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Japanischer Aktienmarkt tendierte gen Norden


10.12.2012
Union Investment

Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der japanische Aktienmarkt tendierte im November aufwärts, so die Experten von Union Investment.

Bei einem Schlussstand von 9.446 Punkten habe der Nikkei Index (ISIN XC0009692440 / WKN 969244) im Monatsvergleich um nahezu sechs Prozent zulegen können. Damit habe das japanische Blue-Chip-Barometer deutlich besser abgeschnitten als seine etablierten Mitstreiter in den USA und Europa.


Im Berichtsmonat sei das Börsengeschehen vor allem von politischen Ereignissen dominiert worden. So habe Ministerpräsident Yoshihiko Noda von der DPJ, der Demokratischen Partei Japan, für den 16. Dezember Neuwahlen ausgerufen, nachdem er aufgrund der schwachen Konjunktur immer mehr in Bedrängnis geraten sei. Im dritten Quartal (zweites Fiskalquartal) sei die Wirtschaft um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr und um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft und sei mittlerweile auf dem Weg in eine Rezession.

Allgemein werde ein Regierungswechsel erwartet, der den Vorsitzenden der oppositionellen Liberaldemokratischen Partei (LDP) Shinzo Abe an die Regierungsspitze führen würde. Abe, der bereits vor Jahren Premierminister gewesen sei, habe ein aggressives Programm im Falle seines Wahlsiegs angekündigt.

So werde er das Inflationsziel auf mindestens zwei Prozent anheben, eine expansive Fiskalpolitik unter anderem mit neuen Infrastrukturprojekten betreiben, Steuererleichterungen im Unternehmenssektor einführen, die Erhöhung der Mehrwertsteuer angesichts der Wirtschaftsschwäche nach hinten verschieben und eine unlimitierte Lockerung der Geldpolitik fordern. Dazu dürfte der jetzige Notenbankgouverneur Masaaki Shirakawa, dessen Amtszeit im April nächsten Jahres ende, durch einen willfährigeren Mann ersetzt werden.

Am Aktienmarkt seien Abes Wahlversprechen mit Kurssteigerungen honoriert worden. Vor allem exportorientierte Werte seien gefragt gewesen, da mit der Aussicht auf weitere geldpolitische Schritte der Yen gegenüber dem US-Dollar deutlich nachgegeben habe. Die Yen-Schwäche dürfte darüber hinaus dazu führen, dass japanische Industrieunternehmen ihre Gewinnerwartungen nach oben revidieren würden. Die September-Schätzungen hätten noch auf einem Yen-Dollar-Verhältnis von 79 Yen basiert, aktuell liege es jedoch bei rund 82 Yen. Alles in allem erwarte man Gründe für eine auch weiterhin freundliche Stimmung an der japanischen Börse. (10.12.2012/ac/a/m)




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