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Analysen - Ausland
19.02.2001
ASM Outperformer
Bankhaus Reuschel

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Die Analysten von Bankhaus Reuschel stufen die Aktie ASM Lithography (WKN 894248) auf „Outperformer“.

ASM sei ein weltweit operierender Systemhersteller für die Halbleiterindustrie und verfüge über einen Weltmarktanteil von 35 % . 1997 sei das Unternehmen aus dem Philips-Konzern ausgegliedert worden und beschäftige 3700 Mitarbeiter an vier Standorten (Niederlande, USA, Korea, Taiwan). Heute halte Philips nur noch einen Minderheitsanteil von 7%. Insbesondere produziere ASM Maschinen für die fotolithografischen Produktionsschritte in der Chipproduktion. Im wesentlichen würden dieses Systeme Produktionsschritte in der Weiterverarbeitung von Silicium Wafern zum fertigen Halbleiter unterstützen.

ASM steige durch die vor Kurzem abgeschlossene Übernahme des amerikanischen Wettbewerbers Silicon Valley Group für ca. 1,2 Mrd. US-$ mit einem konsolidierten Umsatz von ca. 4 Mrd. € zum Weltmarktführer auf. Dieser strategische Schritt mache aufgrund der traditionell wichtigen Rolle der USA in der Chip-Produktion durchaus Sinn, zumal wichtige Key-Account-Kunden wie z. B. Intel und Motorola, aufgrund gemeinsamer Technologie-Entwicklung regionale Zulieferer für die Halbleiterfertigung bevorzugen würden.

In 2000 habe der Konzern einen Umsatz von einer Rekordhöhe in Höhe von 2,184 Mrd. € (nach 1,192 Mrd. €) erreicht. Gleichzeitig sei eine Gewinnvervierfachung auf 347 Mio. € (nach 81 Mio. €) erzielt worden. Dieser Umsatzanstieg resultiere aus Neu-Produkten (z. B. Twin-Scan), die in der Branche über eine starke Nachgefrage verfügen würden, und die das Unternehmen in den kommenden Jahren in eine neue Dimension führen sollten.

Die Prognose für die Welt-Halbleiterindustrie 2001 habe sich nach einem voraussichtlichen Rückgang in den ersten zwei Quartalen bei einer geschätzten Wachstumsrate p.a. von 10-20% eingependelt, seitdem die Book-to-Bill-Ratio wieder von unter 1 auf 1,1 gestiegen sei. Im Jahre 2001 werde der Umsatz auf über 3 Mrd. € wachsen (+50%), wobei der Reingewinn sich überproportional auf 575 Mio. € verbessern sollte. Der Umsatz der akquirierten SVG, der auf ca. 1,2 Mrd. € ansteigen werde, komme hinzu.

Gemäß den Experten sollte ASM nach Abschluss der Integration in den Genuss von Skaleneffekten kommen, die die operative Gewinnmarke (21,5% in 2000) auf ca. 25% in 2002 wachsen lassen dürfte. Kürzlich habe Intel angekündigt, trotz niedriger Umsatz- Erwartungen für 2001 verstärkt in moderne lithografische Systeme investieren zu wollen, um die gestiegenen Herstellungskosten zu senken.

Die Marktkapitalisierung von 11,6 Mrd. € sei noch weit entfernt von den Big Playern der Branche und auch das KUV liege nur bei 3,5. Das Unternehmen könne bei einer Eigenkapitalrendite von 43% und einer hohen Eigenkapitalquote von 45% eine abschwächende Konjunktur sicher besser abfedern als der Wettbewerb. Für das laufende Jahr würden die Experten einen Gewinn pro Aktie von 1,2 € nach 0,83 € prognostizieren. In 2002 – dann sollte der Nachfragezyklus wieder nach oben gerichtet sein – sollten 1,7 € drin seien. Ein KGV 2001e von 22 sei bei Wachstumsraten p.a. zwischen 40 und 50% nicht zu hoch. Das Unternehmen werde auf 2002e Basis lediglich mit einem P/E von 15,5 bewertet.

Die Analysten würden ASM als einen europäischen Technologiewert mit ausgezeichneten Wachstumsperspektiven sehen und würden wachstumsorientierten Anlegern empfehlen, die aktuell schlechte Stimmung im Technologiesektor zum antizyklischen Aufbau von Positionen zu nutzen. Sie würden mittelfristig ein Kursziel von 40 € sehen.



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