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Telecom Italia übergewichten


18.12.2000
Helaba Trust

Der 1997 privatisierte Ex-Monopolist WKN 852568 betätige sich als Generalanbieter von Telekommunikationsdienstleistungen, so die Experten von Helaba Trust.

Die Mobilfunktochter TIM partizipiere derzeit am stark wachsenden Mobilfunkmarkt. Ende 1999 habe der europäische Marktführer bereits über 18,5 Mio. Mobilfunkkunden verfügt (+30% gegenüber dem Vorjahr). Darüber hinaus seien die Italiener im Pay-TV-Geschäft (Stream) engagiert. Ausländische Beteiligungen bestünden unter anderem in Spanien (Auna), Frankreich (Bouygues), Österreich (Mobilkom) sowie Griechenland (Stet Hellas). Seit Mai 1999 befinde sich Telecom Italia im Mehrheitsbesitz der Olivetti-Gruppe (Anteil: 52%), die den Bieterwettbewerb gegen die Deutsche Telekom gewonnen habe.


In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres hätten die Italiener den Umsatz dank Erstkonsolidierungseffekte (u.a. Nortel Inversora) um 8,8% gesteigert- auf vergleichbarer Basis habe das Plus bei 2,3% gelegen. Auch der Anstieg beim Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern (EBITDA) von 6,8% sei überwiegend auf die Erweiterung des Konsolidierungskreises zurückzuführen (adjustiert: -0,5%). Wenngleich die Festnetzsparte einen Rückgang beim EBITDA von 6,7% habe hinnehmen müssen, signalisiere der Quartalsvergleich (Q3 gegenüber dem Vorjahr: - 1,3%) eine positive Tendenz. Die Mobilfunktochter TIM (Umsatz: 9%; EBITDA: +13%) habe die EBITDA-Marge von 46% auf 48% ausweiten können.

Das Konzernergebnis (-16% gegenüber dem Vorjahr) sei insbesondere durch das schwache außerordentliche Ergebnis (-612 Mio. EUR; VJ: -221 Mio. EUR) belastet worden. Hohem Aufwand für Restrukturierung hätten nur vergleichsweise geringe Erträge aus Beteiligungsverkäufen gegenüber gestanden.

Für das Gesamtjahr sei damit zu rechnen, dass die Erträge aus Verkäufen (u.a. Italtel, Sirti) die Restrukturierungsaufwendungen mehr als kompensieren werden. Dennoch dürfte das Konzernergebnis leicht unter Vorjahresniveau liegen. Das operative Geschäft werde angesichts der Preiserosion im Festnetz nur einstellig zulegen. In 2001 würden verstärkt Aufwendungen für UMTS in die Ertragsrechnung einfließen. Die Belastungen sollten sich im Vergleich zu den Wettbewerbern allerdings in Grenzen halten, da sich die Italiener auf Märkte mit bereits erschlossener Kundenbasis konzentrierten (I, F, E) und auf teure Lizenzkäufe (z. B. D, UK) verzichtet hätten. Von teuren Akquisitionen sei aufgrund gering geschätzter Synergiepotentiale ebenfalls frühzeitig Abstand genommen worden. Die defensive und zeitweilig als langweilig empfundene Strategie dürfte sich gegenüber den aggressiven Expansionsplänen einiger Wettbewerber aufgrund geringerer Ertrags- und Finanzierungsbelastungen als nachhaltig positiv erweisen. Für eine Übergewichtung des Titels spreche außerdem die moderate Bewertung.




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