Logo
Analysen - DAX 100
22.03.2001
Ergo Outperformer
WGZ-Bank

www.optionsscheinecheck.de

Die Analysten der WGZ-Bank stufen die Ergo (WKN 841852) weiterhin auf Outperformer.

ERGO habe 2000 Rekordergebnisse erzielt. Beim Prämienplus von + 5,3% auf 12,6 Mrd. Euro. hätten Konsolidierungseffekte von + 1,4% eine wichtige Rolle gespielt. Der nicht spezifizierte Ertragssprung um + 70% auf 800 Mio. Euro habe seine Ursachen neben einer operativen Verbesserung sowohl in den Sondererträgen (Veräußerungsgewinne, davon allein wg. Mannesmann 400 Mio. Euro; Kapitalanlagen- Ergebnis 6,5 nach 5,3 Mrd. Euro) als auch in dispositiven Effekten (Neubewertung latenter Steuern, KSt.-Senkung, Einbeziehung von Fondsgewinnen). Eine Div.-Erhöhung auf 1,30 Euro sei angekündigt worden.

Die Aussichten für 2001 und für 2002 seien gut. Die Analysten würden für d.J. mit einem Prämienplus vom 9% und einer JÜ-Steigerung von 7% rechnen. ERGO zähle zu den Hauptprofiteuren der geplanten Rentenreform und werde auch die Auslandsexpansion (Prämienanteil solle kfr. von jetzt 12% auf 20% ansteigen) insbes. in den MOE-Staaten weiter forcieren. Zudem ziehe ERGO Vorteile aus ihrer Stellung als europäischer Marktführer in der Kranken- und Rechtsschutzversicherung.

Die Fokussierung auf die Personenversicherung und das Privatkundengeschäft (Prämienanteil im Konzern rd. 85%) würden erhebliche Margenvorteile gegenüber der Konkurrenz bringen. Insofern beeinflusse die ungünstige Schaden/Kostenquote in der Sachsparte (primär im KFZ-Bereich) von über 96% nicht so negativ das Konzernergebnis, zumal in der versicherungstechnischen Rechnung in 2000 ein turn around erreicht worden sei (1999 noch leichtes Minus). Bei den IT-Aktivitäten nehme ERGO im Sektor eine führende Position ein.

Im Branchenvergleich würden sich die ERGO-Aktivitäten im Bereich der Kapitalanlagen positiv abheben (Vj.: Bestand + 5% auf 90 Mrd. Euro; Ergebnis + 35%). Einzelmaßnahmen: 1) der Spitzenwert von 30% bei der Aktienquote wirke a la long performancefördernd; 2) professionelles Asset Management über das joint venture MEAG mit der Mutter Münchener Rück (assets under management 140 Mrd. Euro), begünstige das Geschäft mit Dritten; 3) know how in der Kreation und Vertrieb von Fondsprodukten (Nutzung der hohen Wiederanlagequote von 20% in der Lebenssparte) mache ERGO zum Hauptnutznießer der neuen Rentenpläne. Über die Hamburg Mannheimer erhalte sie auch Zugang zu den – nach Regierungsplänen besonders steuerlich förderwürdigen - Gruppen der Gering- und Mittelverdiener.

Von den Versicherungstiteln weise ERGO den relativ höchsten Substanzwert aus. Ohne Anteile der Versicherten an den mit 14 Mrd. Euro geschätzten stillen Reserven in den Kapitalanlagen ergebe sich ein Substanzwert/Aktie von rd. 150 Euro Aktie (inkl. der Anteile 225 Euro), wobei evtl. Reserven in den versicherungstechnischen Rückstellungen und die Bestandsbewertung unberücksichtigt bleiben. Hiernach wären höhere Vorteile aus der Steuerbefreiung von Veräußerungsgewinnen aus Beteiligungsverkäufen als bei den Wettbewerbern zu erwarten. Nach traditionellen Bewertungskennziffern ergebe sich ein fairer Wert von 190 Euro.

Im Falle eines Auflebens der Fusionswelle in Europa könne ERGO durchaus von der Münchener Rück als „Akquisitionswährung“ eingesetzt werden, zumal auch die HypoVereinsbank zum Interessenverbund hinzugehöre. Unabhängig davon wirke der angekündigte Rückkauf eigener Aktien (bis 10% des AK) kursstimulierend.

Gegen ein Engagement in der ERGO-Aktie würden größtenteils die auch bei anderen MDAX-Versicherern geltend gemachten Einwände sprechen: 1) eurolandweit reserviertes Sentiment gegenüber mittleren, „unselbständigen“ Assekuranz-Titeln, die keine Global-Player-Position einnehmen könnten, 2) noch niedriges RoE (die Experten würden für d.J. 12,0% schätzen; Ziel von 15% netto in 2002 damit fraglich); 3) fehlende Positionierung in den weltführenden angelsächsischen Versicherungsmärkten (insbes. In den USA); 4) das forcierte Europa-Engagement erinnere ein wenig an das – von der Börse wenig honorierte - Konzept der HypoVereinsbank im Bankenbereich.



© 1998 - 2026, optionsscheinecheck.de