marktführer in einem mit hohen Eintrittsbarrieren versehenen Markt allgemein von der zunehmenden Digitalisierung und von der unaufhaltsamen Entwicklung hin zu Multi-Channel-Homes. Insgesamt dürfte das Papier somit ein durchaus akzeptables Chance/Risiko-Profil aufweisen.



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