Salzgitter Aktie: Papenburg zieht sich zurück – Wie Anleger jetzt
reagieren sollten
Von der Redaktion, aktiencheck.de – 27. Mai 2025
Salzgitter Aktienanalyse: Großaktionär steigt aus – was bedeutet das für
den Kurs?
Die Salzgitter-Aktie (ISIN: DE0006202005 / WKN: 620200) legt am
Montagvormittag deutlich zu: +3,80 % auf 22,42 EUR. Der Grund: Günter
Papenburg, Bauunternehmer und mit 29,9 % größter Einzelaktionär, hat seine
Übernahmeambitionen ad acta gelegt. Das gab er gegenüber der
Braunschweiger Zeitung bekannt. "Ich wollte eine freundliche
Übernahme und werde jetzt auch keine weiteren Aktien kaufen", so Papenburg.
Damit bleibt das Land Niedersachsen mit 26,5 % der zweitgrößte Anteilseigner.
Das aktuelle Ereignis sorgt für Aufsehen: Nach dem
geplatzten Übernahmeversuch durch Papenburg und TSR Recycling hatte der
Vorstand den Vorschlag im April als zu niedrig zurückgewiesen. Die IG Metall und
die Landesregierung lehnten zudem einen Verkauf der Anteile ab. Papenburgs
deutliche Worte: "Wenn ich nicht gewollt bin, dann planen wir, unsere Anteile
abzugeben. Ich brauche die Salzgitter AG nicht."
Q1 2025: Zwischen operativer Schwäche und struktureller Stärke
In einem schwierigen konjunkturellen Umfeld erreichte die Salzgitter AG
im ersten Quartal 2025 ein EBITDA von 78,6 Mio. EUR (Q1
2024: 126,4 Mio. EUR) und ein Vorsteuerergebnis von -27,3 Mio.
EUR. Belastend wirkten Bewertungseffekte bei Derivaten (-23 Mio.
EUR) und ein Impairment von 10 Mio. EUR durch Portfolio-Optimierungen.
Besonders stark war erneut der Beitrag von Aurubis AG (+48 Mio. EUR),
während Stahlproduktion und -verarbeitung weiterhin unter der schwachen
europäischen Nachfrage litten. Die Umsätze sanken um 13 % auf 2,33 Mrd. EUR.
Die Eigenkapitalquote bleibt mit 43,4 % solide.
CEO-Stimme:
"Die wirtschaftliche Lage war alles andere als förderlich. Ohne die
Sondereffekte wären wir leicht im Plus gewesen", so CFO Birgit Potrafki.
Prognose 2025:
- Umsatz: 9,5 – 10,0 Mrd. EUR
- EBITDA: 350 – 550 Mio. EUR
- Vorsteuerergebnis: -100 bis +100 Mio. EUR
- ROCE leicht über Vorjahr
Salzgitter Analystenstimmen: Kursziele, Bewertungen &
Argumente
- Matthias Pfeifenberger, Baader Bank: Kursziel 45,00
EUR, +104,17 % Potenzial – Hält die Aktie für massiv
unterbewertet bei gleichzeitig robuster Bilanz und Investitionschancen im
Wasserstoffbereich. - Andrew Smith, Jefferies & Company: Kursziel 26,00
EUR, +17,97 % – Sieht operative Hebel durch das P28-
Programm und positive Impulse durch den Rückzug Papenburgs. - Jens Müller, Deutsche Bank: Kursziel 21,00 EUR,
-4,72 % – Hält die Kostenstruktur für kritisch in einem
anhaltend schwierigen Stahlmarkt. - David Krämer, UBS: Kursziel 19,00 EUR,
-13,79 % – Warnt vor schwacher Nachfrage im Stahlsektor,
sieht jedoch positives Risikoprofil durch Beteiligungen. - Tom Anderson, JP Morgan: Kursziel 18,40 EUR,
-16,52 % – Bleibt skeptisch wegen Preisdruck und politischer
Unsicherheiten.
Salzgitter Kursziele & Potenzial im Überblick
| Analyst | Bank | Kursziel | Aufwärtspotenzial |
|---|---|---|---|
| Matthias Pfeifenberger | Baader Bank | 45,00 EUR | +104,17 % |
| Andrew Smith | Jefferies | 26,00 EUR | +17,97 % |
| Jens Müller | Deutsche Bank | 21,00 EUR | -4,72 % |
| David Krämer | UBS | 19,00 EUR | -13,79 % |
| Tom Anderson | JP Morgan | 18,40 EUR | -16,52 % |
Fazit: Konsolidierung mit Perspektive
Die Salzgitter Aktienanalyse zeigt: Der Rückzug Papenburgs beseitigt
einen Unsicherheitsfaktor – aber auch eine kurzfristige Übernahmephantasie. Die
Q1-Zahlen waren operativ solide, das P28-Programm liefert erste Ergebnisse.
Analysten sind geteilter Meinung: Während einige noch Abwärtspotenzial sehen,
sprechen andere von einer Unterbewertung mit mittelfristigen Chancen –
insbesondere durch Aurubis und die Wasserstoffstrategie.
Die Unsicherheit bleibt – doch wer langfristig denkt, sollte Salzgitter
weiterhin auf dem Radar haben.

Artikel drucken