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Analysen - Neuer Markt
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19.12.2000
Balda neutral gewichten
Kant VM
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www.optionsscheinecheck.de
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Balda AG (WKN 521510) ist ein Systemlieferant von Mobilfunk-Equipment, das berichten die Experten von Kant VM.
Der Konzern ist einer der Wachstumswerte, der seine Anleger bzgl. Der veröffentlichten Ergebnisse bisher nicht enttäuscht habe und sei seit seiner Aufnahme in den Nemax 50 einer der Börsenfavoriten. Die Firma stelle insbesondere Kunststoffteile (Schalen) für Mobilfunkgeräte her und profitiere von dem momentanen Mobilfunkboom. Zu Baldas Kundenstamm würden auch die 5 weltgrößten Mobilfunkproduzenten Alcatel, Siemens, Ericsson, Nokia und Motorola gehören. Balda sei für den europäischen Markt der größte Systemlieferant.
Weiter heißt es, dass nach Angaben von Dataquest/Forrester Research sich die Anzahl der Mobiltelefone weltweit von 275 Mio. in 1999 auf 1,3 bis 1,4 Mrd. Stück vervierfachen solle. Das Unternehmen habe zuletzt einen Auftrag von Siemens über 100 Mio. DM zur Fertigung von Mobilfunkkomponenten bekommen. Balda habe auf Wunsch seiner Produktionspartner in China Verhandlungen aufgenommen und stehe vor dem Abschluss eines Joint Ventures zur Mobilfunkteilefertigung in China.
Für 2001 sei ein Umsatz von 200 Mio. EUR geplant und in 2002 ein Umsatz von ca. 300 Mio. EUR. Diese Umsatzplanungen für 2001 seien als konservativ anzusehen. Bis zum Jahr 2002 seien die Auftragsbücher gefüllt. Da das Unternehmen als Systemlieferant an der Entwicklung der Mobilfunkgeräte für 2002 beteiligt sei, seien die Prognosen bis 2002 relativ zuverlässig. Aufgrund des Produktionsengpasses bei den Mobilfunkbauteilen scheine die aktuelle EBIT-Marge von 13% (9-Monats-Zahlen) nicht gefährdet. Die Gesellschaft zeige sich sogar noch eher zuversichtlich die Marge zu steigern.
Aber andererseits bedeute das Wachstum auch ein gewisses Risiko. Darauf würden gerade heutzutage die Anleger besonders achten. Es seien seit Beginn des Jahres 550 neue Mitarbeiter eingestellt worden. In Bad Oeynhausen seien die Kapazitäten der Produktion erweitert worden. In Balda Heinze, einem übernommenen Werk, werde nur für Siemens produziert. Produktionsverlagerungen nach Asien seien ein weiteres Risiko. Solch eine Gefahr sei allerdings eher unwahrscheinlich, da die Produktion allein aus logistischen Gründen in der Nähe des Verkaufsortes liegen müsse.
Die Analysten von Kant VM halten den chinesischen Markt langfristig für hochinteressant, weil mangels eines Kabelnetzes der Mobilfunk eine größere Relevanz erfahren dürfte als das in Europa und den USA der Fall sei. Die im Oktober durchgeführte Kapitalerhöhung habe zu keiner nennenswerten Verwässerung geführt und der Mitarbeitermotivation durch Stock Options galt. Die Anhebung der Planung des Umsatzes auf 153 Mio. EUR in diesem Jahr sei auf ungeplante Umsätze durch den Zukauf der magnetneutralen Elektronikkomponenten und die Übernahme von Kendrion-Heinze zurückzuführen.
Als eines der wenigen Unternehmen am neuen Markt habe Balda seine Prognosen eingehalten. Trotzdem sei die Bewertung bei einem zu erwartenden EPS von 0,4 EUR in 2001 nicht unerheblich. Die Analysten von Kant VM sehen beim rasanten Wachstum, das zu Friktionen führen könnte, Risiken. Die Anhebung der Planzahlen für 2001 und 2001 seien bereits eingepreist.
Die Experten sehen kein überdurchschnittliches Kurspotential, obwohl sie die Aktie langfristig für äußerst interessant halten. Aufgrund der hohen Bewertung belassen die Analysten den Titel auf „Halten“.
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