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Analysen - DAX 100
18.12.2000
E.ON neutral
Bankhaus Reuschel

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Nach Darstellung der Analysten vom Bankhaus Reuschel & Co. zählt E.ON (WKN 761440) mit einem erwarteten Konzernumsatz von ca. 82 Mrd. Euro in 2000 zu den führenden europäischen Energieunternehmen.

In der Spezialchemie (Fusion von Degussa-Huels und SKW Trostberg) sei E.ON weltweit sogar die Nummer eins. Daneben sei E.ON noch in den Bereichen Öl (Veba Öl) sowie Immobilien (Viterra) tätig. Die Telekommunikation (One Österreich 30%, Bouyges Telekom 17,5%) sowie die Industriesparten (VAW Aluminium, Klöckner & Co, Stinnes, Veba Electronics), Verpackungen (Schmalbach-Lubeca, Gerresheimer Glas), Silizium Wafer (MEMC) – würden mittelfristig zum Verkauf stehen.

Ertragsstütze bleibe nach wie vor das Stromgeschäft mit einem Marktanteil von 42% in Deutschland. Der verstärkte Verfall der Strompreise in den letzten beiden Jahren habe einschneidende Einsparungen von jährlich 700 Mio. Euro erzwungen. Die 9-Monatszahlen 2000 von E.ON, die erstmalig nach US-GAAP bilanziert worden seien, hätten sowohl konsolidierungsbedingte als auch mit der geänderten Rechnungslegung zusammenhängende Einflüsse, aber auch den Margenrückgang im Stromgeschäft widergespiegelt.

So verbesserte sich in den ersten drei Quartalen 2000 der Konzernumsatz gegenüber einer pro forma US-GAAP-Rechnung in 1999 um 40% auf rund 70 Mrd. Euro. Darin sei die in diesem Jahr erstmals vollkonsolidierte Aral (inzwischen 98,9% Anteil) enthalten. Lasse man Aral außer Betracht ergebe sich ein Umsatzwachstum von 24%. Das Betriebsergebnis sei dagegen um 9% auf 1,9 Mrd. Euro gesunken.

Neben Auswirkungen der geänderten Rechnungslegung (z.B. höhere Anlaufverluste im Telekombereich) hätten sich hier die Folgen des überraschend starken Ergebnisrückgangs im Stromgeschäft von 31% ausgewirkt. Dagegen habe die Sparte Öl aufgrund des gestiegenen Ölpreises einen unerwartet starken Ergebnisswing auf 226 Mio. Euro nach 44 Mio. Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum erreicht. Auch die Chemie habe deutlich zulegen können (+34% auf 507 Mio. Euro). Das Nettoergebnis (nach Anteilen Dritter) sei um 27% auf 3,7 Mrd. Euro geklettert.

Nach Ansicht der Investmentexperten des Bankhauses Reuschel & Co. seien die Neun-Monatszahlen alles in Allem etwas hinter den Börsenerwartungen zurückgeblieben. Auch für das Gesamtjahr 2000 sei man mit einer Ergebnisschätzung eher vorsichtig und erwarte einen Gewinn je Aktie von 2,0 nach 2,21 Euro. Die Strompreise hätten aber voraussichtlich die Talsohle erreicht und so sei in 2001 wieder mit einem Anstieg zu rechnen. Zusammen mit den eingeleiteten Kostensenkungen wären somit ab 2001 wieder steigende Erträge im Stromgeschäft zu erwarten.

Laut der Analysten des Bankhauses Reuschel & Co. hätte man diese zuversichtlichen Aussichten in der vorsichtigen Gewinnschätzung je Aktie für 2001 von 2,25 Euro jedoch nur teilweise berücksichtigt, positive Überraschungen seien somit möglich. Der Vorstand halte sich im Hinblick auf geplante Beteiligungsverkäufe bzw. auf die künftige Investitionsstrategie weiterhin sehr bedeckt. So sei bislang kein konkreter Zeitpunkt für die Verkäufe der Nicht-Kernaktivitäten genannt worden. Sicher scheine aber, dass man die Position auf dem Gasmarkt stärken wolle. Insgesamt scheine die Fusion zwischen Veba und Viag gut gelungen zu sein, das vorgelegte Tempo bei der Neuausrichtung habe jedoch etwas enttäuscht. Nach dem deutlichen Kursanstieg müsse die Aktie vorerst konsolidieren.



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