Suche
nach Kursen
 Aktien
 Fonds
 Zertifikate
 Optionsscheine
 Optionen & Futures
nach Artikeln
alle Artikel
nur Analysen
nur News
als Quelle
 
WKN/ISIN/Symbol/Name

Login Depot + Forum
 
Passwort vergessen?


hier klicken zur Chartansicht    
Aktuelle Kursinformationen (NYSE)
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
926,91 $ 931,30 $ -4,39 $ -0,47 % 24.04/22:10
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
US38141G1040 920332 -   $ -   $
 
 
 

Goldman Sachs abwarten


10.07.2008
Heibel-Ticker

Berlin (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "Heibel-Ticker" würden bei der Goldman Sachs-Aktie (ISIN US38141G1040 / WKN 920332) noch ein paar Monate auf eine Bodenbildung warten.

Von der Spitze im vergangenen Sommer bei 175 Euro habe die Aktie von Goldman Sachs bislang 37% abgegeben, das sei immerhin etwas weniger als der Durchschnitt. Das KGV stehe bei 8 und werde sich in den kommenden Quartalen kaum verändern. Die Goldmänner hätten immerhin ihre Dividende im Griff, denn die Dividendenrendite von 0,8% werde das Unternehmen locker zahlen können - anders als bei Lehman Brothers (3,3%), Merrill Lynch (4,6%) oder gar der Citigroup (7,8%), bei denen das Management schon bald mit der Hiobsbotschaft der Dividendenkürzung an die Öffentlichkeit gehen müsse.

Der Umsatz von Goldman Sachs sei zwar rückläufig, aber von einem Umsatzeinbruch wie bei den Wettbewerbern könne keine Rede sein. Im Gegenteil: In turbulenten Zeiten seien die Anleger nicht zu irgendwelchen Experimenten bereit, sondern würden ihr Geld nur den Besten der Besten geben. Seit der Übernahme von Bear Stearns durch J.P. Morgan Mitte März habe Goldman Sachs im Brokerragegeschäft einen starken Zulauf verzeichnet. Dieser habe einen Teil des Umsatzeinbruchs bei den Immobilienderivaten wettgemacht.

Schlechte Zeiten seien gute Zeiten für gute Leute, heiße es. Und da Goldman Sachs durch diese Immobilienkrise mit den geringsten Abschreibungen gekommen sei, gebe es nun viele Anleger und insbesondere auch institutionelle Anleger (Fondsmanager, etc.), die ihre Gelder zum Besten der Besten verschieben würden: zu Goldman Sachs.

Einziger Wettbewerber wäre da noch J.P. Morgan. Auch dieses Unternehmen sei gut durch die Immobilienkrise gekommen. Doch mit der Übernahme von Bear Stearns, damals sei es als Schnäppchen bezeichnet worden, habe sich J.P. Morgan Risiken ans Bein gebunden, die es heute noch nicht genau quantifizieren könne. Damit sei J.P. Morgan in den Augen der Anleger hinter Goldman Sachs zurückgefallen.

Nun, die Experten möchten es nicht leugnen: Das Verschieben von Immobilienderivaten sei eine Cashcow für die Finanzbranche gewesen. Und diese Cashcow sei nun geschlachtet worden. Viele andere Finanzinstitute wie Lehman Brothers, Citigroup, Merrill Lynch und auch die UBS müssten sich in den nächsten Quartalen erst neue Geschäftsfelder erarbeiten. Sie dürften nicht erwarten, dass nach dem endgültigen Abschreiben der letzten Immobilienderivate gleich wieder Rekordgewinne wie vor zwei Jahren aus der Finanzbranche vermeldet würden. Vielmehr würden danach noch einige Quartale mit schwachen Gewinnen folgen, bis die Banken neue Geschäftsfelder erschlossen hätten. Nicht umsonst seien schon 70.000 Bänker nach Hause geschickt worden und die Experten würden das erst für den Anfang halten.


Goldman Sachs habe sich nicht so stark im Bereich der Immobilienderivate engagiert, sondern habe seinen Schwerpunkt auf Rohstoffderivate gelegt. Absicherungsgeschäfte für Rohstoffunternehmen seien angeboten worden, entsprechende Gegengeschäfte seien an den Terminmärkten eingegangen worden. Dazwischen sei eine kleine Marge verdient worden. Das sei zwar nicht so lukrativ wie die Immobilienderivate gewesen, aber dafür würden die Rohstoffunternehmen heute zu den solventesten Kunden in der Wirtschaft gehören. Man sollte sich mal die Bauträger anschauen.

