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Analysen - DAX 100
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14.12.2000
E.ON kaufen
Conrad Hinrich Donner Bank
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www.optionsscheinecheck.de
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Die Analysten der Conrad Hinrich Donner Bank empfehlen die Aktien von E.ON (WKN 761440) unverändert zum Kauf.
Die Stimmungslage um E.ON sei derzeit etwas eingetrübt. Die Gründe würden hauptsächlich im kürzlich veröffentlichten Zwischenergebnis über die ersten neun Monate dieses Jahres liegen. Danach sei das operative Ergebnis des E.ON-Konzerns deutlich niedriger ausgefallen als die Summe der vergleichbaren Einzelergebnisse von Veba und Viag.
Hierfür verantwortlich seien zahlreiche Neuzuordnungen von GuV-Positionen aufgrund der Umstellung auf US-GAAP sowie Konsolidierungseffekte. Ansonsten hätten die 9-Monats-Zahlen im Rahmen der Erwartungen gelegen.
Die unverändert positive Einschätzung der Aktie, sei durch folgende Faktoren gestützt. Der operative Ergebnisrückgang von –9% in den ersten neun Monaten werde sich bis Jahresende noch leicht verbessern. Im Jahr 2001 würden deutliche operative Ergebnisverbesserungen im 2-stelligen Prozent-Bereich erwartet werden. Dabei sollen sich die Ergebnissteigerungen in fast allen Unternehmenssektoren vollziehen, besonders bei Strom und Telekommunikation. Zudem sei bei den Strompreisen die Talsohle erreicht.
Tendenziell wieder steigende Strompreise für Industriekunden und Regionalversorger sowie fortgesetzte Kostensenkungseffekte würden sich positiv auf das Stromergebnis im nächsten Jahr auswirken. Aufgrund eines hohen Ölpreises und steigender Raffineriemargen habe sich das Ölergebnis verbessern können. Durch den Verkauf von Viag Interkom an British Telecom entfalle im nächsten Jahr ein Großteil der Goodwill-Abschreibungen, die durch die Konsolidierung mit Viag entstanden seien. Darüber hinaus würden auch somit die hohen Anlaufverluste von Viag Interkom in der Ergebnisrechnung entfallen.
Zudem würden weitere Ertragspotenziale bei Degussa durch fortgesetzte Optimierung der Strukturen zum Weltmarktführer für Spezialchemie freigesetzt werden. Ziel sei die Steigerung des Börsenwertes von Degussa als Vorbereitung zum Verkauf der Beteiligung (64,5%) evtl. in 2002. E.ON sei einer der maßgeblichen Player im Utility-Bereich in Europa und habe die nötige Kapitalkraft, die führende Position mit ertragstarken Neubeteiligungen im Strombereich (z.B. Spanien, Benelux) und im Gasbereich (z.B. Ruhrgas) auszubauen.
Die aktuelle Stimmungsverschlechterung bei den Versorgern verdeutliche die Defensivposition, die diese Branche im Markt einnehme. Die Kurskorrektur der E.ON-Aktie in den vergangenen zwei Wochen würde mit Kurserholungen bei den Telekommunikationswerten einhergehen.
Davor sei es umgekehrt gewesen. Die Kurskorrektur passe ins charttechnische Bild, das von starken Schwankungen geprägt sei. Nach dem relativ starken Kursanstieg sei eine Korrektur fällig gewesen. Zudem sei der Kurs bei ca. 67 Euro an die Wiederstandslinien eines steilen Trendkanals gestoßen sowie in den oberen Bereich eines zweiten Kanals. Unterstützung finde die Aktie wieder bei 58 Euro. Der Verkauf der Aktie sei nicht zu empfehlen, kurzfristig könne man jedoch Short-Positionen eingehen. Unter fundamentalen Aspekten würde sich der Aufschwung der Versorger-Aktien wohl fortsetzen können.
Auf Sicht von 12 Monaten empfehlen die Anlagespezialisten der Conrad Hinrich Donner Bank E.ON in Schwächephasen zum Kauf.
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