Damit habe Goldman Sachs also schon einmal gute Kontakte zum derzeit boomenden Wirtschaftszweig. Und bei Mergers und Acquisitions (Fusionen und Übernahmen) sei Goldman Sachs dadurch immer in vorderster Reihe dabei. Die Experten von "Heibel-Ticker" denken also, dass es Goldman Sachs leichter fallen wird, wieder gute Gewinne einzufahren, als seinen Wettbewerbern.

Auch der Chart von Goldman Sachs mache Mut: Anders als bei den oben aufgezählten schwarzen Schafen der Branche notiere Goldman Sachs auch nach dem Ausverkauf im Mai/Juni noch immer über seinen März-Tiefs. Daraus schließe man, dass das Ärgste bei Goldman Sachs bereits überstanden sei.

Man stelle sich also die Frage, wann man die Aktien von Goldman Sachs kaufen sollte. Nun, "eine steigende Flut hebt alle Schiffe", heiße ein Börsensprichwort. Das heiße im Umkehrschluss aber auch, dass bei Ebbe auch einige gesunde Schiffe auf Grund laufen würden. Solange der Finanzsektor die Immobilienkrise noch nicht ausgestanden habe, werde es auch Goldman Sachs schwer fallen, einen steigenden Aktienkurs zu erzeugen.

Der Grund dahinter sei ganz einfach: Viel Geld fließe heute über Fonds und ETFs an die Börse. Ein Fonds, dessen Inhalte also in erster Linie Finanztitel seien, habe derzeit mit kräftigen Mittelabflüssen zu kämpfen. Die Anleger würden ihr Geld lieber in Rohstofffonds stecken oder Düngemittelhersteller kaufen. Das Kapital werde aus den Finanzfonds abgezogen und für die Auszahlung müssten die Fonds die enthaltenen Aktien verkaufen. Dabei sei es dann ganz gleich, ob die Aktien von Lehman Brothers, Merrill Lynch, der Citigroup oder eben von Goldman Sachs verkauft würden. Bei Goldman Sachs bekomme man wenigstens noch ein wenig Geld raus.

Also werde ungeachtet der wesentlich besseren Marktpositionierung die Goldman Sachs-Aktie weiterhin unter Druck bleiben, solange die anderen Finanzinstitute ihre Bilanzen nicht endgültig säubern würden. Nach Einschätzung der Experten werde das noch bis Ende des Jahres dauern, wenn die Politik nicht eingreife.

Wenn sich die Immobilienkrise dem Ende nähere, dann werde Goldman Sachs (neben der Deutschen Bank und der Credit Suisse) zu den Gewinnern der Krise gehören. Das Unternehmen gewinne Marktanteile, sei kaum noch in Immobilienderivate verstrickt und habe heute schon ein günstiges Bewertungsniveau. Wer heute schon einsteigen möchte, der brauche gute Nerven und viel, viel Geduld.

Die Experten von "Heibel-Ticker" würden jedoch noch ein paar Monate auf eine Bodenbildung bei der Aktie von Goldman Sachs warten. (Update vom 10.07.2008 zur Ausgabe 22) (10.07.2008/ac/a/a)




Erweiterte Funktionen
Artikel drucken Artikel drucken
Weitere Analysen & News mehr
11.12.2025, boerse-daily.de
Open End Turbo Optionsscheine auf Goldman Sachs: Auf der Zielgeraden - Optionsscheineanalyse
30.01.2025, ZertifikateJournal
Turbo Long auf Goldman Sachs: US-Großbank verdient in Q4 doppelt so viel wie im Vorjahr - Optionsscheinenews
23.12.2024, boerse-daily.de
Turbo Short auf Goldman Sachs: Ende der Party! Optionsscheineanalyse
24.07.2024, boerse-daily.de
Turbo Short auf Goldman Sachs: Welle abgeschlossen?! Optionsscheineanalyse
26.06.2024, boerse-daily.de
Open End Turbo Long auf Goldman Sachs: Bullen gehen wichtigen Schritt - Optionsscheineanalyse
 

Copyright 1998 - 2026 optionsscheinecheck.de, implementiert durch ARIVA.DE AG